Reibereien sind in der Pubertät ein gutes Zeichen

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"Lass mich einfach in Ruhe!": Zoff mit pubertierenden Jugendlichen muss man sich nicht immer zu Herzen nehmen. Häufig geht es ihnen darum, Eigenständigkeit zu entwickeln, so eine Expertin.

Am Sonntag gemeinsam frühstücken? Keinen Bock! Gemeinsam ins Schwimmbad? Das ist doch Kindergarten! Pubertierende treiben ihre Eltern mit ihrer Null-Bock-Haltung öfter mal an den Rand des Wahnsinns. So sollten Eltern reagieren.

Fürth - Zwischen Eltern und Teenagern gibt es häufig Streit. Zum Konflikt kommt es beispielsweise bei gemeinsamen Familienaktivitäten. Statt darauf zu beharren, sollten Eltern ruhig bleiben und keinen Druck machen.

"Dahinter steckt meist der Versuch der Kinder, eigenständig zu werden", erklärt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Das sollten Eltern unterstützen.

Auch wenn es oft anders wirkt: In den meisten Fällen müssen sich Eltern keine Sorgen machen, dass die Beziehung zu ihren Kindern in der Pubertät abbricht. Um am Ball zu bleiben, können sie versuchen, an die Interessen der Teenager anzuknüpfen - ohne sich krampfhaft anzubiedern. Dazu gehört beispielsweise, beim Interesse für Sport gemeinsam Fußball zu schauen, sich für beliebte Videos auf YouTube oder die Lieblingssendung zu interessieren.

Falls es hart auf hart kommt, hilft Eltern manchmal die Erinnerung an die eigene Pubertät: Wie war das noch mal mit den eigenen Eltern? Was fand man da blöd? Das hilft oft, Verständnis für den Nachwuchs aufzubauen. Und letztlich sollten Mutter und Vater wissen: "Die Abgrenzung schaffen Jugendliche leichter, wenn Eltern ihnen Grenzen zeigen", sagt Große Perdekamp. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, wenn der Nachwuchs alles blöd und peinlich findet, was die Erwachsenen machen.

dpa

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