Französischer Wirt verbannt Finanzexperten

Banker müssen 70.000 Euro Eintritt für Restaurantbesuch zahlen

+
Auch in den sozialen Netzwerken ein Thema: Die Geschichte des Gastronomen Alexandre Callet verbreitete unter anderem der französische Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon über seinen Twitter-Account.

Paris. "Hunde willkommen, Zutritt für Banker verboten – außer, sie zahlen 70.000 Euro": Dieses Schild hat Alexandre Callet vor der Tür seines Restaurants aufgestellt. Und er meint es ernst.

Das Lokal "Les Écuries de Richelieu" befindet sich in der Nähe der französischen Hauptstadt Paris. Der edle Laden läuft gut - er ist sogar in der Auflistung des berühmten Restaurantsfüheres Guide Michelin vertreten. Callet hatte "Les Écuries de Richelieu" vor sieben Jahren eröffnet. Da war der Gastronom erst 23 Jahre alt.

Kürzlich wollte der heute 30-Jährige expandieren und ein zweites Restaurant eröffnen. Doch die Banken machten ihm laut des britischen Blattes Daily Mail einen Strich durch die Rechnung: Sie gewährten ihm keinen Kredit. 70.000 Euro hätte Callet benötigt. Doch obwohl "Les Écuries de Richelieu" laut Welt schwarze Zahlen schreibt und Callet all seine Schulden für die Investition beglichen haben soll, kam eine Absage. Nach eigenen Angaben soll der Franzose "unzählige Banken" kontaktiert haben. Doch keine sagte zu. Laut Welt kam in der Regel nicht einmal eine Antwort auf seine Anträge. Nur eine Bank sagte postalisch ab.

Das wollte der Franzose nicht auf sich sitzen lassen. Deswegen beschloss er, einen Eintritt für Banker zu verlangen, die sein Restaurant besuchen. Die Schiefertafel vor dem Laden, auf der sonst die Tagesempfehlungen zu lesen waren, funktionierte Callet einfach um.

Gegenüber der Daily Mail sagte Callet: "Das ist hier nicht einfach eine Döner-Bude. Mein Restaurant steht im Guide Michelin, und Filmstars sind regelmäßig zu Gast. Viele der Banker, die daran beteiligt waren, meinen Kredit-Antrag abzulehnen, kennen meinen Laden. Und bislang kamen sie auch rein." Nun sind nur noch Nicht-Banker herzlich willkommen. Und Gäste mit Hunden - schließlich ist Callet selbst Hundebesitzer. da Callet der Hausherr ist und somit auch das Hausrecht hat, darf er entscheiden, wer unter welchen Bedingungen sein Lokal betritt.

Für Callet ist es auch ein symbolischer Akt, den Finanzexperten die kalte Schulter zu zeigen. Denn für Callet spiegele das Verhalten der Banken ihm gegenüber wider, wie sich die Banker-Szene angeblich fast allen französischen Unternehmern gegenüber verhalte.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.