Dramatische Rettungsaktion

In 1000 Metern Tiefe verunglückt: Helfer erreichen verletzten Höhlenforscher

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Einsatzkräfte der Bergwacht beraten das weitere Vorgehen am Untersberg in 1800 Metern Höhe beim Eingang in die Riesending-Schachthöhle.

Marktschellenberg. Dramatische Rettungsaktion: Fast tausend Meter tief im Gestein der Alpen muss ein schwer verletzter Höhlenforscher in der Dunkelheit ausharren und auf Rettung hoffen. Zwölf Helfer sind auf dem Weg in die Tiefe.

Hintergrund: Riesending-Schachthöhle - tiefste und längste Höhle Deutschlands 

Die Riesending-Schachthöhle auf dem Untersberg in den Berchtesgadener Alpen gilt als tiefste und längste Höhle Deutschlands. Das gigantische Gangsystem umfasst eine Länge von 19,2 Kilometern und ist 1148 Meter tief (Stand: Januar 2014). Die Höhle liegt sechs Kilometer nördlich von Berchtesgaden, direkt an der Grenze zu Österreich. Der Eingangsschacht wurde bereits 1995 entdeckt, blieb zunächst aber nahezu unbeachtet. Erst von 2002 an begannen Forscher, das System nach und nach zu erkunden. Die Erforschung der Höhle ist mühsam, da der Gangverlauf immer wieder durch Schluchten unterbrochen wird.

Nach einem Unglück in den Berchtesgadener Alpen bereiten Rettungskräfte die Rettung eines Höhlenforschers vor. Wie ein Sprecher der Bergwacht Chiemgau am Mittag sagte, sind mittlerweile zwölf Helfer in die Riesending-Höhle eingestiegen, um den schwer verletzten Mann zu retten.

Dabei kam ein vierköpfiges Team am Montagmorgen am Lager des 52-Jährigen auf etwa 950 Metern Tiefe an. Weitere Helfer richteten auf verschiedenen Ebenen Lager- und Biwakstationen ein. Inzwischen ist bis zu 400 Metern Tiefe auch eine telefonische Kommunikation möglich.

Die Rettungsaktion könnte sich noch über mehrere Tage hinziehen, hieß es. Der Mann hat schwere Verletzungen an Kopf und Oberkörper erlitten, weshalb die Bergung sehr kompliziert werden könnte. Spezialisten für Höhlenrettung sind im Einsatz.

Der Forscher aus dem Raum Stuttgart war am Sonntag mit zwei Begleitern in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands unterwegs, als es plötzlich zu einem Steinschlag kam. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er die Höhle nicht mehr aus eigener Kraft verlassen konnte. Einer der Begleiter war daraufhin zurückgeklettert, um Alarm zu schlagen, der andere war bei dem Verletzten geblieben.

Chronologie: Höhlenforscher in Gefahr

Höhlenforscher leben gefährlich. Nach Unfällen konnten schon viele von ihnen aus der Tiefe gerettet werden. Manchmal aber kamen die Helfer zu spät.

August 2013: Bergungstrupps können vier Höhlenforscher in Nordspanien retten, die drei Tage vermisst waren. Die drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 32 und 49 Jahren hatten sich in dem System von unterirdischen Gängen verirrt. Als das Quartett nicht zurückkehrte, alarmierte ein Kollege, der draußen gewartet hatte, die Retter.

Oktober 2010: Die Suche nach einem verschollenen französischen Höhlenforscher nimmt ein trauriges Ende. Rettungstaucher entdecken die Leiche des vermissten 45-Jährigen. Der Forscher aus Nizza hatte die Höhle in der südfranzösischen Flusslandschaft Gorges de l'Ardèche kartographieren wollen. Ein unterirdischer Erdrutsch versperrte ihm den Rückweg.

Dezember 2009: Nach Tagen in Todesangst werden drei Höhlenforscher in den Pyrenäen aus 700 Metern Tiefe gerettet. Die Forscher hatten nicht mit der Schneeschmelze gerechnet, ein unterirdischer Fluss schnitt ihnen den Rückweg ab. Einer von ihnen verbrachte seinen 31. Geburtstag in der Grotte im Bergmassiv La Pierre Saint-Martin.

November 2009: Helfer befreien einen zwölf Stunden lang unter Felsen eingeklemmten Höhlenforscher im Westerwald. Mehrere Steinbrocken hatten sich gelöst, als sich der 46-Jährige durch eine enge Stelle zwängte. Er war mit drei Kollegen unterwegs, die die Retter alarmierten. (dpa)

Weitere Einzelheiten zur Rettungsaktion folgen im Laufe des Nachmittags an dieser Stelle.

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