Radfahren ist groß in Mode: Das sind die Trends

Kassel. In London rollt es einfach schöner. Gerade hat der deutsche Fotograf Horst A. Friedrichs im Prestel-Verlag einen Bildband herausgegeben, in dem er Menschen aus der britischen Hauptstadt mit ihren Fahrrädern zeigt.

Die Menschen tragen schicke Anzüge und hippe Klamotten. Ihre Gefährte sind nicht von der Stange, sondern puristische Fixies, die auf jeglichen Schnickschnack verzichten, oder praktische Falträder. Gegen sie sieht jedes Auto alt aus. Schneller als die motorisierten Verkehrsteilnehmer kommen die Biker in der Stadt ohnehin voran.

Radfahren ist wieder groß in Mode - auch wenn man nicht so cool ausschaut wie die englischen Dandys. Deren Retro-Style bestimmt auch viele Modelle der neuen Saison wie beim gemütlichen Hollandrad. Wir stellen die Trends vor.

DAS FALTRAD

Immer griffbereit: Ein Londoner Geschäftsmann mit einem Faltrad von Brompton, wie ihn der deutsche Fotograf Horst A. Friedrichs in seinem Bildband „Cycle Style“ zeigt. Mit Klapprädern von einst haben die neuen Bikes zum Mitnehmen nichts mehr gemein.

Früher hieß es Klapprad und war verpönt. Heute heißt es Faltrad, kostet in guten Ausführungen von Herstellern wie Dahon mindestens 800 Euro und wird auch von Bankern durch die U-Bahn getragen. Der Musiker David Byrne (Talking Heads) hat gar ein ganzes Buch darüber geschrieben, wie er auf einem zusammenklappbaren Minirad die Metropolen der Welt erkundet. Für längere Touren ist das Faltrad nicht geeignet, aber für mobile Menschen, die es praktisch mögen, ist es ein Renner.

DAS 29-ZOLL-BIKE

Ursprünglich hatten Mountainbikes 26-Zoll-Reifen, um auch auf unwegsamen Single-Trails im Wald gut voranzukommen und wendig zu sein. Dabei ist Otto Normalbiker doch meist auf freier Strecke und Straßen unterwegs, auf denen größere Räder besser rollen. Firmen wie Cube haben das erkannt und bieten seit einigen Jahren 29-Zoll-Mountainbikes an.

Bei „Mauer’s Baikschopp“ in Kassel machen sie nach einem Boom 2011 schon 50 Prozent aller verkauften Bergräder aus. „Ein größeres Rad schluckt Unebenheiten besser“, sagt Inhaber Helmut Mauer. Alle sind von den zusätzlichen drei Zoll jedoch nicht überzeugt. Das Fachblatt „Bike“ berichtet von einem Glaubenskrieg. Größer ist also nicht immer besser.

DAS FIXIE

Ein Fixie ist cool: Nicht nur wenn man eine aerodynamische Vorderradspeiche hat.

Weniger ist mehr, lautete das Motto im Bahnradsport. Die Geräte hatten nur einen Gang und weder Freilauf noch Bremse. Fahrradkuriere haben Fixies oder Single-Speeds auf die Straße geholt, weil es kaum Verschleißteile gibt. 700 Euro kostet ein von Specialized mit Bremsen versehenes Fixie. Es sieht unschlagbar aus. Das Fahren ohne Gangschaltung in einer hügeligen Stadt wie Kassel ist jedoch nur etwas für Masochisten.

DAS E-BIKE

Räder mit ergänzendem Batterieantrieb sind der Motor für eine ganze Branche: 2011 stieg die Nachfrage nach E-Bikes um 55 Prozent. Schon jedes zwölfte verkaufte Rad ist ein Pedelec, für das man keinen Führerschein benötigt. Mit dem Motor unter dem Hintern kommen auch weniger gut Trainierte leicht voran. Zumindest solang der Akku hält - die meisten machen nach 60 bis 80 km Schluss. Die neuen Modelle sind leichter, und einige Anbieter haben schon E-Mountainbikes im Angebot. Das sehen die echten Biker jedoch gar nicht gern: Wer den Berg hinunter sausen will, soll ihn gefälligst auch ohne Hilfe hinaufgekommen sein.

Alle Fotos haben wir dem Bildband „Cycle Style“ von Horst A. Friedrichs entnommen (Prestel-Verlag, 176 Seiten, 200 Abbildungen, 24,95 Euro).

Von Matthias Lohr

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