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Prinz Harry brüstet sich mit 25 getöteten Taliban – Islamist wirft Royal Kriegsverbrechen vor

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Von: Andreas Apetz

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Prinz Harry schreibt in seinen Memoiren, er habe 25 Menschen als Soldat in Afghanistan getötet. Ein Taliban-Mitglied wirft ihm nun Kriegsverbrechen vor.

London – Prinz Harry redet Tacheles: In seiner eigentlich noch streng geheimen Autobiografie mit dem Titel „Spare“ geht es um Sex, Drogen, Blut und Drama. Kaum ein Skandalthema wird vom Prinzen ausgelassen. Auch seine Zeit beim Militärdienst wird von Prinz Harry thematisiert. Dabei brüstet sich der britische Royal damit, 25 Talibankämpfer getötet zu haben. Reue würde er dafür nicht empfinden.

Prinz Harry in Afghanistan: Tötungen waren „keine Genugtuung“

Laut seiner Autobiografie bedauere der Prinz viele seiner Entscheidungen und Lebensabschnitte. Sein Einsatz beim Militärdienst in Afghanistan gehöre jedoch nicht dazu. In seiner blutigen Bilanz stünde „seine Zahl: 25“, für die er Verantwortung übernehmen müsse. „Es war nichts, was mich mit Genugtuung erfüllt hat, aber ich hab mich auch nicht geschämt“, schreibt Harry dem Sender Sky News zufolge. Weitere Medien, denen die Lektüre bereits vorliegt, zitieren den Prinzen, wie er in der Hitze des Gefechts den Feind nicht mehr als Mensch wahrgenommen habe. „Sie waren Schachfiguren, die vom Brett genommen wurden. Böse Menschen wurden eliminiert, bevor sie gute Menschen töten konnten.“

Prinz Harry Anfang 2008 bei seinem Einsatz in Afghanistan
Prinz Harry Anfang 2008 bei seinem Einsatz in Afghanistan. (Archivfoto) © epa MoD Cpl Rich Denton/dpa

Prinz Harry diente wenige Monate lang als Fluglotse und Apache-Hubschrauberpilot in der britischen Armee in Afghanistan, bevor er das Familienmitglied der Royal aus Sicherheitsbedenken vorzeitig abgezogen wurde. Das Verteidigungsministerium wollte die Einzelheiten der Biografie auf Nachfrage von The Guardian nicht bestätigen: „Aus Sicherheitsgründen geben wir keine Kommentare zu operativen Details ab“, teilte das britische Ministry of Defence gegenüber den Medien mit.

Taliban-Mitglied wirft Prinz Harry Tötung ziviler Opfer vor

Ein hochrangiges Taliban-Mitglied warf Prinz Harry nun Kriegsverbrechen vor. „Die von Ihnen Getöteten waren keine Schachfiguren, sie waren Menschen; sie hatten Familien, die auf ihre Rückkehr warteten“, schrieb Anas Hakkani am Freitag (6. Januar) auf Twitter. Laut Hakkani handle es sich bei den 25 getöteten Personen um zivile Opfer: „Wir haben es überprüft und festgestellt, dass es an den Tagen, an denen Prinz Harry die Tötung von 25 Mudschaheddin erwähnte, keine Opfer in Helmand gab“, sagte das Taliban-Mitglied am Freitag im Gespräch mit Al Jazeera. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Nach Angaben von Sky News räumte der Prinz im Verlauf des Kapitels ein, er habe es lieber gehabt, diese Zahl nicht auf seinem Militärzeugnis oder in seinem Kopf zu haben. „Aber ich hätte auch lieber in einer Welt ohne die Taliban gelebt, in einer Welt ohne Krieg“, schreibt der Prinz. Ein Militärveteran sagte dem Sender Sky News, Harrys Kommentare würden einerseits weiteren Hass auf ihn schüren und andererseits ein falsches Bild der britischen Militärausbildung zeichnen. Es sei keineswegs der Fall, dass britischen Soldaten beigebracht werde, ihre Gegner als weniger menschlich oder als „Schachfiguren“ anzusehen. Zudem sei es nicht klug, mit seinen Tötungen zu prahlen.

Prinz Harry Autobiografie „Spare“ vorab verkauft

Bereits Tage vor dem offiziellen Erscheinen seiner Memoiren dominieren die Enthüllungen des abtrünnigen Royals die britischen Schlagzeilen. Viele Medien haben sich ein Exemplar gesichert. Die Autobiografie „Spare“ war am Donnerstag versehentlich frühzeitig in den spanischen Buchhandel gekommen. Seither kommen Details an die Öffentlichkeit, die den Prinzen immer weiter in ein schlechtes Licht stellen; dabei sollten ihn seine Memoiren doch eigentlich von seinem belasteten Image befreien. (aa/dpa)

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