Radio: Privatsender legen zu

Frankfurt/Main - Schlechte Nachrichten für ARD und Co.: Der aktuellen Media-Analyse zufolge, sind auf dem deutschen Radiomarkt die Privatsender auf dem Vormarsch.

Im Wettbewerb mit der ARD haben die Privatsender auf dem deutschen Radiomarkt Boden gutgemacht. Die Privatwellen werden täglich von 33,64 Millionen Menschen eingeschaltet - ein Zugewinn von 2,1 Prozent. Die öffentlich-rechtlichen Sender bleiben aber trotz eines Verlusts von 1,6 Prozent mit 38,28 Millionen Hörern weiter deutlich vorne. Dies geht aus der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse hervor. Rund 64 000 Menschen in Deutschland wurden nach ihren Lieblingsprogrammen befragt.

Meistgehörter Sender in Deutschland bleibt mit großem Abstand Radio NRW. Der private Verbund wird in der Stunde von Montag bis Freitag von durchschnittlich 1,67 Millionen Menschen (Bruttoreichweite: 1,74 Millionen) eingeschaltet. Die ebenfalls private Radio-Kombi Baden-Württemberg folgt mit 1,31 Millionen Hörern. Das öffentlich-rechtliche Bayern1 kommt mit 1,14 Millionen Hörern auf Platz drei, dicht gefolgt vom privaten Rivalen Antenne Bayern (1,10 Millionen). Die öffentlich-rechtliche Popwelle SWR3 liegt mit 1,09 Millionen auf Platz fünf.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Unter den bundesweiten Sendern kommt der Deutschlandfunk - allerdings nicht pro Stunde sondern pro Tag - auf 1,48 Millionen Hörer. Dies ist ein Verlust von 3,6 Prozent. Deutschlandradio Kultur kann täglich 449 000 Hörer für sich gewinnen, ein Plus von fast acht Prozent. Sogar um 17 Prozent zulegen kann das private Klassik Radio, das 931 000 Hörer hat. RTL Radio kommt auf 695 000 Hörer (plus 2,2 Prozent).

Jeder Mensch in Deutschland ab zehn Jahren hört im Schnitt 199 Minuten Radio täglich - der Wert ist trotz der Konkurrenz durch das Internet konstant geblieben. Bei der zweimal im Jahr organisierten Media-Analyse werden auch die Hörgewohnheiten von allen deutschsprachigen Ausländern berücksichtigt. Die Umfrage ist für die Sender wichtig, da sich daran die Preise für Werbespots orientieren. Den werbefreien Wellen geben sie zugleich Hinweise, wie ihr Programm ankommt. In der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse sind etwa 260 Unternehmen aus der Werbe- und Medienwirtschaft zusammengeschlossen.

dpa

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