Landtagsabgeordnete beziehen Position zum  Hundeführerschein

Der Hundeführerschein erregt die Gemüter. Nachdem die hessische Tierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, in ihrem Jahresbericht gefordert hatte, alle Hundehalter sollten eine Sachkundeprüfung ablegen, wird kontrovers über diesen Vorschlag debattiert.

Wir haben die nordhessischen Landtagsabgeordneten gefragt, ob sie den Hundeführerschein unterstützen. Wegen der Urlaubszeit haben nicht alle geantwortet

Sigrid Erfurth (Grüne, Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg, keine Hundehalterin):

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„Den Sachkundenachweis für Hundehalter halte ich für sinnvoll, damit künftige Hundehalter wissen, worauf sie sich einlassen. Er dient dem Wohlergehen des Tieres und kann auch mehr Sicherheit im öffentlichen Raum schaffen. Wir haben die Landesregierung gebeten zu prüfen, ob es möglich ist, alle künftigen Hundehalter an einer solchen Sachkundeschulung teilnehmen zu lassen. Die Schulung bedeutet einen nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand, und es muss geklärt werden, ob und in welchem Umfang dieser geleistet werden kann.“

Dieter Franz (SPD, Rotenburg, seit zwölf Jahren Halter eines Mischlingshundes):

„Der Hundeführerschein legt die Verantwortung mehr auf die Hundehalter, während die Rasseliste nur eine unzureichende Antwort auf schwerwiegende Einzelfälle ist. Nicht der Hund, sondern der Mensch ist in der Mehrzahl gravierender Fälle das Problem. Ein Hundeführerschein, gestaffelt nach Gewichtsklassen, wäre eine mögliche Variante. Aber selbst eine generelle Prüfung kann das Fehlverhalten Einzelner nicht gänzlich ausschließen. Die Kommunen müssen für entsprechende Sanktionen sorgen. Die Konsequenz darf jedoch nicht sein, dass das Halten eines Hundes für bestimmte Bevölkerungsschichten unerschwinglich wird.“

Timon Gremmels (SPD, Kassel-Land, kein Hundehalter):

„Die Idee eines Hundeführerscheins begrüße ich. Für ein gutes Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Hund sollte jeder Halter seinen Hund unabhängig von dessen Rasse gleichermaßen tierschutzgerecht wie sozialverträglich führen können. Ein modernes Hundegesetz muss folgerichtig beim Halter ansetzen. Die SPD-Landtagsfraktion hat bereits mit einer öffentlichen Veranstaltung bei Haltern und Tierschutzverbänden für eine neue hessische Regelung geworben, um Kenntnisse in Hundekunde insbesondere für neue Hundebesitzer verbindlich zu machen.“

Karin Müller (Grüne, Kassel-Land, keine Hundehalterin):

„Einen Hundeführerschein halte ich für sinnvoll für diejenigen Hundehalter, deren Hunde in der Beißstatistik aufgefallen sind. Das wäre also eine Weiterentwicklung der jetzigen Regelung. Außerdem befürworte ich eine Haftpflichtversicherung für alle Hundehalter und die Kennzeichnung aller Hunde mit einem Chip.“

Helmut von Zech (FDP, Kassel-Stadt und -Land, Halter eines Sheltie-Mischlings aus dem Tierheim):

„Einen obligatorischen Hundeführerschein für alle Hundebesitzer lehne ich ab. Ich setze auf freiwillige Lösungen. Dagegen halte ich eine obligatorische Hundehaftpflicht für sinnvoll. Die Versicherungsprämien werden sich dann an dem Risiko orientieren. Die Versicherungen könnten hier Anreize anbieten. Die bisherigen Regelungen werden derzeit überprüft.“

Jürgen Frömmrich (Grüne, Waldeck-Frankenberg, ehemaliger Hundehalter):

„Ich finde die Idee eines Hundeführerscheins gut. Die Rasseliste hilft nicht weiter, wenn das Problem am anderen Ende der Leine, beim Halter, zu suchen ist. Allerdings muss geprüft werden ob ein Hundeführerschein praxistauglich ist. Wir Grünen haben die Landesregierung gebeten, das zu prüfen. Ich selbst war Besitzer eines Kleinen Münsterländers und wir haben gemeinsam an verschiedenen Prüfungen teilgenommen.“

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