Präsente für Raumfahrer

Weihnachtsgeschenke für die Raumstation ISS

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Weihanchten auf der ISS kann kommen.

Moskau - Weihnachten im All kann kommen: Mit Geschenken sind drei Raumfahrer nach zweitägiger Reise auf der ISS angekommen. Auf die neue Crew wartet auch ein umfangreiches Arbeitsprogramm.

Rund 50 Stunden nach ihrem Start sind drei Raumfahrer mit vielen Weihnachtsgeschenken an Bord der Internationalen Raumstation ISS gelandet. Das Sojus-Raumschiff mit den Kosmonauten Oleg Nowizki und Jewgeni Tarelkin sowie dem US-Astronauten Kevin Ford machte am Donnerstag um 14.29 Uhr MESZ an dem Außenposten der Menschheit fest. „Alles verlief völlig normal nach Plan“, sagte Flugleiter Alexej Krasnow von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Damit hat die ISS rund 415 Kilometer über der Erde wieder ihre Sollstärke von sechs Raumfahrern erreicht. Dort arbeiten außerdem der Japaner Akihiko Hoshide, die US-Amerikanerin Sunita Williams und der Russe Juri Malentschenko.

Nasa Space-Shuttles: Nach 30 Jahren in Rente

Nach 30 Jahren endet eine amerikanische Ära: Die Space-Shuttle-Flüge werden in ihrer bisherigen Form nicht mehr weitergeführt. Eine Fortsetzung ist ungewiss, die US-Regierung will künftig verstärkt auf privat finanzierte Raumschiffe setzen. © dpa
Billig, sicher und verlässlich sollte das Space-Shuttle nach den Vorstellungen der US-Weltraumorganisation NASA werden. Vor dem letzten Flug eines Shuttles, geplant für den 8. Juli, ist klar, es war nichts davon: Seit Beginn der Planung vor 40 Jahren hat das Shuttle-Programm der USA 196 Milliarden Dollar (135 Milliarden Euro) gekostet, weniger als die Hälfte der versprochenen Flüge wurden absolviert und 14 Astronauten kamen ums Leben. © dpa/dapd
Doch für viele hat das Space Shuttle abseits aller frühen Versprechungen andere Fortschritte mit sich gebracht: große wissenschaftliche Entdeckungen auf der Internationalen Raumstation ISS, beeindruckende Fotos aus dem All durch das Weltraumteleskop Hubble und durch die enge Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern nicht zuletzt eine Annäherung ehemaliger Feinde aus dem Kalten Krieg. © dpa/dapd
Das Space-Shuttle-Programm habe damit auf wichtige Art und Weise zum Fortschritt der Menschheit beigetragen, sagte der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush. Er war in der frühen Phase des Shuttle-Programms Vizepräsident - ein Posten, der traditionell auch die Aufsicht über die NASA beinhaltet. © dpa/dapd
Astronauten und Module für die ISS wurden ebenso mit dem Space Shuttle in den Erdorbit gebracht wie das Teleskop Hubble, das auch fünf Mal von Shuttle-Astronauten repariert und erweitert wurde. Space Shuttles haben die Erde 20.830 Mal umrundet, näher an weiter entfernte Plätze im All brachten sie die Menschheit jedoch nicht. © dpa/dapd
Nach dem ersten Flug eines Space Shuttles im April 1981 verlor die NASA im Laufe ihres Programms auch noch zwei ihrer Raumfähren. Sieben Astronauten starben als die “Challenger“ (Foto) 1986 kurz nach dem Start explodierte, sieben weitere kamen ums Leben, als die “Columbia“ 2003 bei ihrer Rückkehr zur Erde verbrannte. Vor sechs Jahren nannte der damalige NASA-Direktor Michael Griffin das Shuttle-Programm sogar einen Fehler. © dpa/dapd
Insgesamt haben die USA für die Space Shuttles mehr ausgegeben, als für die Appollo-Missionen zum Mond, die Konstruktion der Atombombe und den Bau des Panamakanals zusammen und mehr als doppelt so viel als ursprünglich geplant. Schuld ist vor allem das Design: Für die Besatzung waren nämlich zusätzliche - und teure - Sicherheitsvorkehrungen nötig, für seine Funktion als Transportschiff brauchte das Space Shuttle mehr Brennstoff und Leistung. © dpa/dapd
Ein weiteres Problem, als Präsident Richard Nixon 1971 der NASA ihr Shuttle genehmigte, war, dass es im Grunde nirgendwo hin konnte. "Der Plan war, über eine Raumstation als Startplatz in der Erdumlaufbahn letztlich zum Mars zu kommen", sagt der ehemalige NASA-Mitarbeiter George Mueller, der als Vater des Space-Shuttle-Programms gilt. Doch der Bau an der ISS begann erst 1998. © dpa/dapd
Für Astronaut Stan Love wurde mit dem Space Shuttle dennoch "ein riesiger Fortschritt in der Weltraumfahrt" gemacht, "auch wenn nicht alle Erwartungen erfüllt wurden". Dazu erzählt Love einen alten NASA-Witz: Das Space Shuttle sollte erstens billig und zweitens sicher sein und drittens die Raumfahrt in eine solche Routine verwandeln, dass es beinahe schon langweilig ist. Eins von drei ist gar nicht schlecht." © dpa/dapd

Neben den Geschenken brachte die am Dienstag vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) gestartete Sojus auch Forschungsgeräte ins All für neue Experimente. Am kommenden Mittwoch (31. Oktober) werde noch ein unbemanntes Progress-Raumschiff mit 2,5 Tonnen Nahrungsmitteln, Treibstoff und alltäglichen Dingen für die Crew zur ISS fliegen, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte.

Auf die neue ISS-Crew wartet ein umfangreiches Arbeitsprogramm - und eine Weihnachtsfeier. Die beiden Russen und der Amerikaner bleiben etwa 140 Tage im Orbit. Dagegen kehren Williams, Hoshide und Malentschenko am 12. November zur Erde zurück und feiern den Jahreswechsel mit ihren Familien.

Im Unterschied zu allen anderen Raumschiffen hob die Sojus am Dienstag nicht von jener Rampe ab, von der Juri Gagarin 1961 als erster Mensch ins All geflogen war. Der historische Startplatz wird modernisiert. Zum ersten Mal seit der ISS-Nutzung war diesmal die Rakete mit dem Raumschiff von Startplatz 31, einem Nachbau der „Gagarin-Rampe“, losgeflogen.

dpa

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