Neue Bilder entlasten offenbar Lothar König

Prozess gegen Pfarrer geplatzt

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Freude bei Lothar König: Der Prozess gegen den Jenarer Jugendpfarrer muss neu aufgerollt werden.

Dresden. Der Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König wegen eines mutmaßlichen Aufrufs zur Gewalt gegen Polizisten ist geplatzt. Das Amtsgericht Dresden entschied gestern überraschend, das Verfahren neu aufzurollen.

Grund sind Ende Juni aufgetauchte Rohdaten von Bild- und Tonaufnahmen der Demonstrationen gegen einen Neonazi-Aufmarsch. Die Aufnahmen enthalten nach Angaben der Verteidigung Szenen, die König entlasten. Diese Aufnahmen müssten gesichtet werden. Das könne vier bis sechs Monate dauern, sagte eine Gerichtssprecherin. „Es geht wieder ganz von vorne los“, fügte sie hinzu.

König wird vorgeworfen, bei einer Anti-Nazi-Demonstration in Dresden zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen zu haben, was er bestreitet. Das Amtsgericht Dresden verhandelte seit Anfang April wegen schweren Landfriedensbruchs gegen den 59-jährigen Pfarrer. Königs Verteidiger hatte zuvor Polizisten der Fälschung bezichtigt, die an der Erstellung jenes Videomaterials beteiligt waren, auf das sich die Anklage stützt.

Königs Verteidiger hatte zuvor Polizisten der Fälschung bezichtigt, die an der Erstellung jenes Videomaterials beteiligt waren, auf das sich die Anklage stützt. Sie hätten Sequenzen manipulativ zusammengeschnitten. Das sei bei einer ersten Sichtung des nun vorgelegten Rohmaterials bereits sehr deutlich geworden.

Nachdem der Vorsitzende Richter das von Königs Anwälten bereitgestellte Roh-Video im Gerichtssaal hatte vorführen lassen, schloss sich auch die Staatsanwältin dem Antrag der Verteidigung auf Aussetzung des Prozesses an. (dpa)

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