"Richter Bleifuß" parkte jahrelang im Halteverbot

+
Unter dem Namen "Richter Bleifuß" wurde ein Jurist aus Düsseldorf bekannt. Er sammelte 14 Punkte in Flensburg.

Düsseldorf - Sein rasanter Fahrstil brachte ihm den Spitznamen "Richter Bleifuß" ein. Nun kam heraus: Der Jurist parkte außerdem jahrelang im absoluten Halteverbot - ohne ein Knöllchen fürchten zu müssen. 

In die Kritik geraten war der Richter bereits im vergangenen Jahr, weil er sich mit umstrittenen Mitteln gegen Bußgeldbescheide gewehrt hatte, die ihn selbst betrafen. Ausgerechnet als Vorsitzender des Bußgeldsenats soll er damals mit mehreren Tempoverstößen 14 Punkte in Flensburg angesammelt haben.

Nun kam heraus: Der Richter am Düsseldorfer Oberlandesgericht hat seinen Wagen während des Dienstes jahrelang im absoluten Halteverbot geparkt. Dank einer Ausnahmegenehmigung der Stadt musste der 63-Jährige keine Knöllchen fürchten. Als ein Journalist der Sache nachging, war schnell damit Schluss: “Die Genehmigung ist inzwischen erloschen“, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Dienstag auf Anfrage. Sie sei seinerzeit aus Sicherheitsgründen erteilt worden, da für den Richter eine erhöhte Gefährdung angenommen worden sei. “Derzeit bestehen keine dienstlichen Gründe für diese Ausnahmegenehmigung“, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Ausnahmeregelung "aus Sicherheitsgründen"

Die “Neue Rhein Zeitung“ hatte über den Fall berichtet. Warum der Richter sicherer ist, wenn sein Auto nicht in der Gerichtsgarage, sondern am Straßenrand parkt, wollte niemand beantworten: “Zu Sicherheitsfragen äußern wir uns nicht“, hieß es. Als “Richter Bleifuß“ hatte der 63-Jährige für Stirnrunzeln gesorgt, weil er Video-Abstandsmessungen der Polizei ohne Anfangsverdacht als unzulässig eingestuft hatte.

In einem Parallelverfahren musste er sich seinerzeit selbst wegen zu geringen Abstands verantworten, zog seine Einsprüche gegen Bußgeldbescheide aber zurück, als die Sache publik wurde. Im Mai vergangenen Jahres wurde ihm der Vorsitz über den Bußgeldsenat des Gerichts entzogen. Der Jurist war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

dpa 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.