Pulitzerpreis für Adam Johnson

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Adam Johnson

New York - 2012 gab es zum Entsetzen der Literaturszene keinen Preis, in diesem Jahr dafür einen hochpolitischen: Ein durchaus kritischer Roman über das Leben in Nordkorea erhält den Pulitzer-Preis 2013.

Mitten im Atomkonflikt mit Nordkorea ist ein US-Roman über das ostasiatische Land mit dem begehrten Pulitzerpreis ausgezeichnet worden. „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ des US-Schriftstellers Adam Johnson habe sich gegen zwei andere Favoriten durchgesetzt, teilte die Pulitzer-Stiftung an der Columbia-Universität in New York am Montag mit. Im vergangenen Jahr war es zu einem Eklat gekommen, als die Jury sich nicht auf einen Sieger in der Königskategorie „Bester Roman“ einigen konnte. Großer Gewinner ist in diesem Jahr außerdem die Zeitung New York Times, die gleich vier Preise in verschiedenen journalistischen Kategorien abräumte.

Der Nordkorea-Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“, der in Deutschland im März im Suhrkamp Verlag erschienen war, erzählt die Geschichte eines Kindes, das in einem Waisenhaus in dem kommunistischen Land aufwächst. Die fast 700 Seiten dicke Mischung aus Spionage- und Liebesroman wurde von Literaturkritikern gefeiert. Das Werk des 1967 im US-Bundesstaat South Dakota geborenen und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Schriftstellers Johnson setzte sich den Veranstaltern zufolge gegen Nathan Englanders Kurzgeschichten-Sammlung „What We Talk About When We Talk About Anne Frank“ und Eowyn Iveys Roman „The Snow Child“ durch.

Die renommierte und vielfach preisgekrönte „New York Times“, die im vergangenen Jahr zwei der Kulturauszeichnungen bekam, konnte in diesem Jahr gleich vier einheimsen: „Bester Investigativ-Journalismus“, „bester erklärender Journalismus“, „beste Auslandsberichterstattung“ und „beste Reportagen“. Die Regionalzeitung „Star Tribune“ aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota erhielt erstmals zwei Preise - für lokale Berichterstattung und Karikaturen.

In der journalistischen Königskategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“ gewann die in Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida erscheinende Zeitung „Sun Sentinel“ für ihre Berichterstattung über Polizisten, die außerhalb des Dienstes mit ihren Autos deutlich zu schnell fahren und so das Leben vieler Menschen gefährden. Zudem wurden die „Washington Post“, das „Wall Street Journal“, die US-Regionalzeitungen „Denver Post“ und „Tampa Bay Times“ sowie die Webseite „Inside Climate News“ ausgezeichnet. Die Nachrichtenagenturen AP und AFP erhielten Preise für Foto-Journalismus.

Die in diesem Jahr zum 97. Mal vergebenen Pulitzer-Pr eise gelten als wichtigste Medien- und Kulturauszeichnungen der USA. Sie sind mit jeweils 10 000 Dollar (rund 7600 Euro) dotiert und werden am 30. Mai in der Columbia-Universität offiziell übergeben.

dpa

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