Rechtsstreit um "Grüne Soße" beendet

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Ein Teller "Frankfurter Grüne Soße"

Frankfurt - Frankfurts Gärtner wollen seit Jahren ihre “Grüne Soße“ schützen lassen - aber ein Berliner Unternehmen bietet die Spezialität als Tiefkühlkost an. Nun wurde der Rechtsstreit zu den Akten gelegt.

Die traditionelle “Grüne Soße“ muss aus frischen Kräutern der Rhein-Main-Region bestehen. Das haben die Frankfurter Kräutergärtner nun auch schriftlich, nachdem sie sich in einem Streit vor dem Patentgericht mit einem Berliner Tiefkühlkost-Hersteller auf einen Vergleich geeinigt haben.

“Jetzt ist sicher, was vorher schon der Fall gewesen war“, sagt am Freitag der Geschäftsführer des Vereins zum Schutz der Frankfurter Grünen Soße, Thomas Södler, der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem Wohl der “Grie' Soß“ hatte sich zuletzt sogar das Bundespatentgericht befasst. “Wir haben unseren Einspruch jetzt aber zurückgenommen“, sagt Andreas Böckel, der Vertriebsleiter des Unternehmens Grötsch Tiefkühl-Backwaren (Berlin), das einen gefriergetrockneten Kräuter-Mix produziert.

Der bisherige Knackpunkt: Die meisten Zutaten für die “7 Kräutermischung für Frankfurter Grüne Soße“ von Grötsch stammten aus Rheinland-Pfalz, nicht aus den Frankfurter Gärten.

Fraglich war also, inwieweit das Produkt gegen einen geplanten Schutz der Mischung aus frischen Kräutern für die Traditionssoße verstoßen könnte. Grötsch setzte sich gegen den Beschluss des Bundespatenamtes zum Soßen-Schutz zunächst zur Wehr.

“Nach dem Vergleich werden wir unser Produkt aber in derselben Form weiter vermarkten können“, sagt Böckel. Denn Tiefgekühltes stört die Kräutergärtner nicht grundsätzlich, solange Mischung und die Zutaten stimmen und der Namen Verwechslungen ausschließt. “Dem Verein ging es um die Mischung aus frischen Kräutern, nicht um unser Produkt“, sagte Böckel. Das Unternehmen verkauft nach eigenen Angaben jährlich rund eine halbe Million Soßen-Packungen.

Frankfurts Kräutergärtner machen sich schon seit Jahren für die regionale “Grie Soß“ stark. “Wir haben nach über acht Jahren endlich die schwere Hürde in Deutschland genommen, jetzt benötigen wir noch den europaweiten Schutz als geschützte geografische Angabe aus Brüssel“, sagt Södler von der Schutzvereinigung. Für die Kräuter-Patrioten sei der Patentstreit auch existenziell wichtig: “Ihre Gärtnereien sind die letzte Bastion der heimischen Produktion im traditionellen Anbaugebiet.“

In Frankfurt ist “Grüne Soße“ als Mischung von frischen Kräutern in jedem Gemüseladen und auf jedem Wochenmarkt zu finden, als ganze Blätter oder kleingehackt und eingewickelt in weißes Papier mit grüner Aufschrift.

Sieben Kräuter gehören in Frankfurts “Nationalgericht“: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Kresse, Pimpernelle, Borretsch und Sauerampfer. Nur in Frankfurt und höchstens im Umkreis von rund 50 Kilometern gebe es das “echte“ Produkt in der richtigen Zusammensetzung und wirklich frisch, meinen die Kräuteranbauer.

Ob die Soße (beziehungsweise Sauce) mit Joghurt, Sahne, Essig, Öl, Schmand oder Mayonnaise angereichert wird, ist jedem selbst überlassen. “Zubereitung und Verwendung ist völlig frei, das ist seit Jahrzehnten so“, sagt Södler. Unzählige Variationen sind bekannt. Die Soße wird gekühlt mit gekochten Eiern und Salzkartoffeln gegessen oder aber mit Tafelspitz beziehungsweise Rindersolber.

dpa

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