Seit einem halben Jahr vermisst 

Rebecca Reusch: Berliner Polizei verfolgt neue Theorie - war es ein Unfalltod? 

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Rebecca Reusch gilt seit sechs Monaten offiziell als vermisst. 

Knapp ein halbes Jahr gilt Rebecca Reusch bereits als vermisst, nun äußerten sich offenbar erstmals Ermittler über den mutmaßlichen Tatort. 

Update vom 20. August 2019: Ist Rebecca Reusch tatsächlich tot? Während Ermittler bereits kurz nach Verschwinden der Schülerin von einem Tötungsdelikt ausgegangen waren, scheint nun auch eine mögliche Unfalltheorie infrage zu kommen. Im Gespräch mit Focus Online erklärt Profiler Axel Petermann nun, sich bereits früh über die „einseitige Ermittlungsrichtung“ der Beamten gewundert zu haben.  

In dem Interview erklärt der Fachmann, dass es durchaus verständlich sei, sich bei einem starken Anfangsverdacht zunächst auf eine Theorie zu versteifen. „Nur hat das manchmal eben leider auch zur Folge, dass andere, zunächst weniger plausibel erscheinende Theorien für einen angenommenen Mord dann einfach automatisch vernachlässigt werden“, erklärt Petermann. 

Rebecca Reusch vermisst: Profiler fordert neuen Ansatz in den Ermittlungen

Zwei Wochen nach Verschwinden der 15-Jährigen waren sich Ermittler offiziell sicher: Rebecca kann das Haus ihres Schwagers nicht lebend verlassen haben. Nach diesem offiziellen Statement wunderte sich Petermann, „dass die Ermittler ganz offenbar außer Indizien nichts weiter in der Hand haben.“ Der 66-Jährige ist sich demnach sicher, dass sich die Berliner Ermittler „viel zu sehr auf den Schwager als einzigen möglichen Täter versteift haben könnten“. 

Gehe es nach Petermann, könne man den Fall nun trotzdem noch klären: „Es scheint mir an diesem Punkt sinnvoll, daher entweder als Mordkommission einen völlig neuen Ansatz zu verfolgen, ein völlig neues und bisher völlig an den Ermittlungen unbeteiligtes Team auf die Bewertung des Falles anzusetzen oder einen Fallanalytiker damit zu beauftragen, die Fakten und Hinweise unter völlig anderen Gesichtspunkten auszuwerten und Versionen zu bilden, was passiert sein kann - oder auch nicht.“

Rebecca Reusch: Berliner Polizei hält einen Unfalltod der Schülerin für möglich

Update vom 19. August 2019: Genau sechs Monate gilt Rebecca Reusch nun als vermisst. Seit dem 18. Februar fehlt von der Schülerin aus Berlin jede Spur. Mitte April wurde die aktive Suche nach dem Mädchen offiziell eingestellt, doch Ermittler beschäftigen sich noch immer mit dem Verschwinden der 15-Jährigen. Wie die Berliner Zeitung nun berichtet, äußerten sich Ermittler offenbar zum ersten Mal zu den Spuren am mutmaßlichen Tatort. 

Kurz nachdem Rebecca im Februar verschwunden war, geriet der Schwager des Mädchens in den Fokus der Ermittler. Zweimal wurde Florian R. festgenommen, mit einem Foto erklärten Ermittler ihn zum offiziellen Tatverdächtigen. Die Ermittler waren sich ebenfalls sicher: Rebecca ist tot. Die 15-Jährige kann das Haus ihrer Schwester nicht lebend verlassen haben. Doch wie konnten sich die ermittelnden Beamten in diesem Punkt so sicher sein? 

Wie die Berliner Zeitung nun von einem der Ermittler erfahren haben will, seien auch momentan noch zwei Fragen im Fokus der Beamten. Wurde Rebecca erwürgt oder verstarb sie eventuell durch einen Unfall? Demnach sei die endgültige Lösung dieser Frage ohne den Fund einer Leiche jedoch schwer, beide Theorien seien in dem Fall Rebecca möglich, will die Berliner Zeitung von Ermittlern erfahren haben. Wie das Blatt weiter berichtet, könnten diese beiden Theorien durch einen wichtigen Fakt untermauert werden. Demnach sei in dem Haus der Schwester und des Schwagers kein Blut von Rebecca gefunden worden. 

Die bereits kurz nach dem Verschwinden von Rebecca im Auto des dringend Tatverdächtigen gefundenen Haare, seien ebenfalls nicht von der 15-Jährigen. Wie das Blatt von den Fahndern weiter erfahren haben will, sei auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie von Rebecca ein Indiz für einen Unfall. 

19 Jahre galt Filiz Fricker aus Niedereschach als vermisst, nun konnten sterbliche Überreste der jungen Frau gefunden werden. Das Rätsel scheint gelöst.

Rebecca Reusch vermisst: Verzweifelte Mutter spricht im Fernsehen - „Manchmal hab ich Angst, dass...“

Ursprungsmeldung vom 12. August 2019: Berlin - Seit knapp sechs Monaten gilt Rebecca Reusch aus Berlin bereits als vermisst, noch immer fehlt jede Spur von der Schülerin. Die Ermittlungen in dem Kriminalfall scheinen ins Stocken geraten zu sein, doch eine nun veröffentlichte TV-Doku bringt noch nicht bekannte Erkenntnisse in dem Fall zutage.

