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„Plötzlich hörten wir Bellen“: Angler bergen 38 Hunde aus dem Wasser

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Begonnen hatte es als Angelausflug. Dann jedoch müssen zwei befreundete Angler und ihr Guide plötzlich geistesgegenwärtig sein. Und eine Rettungsaktion unternehmen.

Grenada, Mississippi – Eigentlich hatten sich zwei Angler einen ruhigen Tag am Wasser versprochen, als sie für ihren Angelausflug zum Grenada Lake im US-Bundesstaat Mississippi aufbrachen. Grund dafür war auch, dass sich die beiden Freunde Bob Gist, ein 61-jähriger State-Farm-Vertreter in Arkansas und Brad Carlisle, State-Farm-Vertreter in Tennessee, seit längerem nicht gesehen hatten, wie Gist gegenüber Fox News Digital einräumte. Ein entspannter Tag beim Angeln in Mississippi sollte es für die beiden jedoch nicht werden – im Gegenteil.

Bei einem Angelausflug erkennen drei Männer unzählige Hunde im Seewasser

Zunächst fuhren die beiden mit Jordan Chrestman, einem örtlichen Angelführer, auf das Wasser des Lake Grenada hinaus. Nachdem die beiden bereits in den frühen Morgenstunden angelten, dabei jedoch kaum Glück und einen schlechten Fang hatten, zogen sie mit Chrestman an eine andere Stelle mit einem vermeintlich besseren Fischgrund um.

„Wir entfernten uns etwa eine halbe Meile von unserem vorherigen Standort und begannen dort zu angeln“, beschreibt Gist den zweiten Angelversuch der beiden an diesem Tag. Wie aus dem Nichts dann erreicht die befreundeten Farmer und Angelfans aus dem Mittleren Westen der USA ein alarmierendes Signal: „Schon bald aber hörten wir einige Hunde bellen“, fügt er hinzu. 

Was sie dann erlebten, ließ die beiden mehr als verwundert zurück: „Schon bald sahen wir einige Hunde am Horizont im Wasser“, erklärt Gist weiter. „Wir fischten noch etwa 10 oder 15 Minuten weiter, und Jordan sagte: ‚Hey Leute, wenn es euch nichts ausmacht, müssen wir wirklich nach den Hunden sehen, denn sie sind weit draußen im Wasser‘“, fügt er hinzu. Also baten die beiden befreundeten Farmer Chrestman, sie zu den Hunden zu führen. Als das Boot vor Ort eintraf, konnten die ihren Augen erneut kaum trauen.

Die drei befreundeten Angler müssen Geistesgegenwart und Wagemut zeigen

Vor ihnen im Wasser erkannten sie neben den zahlreichen Hunden dann auch noch ein Reh. Scheinbar wurde es von den Hunden gejagt und bis ins Wasser des Lake Grenada getrieben. „Wir waren einfach nur verblüfft, denn überall waren Hunde, und sie liefen alle in verschiedene Richtungen, weil sie das Ufer auf beiden Seiten nicht mehr sehen konnten“, sagt Gist. Denn, dass es Jagdhunde auf Wildtiere wie Rehe absehen, ist durchaus keine Seltenheit – diese Erfahrung mussten kürzlich auch Anwohner im niedersächsischen Verden machen

Schnell hätten die drei erkannt, dass es sich bei den Hunden um Jagdhunde handelt. Denn die Tiere hätten sichtlich teure GPS-Funkhalsbänder getragen. Ohne zu zögern nahmen die Männer die Hunde mit auf das Boot, damit sie nicht ertranken.

Was als entspannter Angelausflug im US-Bundesstaat Mississippi begann, endete als Erschöpfungsakt: Drei Männer mussten plötzlich eine Gruppe von 38 Hunden und ein Reh retten, weil die Hunde das Tier bis in einen See gejagd hatten.
Ein Jagdhund beim Schwimmen im Wasser eines Sees (Symbolbild) © IMAGO/Rich Wheater

„Wir fingen sofort an, die Hunde auf das Boot zu rufen, schnappten uns ihre Halsbänder und setzten sie in das Boot“, so Gist. Jeder von ihnen schnappte sich so viele Hunde, wie er tragen konnte, und brachte sie auf ihrem Boot unter, bis ihnen kein Platz mehr blieb. Chrestman gelang es, 25 bis 27 Hunde einzusammeln, wobei er darauf achtete, dass keiner der Welpen versuchte, zurück ins Wasser zu springen.

„Gelegenheiten, jemandem zu helfen, bieten sich ständig“

Als die Männer die Hunde ans Ufer zurückbrachten, stießen sie auf den panischen und um Hilfe rufenden Besitzer der Hunde. Nach der Rettung der zweiten Gruppe von Hunden erzählte ein Mann an Land Gist und den anderen, dass er den GPS-Tracker (werblicher Link) für die Hunde besitze und fragte, ob er sich der Rettung anschließen könne.

„Wir kamen mit der letzten Gruppe von Hunden zurück zur Rampe. Wir mussten die Hunde aus dem Boot ziehen, weil sie nicht aus unserem Boot aussteigen wollten. Sie hatten Angst, dass sie wieder ins Wasser gehen würden. Es war schrecklich“, betont Gist. Der immer noch erschreckte, aber glückliche Besitzer der Hunde versuchte, Chrestman sogar zu bezahlen. Der aber weigerte sich, eine Belohnung entgegenzunehmen.

„Die Gelegenheiten, jemandem zu helfen, bieten sich ständig“, sagt Gist zudem gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). „Wenn man etwas sieht, sollte man etwas tun“, unterstreicht er. Chrestman bezeichnete er als einen wahren Helden der Hunderettung. „Dieser Mann hier hat Geistesgegenwart bewiesen: Wenn wir nichts unternommen hätten, müssten wir nun 38 tote Hunde beklagen.“ (fh)

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