Polizei nimmt Salafisten in Köln fest

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Mehr als 100 radikalen Islamisten hatte die Polizei das Betreten des Kölner Stadtgebietes vorsorglich verboten.

Köln - Es ist pure Provokation: Rechtsextreme halten vor Moscheen Mohammed-Karikaturen hoch. In Bonn führte dies zu Gewaltausbrüchen von Islamisten. In Köln blieb es bei massiver Polizeipräsenz ruhig.

Nach schweren Ausschreitungen in Bonn hat die Polizei am Dienstag in Köln mit einem massiven Aufgebot neuer Gewalt von Islamisten vorgebeugt. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) waren ungefähr 1000 Polizisten vor Ort. Etwa zehn Salafisten wurden festgenommen. Mehr als 100 radikalen Islamisten hatte die Polizei das Betreten des Kölner Stadtgebietes vorsorglich verboten.

Ebenso wie am Samstag in Bonn hatte die rechtsextreme Splitterpartei Pro NRW wieder angekündigt, Mohammed-Karikaturen zeigen zu wollen, diesmal in der Nähe der noch entstehenden Kölner Zentralmoschee. Als die Behörden den Rechtsextremen das Zeigen der Karikaturen verboten, zogen sie vor das Verwaltungsgericht, welches das Verbot mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit im Eilverfahren kippte.

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In Köln riegelte die Polizei die Moschee-Baustelle ab. In einer Seitenstraße durfte das versprengte Pro-NRW-Häuflein - ungefähr ein Dutzend Leute - seine Kundgebung abhalten. Etwas weiter demonstrierten mehr als 300 Bürger gegen die Kundgebung. Auch eine ähnliche Kundgebung von Pro NRW in der Nähe einer Moschee in Düren verlief am Dienstag ohne Zwischenfälle.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, forderte: “Kein Fußbreit für Nazis!“ Der Bezirksbürgermeister von Köln-Ehrenfeld, Josef Wirges (SPD), sagte: “Es ist eine Unverschämtheit, heute, am Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus, sich hier hinzustellen und zu versuchen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen.“

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard wehrt sich gegen den Missbrauch seiner Mohammed-Karikatur durch Pro NRW. Er habe den Rechtsextremen niemals erlaubt, die Karikatur zu verwenden, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch). “Ich lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden.“

Am Samstag war es in Bonn bei einer Wahlkampfaktion von Pro NRW zu schweren Ausschreitungen zwischen radikalen Salafisten und der Polizei gekommen. 29 Polizisten wurden verletzt, zwei durch Messerstiche schwer. Gegen einen 25-jährigen Islamisten wurde Haftbefehl wegen versuchten Polizistenmordes erlassen.

dpa

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