Rund 45 Minuten dauert der von TV NOW veröffentlichte Film über das Verschwinden des Mädchens aus Berlin. „Wo ist Rebecca? Zwischen Hoffen und Bangen“ nennen die Filmemacher die Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse in dem Fall. In der Dokumentation kommen auch die Angehörigen der Vermissten zu Wort. Die Familie des Mädchens redet dabei offen über die Ermittlungen und gibt damit bisher unbekannte Fakten preis.

Rebecca Reusch aus Berlin noch immer vermisst: Familie spricht über Verschwinden

Die allgemeinen Geschehnisse rund um das Verschwinden der 15-Jährigen sind bekannt. Die Schülerin übernachtete an einem Sonntag im Februar im Haus ihrer älteren Schwester und deren Mann Florian. Am nächsten Morgen verlässt Jessica R. gemeinsam mit ihrer Tochter in aller Früh das Haus. Kurz zuvor kommt ihr Ehemann vom Feiern mit Kollegen nach Hause. Während Jessica R. ihre Tochter in die Kita bringt, legt sich Florian R. zum Schlafen ins Bett.

Doch an diesem Punkt unterscheiden sich nun die dargestellten Versionen des Morgens. Der später verdächtigte Schwager des Mädchens erklärt, direkt eingeschlafen zu sein. Wie die Eltern der Vermissten in der ausgestrahlten Doku jedoch erklären, gibt es bereits für diese Uhrzeit den ersten Verdacht der Polizei. Während der junge Mann im Bett gelegen und geschlafen haben will, sei Florian R. nämlich laut System in WhatsApp eingeloggt gewesen. Ein Widerspruch, der für die Polizei wenige Tage später ausschlaggebend sein wird.

Berlin: 15-jährige Rebecca Reusch verschwunden: Wo ist die Schülerin?

Die Mutter der 15-jährigen Schülerin erklärt in der TV-Doku dann den nächsten Verdachtsmoment der ermittelnden Beamten. Aus Sorge, ihre Tochter könne Verschlafen und zu spät zur Schule kommen, ruft Brigitte Reusch gegen 7.15 Uhr am betreffenden Montagmorgen bei ihrem Schwager auf dem Handy an. Er soll Rebecca wecken. Doch als Brigitte Reusch den später Tatverdächtigen anruft, drückt dieser sie weg.

„Da dachte ich: Naja gut im Schlaf. Dann mach ich mich fertig und fahr hin um mein Kind zu wecken. Dann rief mein Schwiegersohn aber zurück“, erklärt die dreifache Mutter in dem Interview. Als Florian R. mit dem Telefon am Ohr nach Rebecca sehen will, sei diese jedoch nicht mehr auf dem Schlafsofa im Wohnzimmer gelegen. Beide nehmen an, dass die 15-Jährige das Haus bereits Richtung Schule verlassen haben müsste. Das Verschwinden des Mädchens fällt deshalb erst am frühen Abend auf.

Berlin: Brigitte Reusch spricht in TV-Doku über Verschwinden von Rebecca

Wenige Tage später sucht dann die Polizei auch offiziell nach der verschwundenen Schülerin. Kurz darauf wird der Schwager des Mädchens zweimal festgenommen. Die Polizei veröffentlicht zeitgleich eine dramatische Meldung, denn die ermittelnden Beamten sind sich sicher: Rebecca kann das Haus nicht lebend verlassen haben. Durch welche Indizien oder Beweise die Ermittler den Tod der 15-Jährigen vermuten, bleibt unbekannt. Auch ein Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ bringt nicht den erhofften Erfolg.

In der nun ausgestrahlten TV-Doku dürfte durch eine Aussage der Staatsanwaltschaft Berlin jedoch wieder Hoffnung aufkeimen. Silke Becker erklärt: „Wir sind weit davon entfernt, von einem Cold Case zu reden. Selbstverständlich ist es möglich, dass sie noch lebt“. Für die Familie der Vermissten ein Hoffnungsschimmer. Brigitte Reusch erklärt in dem Interview dann unter Tränen: „Ich weiß noch, wie sie sich anfühlt. Aber manchmal hab ich Angst, dass ich sie verliere. Wie fühlt sie sich an?“

Video: Fall der vermissten Rebecca Reusch

Diese Personen werden ebenfalls vermisst:

Die Polizei Mannheim sucht nun nach der 15-jährigen Ha Anh N. aus Vietnam. Das Mädchen besuchte eine Sprachschule in Heidelberg, nun wird sie vermisst.

Die erst acht Jahre alte Aleksandra aus Sigmaringen wird bereits seit fünf Wochen vermisst. Die Polizei äußerte nun einen konkreten Verdacht.

Seit Freitag fehlt jede Spur von ihm, nun veröffentlichte die Polizei Erfurt ein Foto des vermissten Gerrit Störmer. Die Suche nach dem 26-Jährigen verlief bislang ohne Erfolg.

Die Polizei Rostock sucht seit Tagen nach der 32-jährigen Nadine Frehse. Die junge Mutter brachte ihr Kind vor ihrem Verschwinden noch zur Schule.

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