Bericht von US-Forschern

Riesen-Insekten: So wurden sie verdrängt

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Auf der visuellen Darstellung der Universität Bonn ist das Modell der ältesten bisher gefundenen Stechmücke an einer Blüte dargestellt

Washington - Mit der Entwicklung der Vögel vor etwa 150 Millionen Jahren ging es den riesigen Insekten auf der Erde an den Kragen. Das haben US-Forscher herausgefunden.

Während sie bis dahin zeitweise gigantische Ausmaße erreicht hatten, waren nun auf einmal kleinere und wendigere Insekten im Vorteil, die den Verfolgern in der Luft besser ausweichen konnten. Dies berichten US-Forscher in den “Proceedings“ (Online Vorab) der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Bisher hatten viele Forscher angenommen, dass vor allem der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre die Körpergröße der Insekten bestimmt hatte. Dieser Theorie zufolge begünstigt ein hoher Sauerstoffgehalt die Entwicklung besonders großer Insekten. Denn bei hohen Sauerstoffwerten können die Tiere über ihre starren Tracheen, die sie anstelle von Lungen besitzen, noch genügend Sauerstoff aufnehmen, um ihren Körper und - bei fliegenden Insekten - vor allem die Flugmuskeln zu versorgen.

Diese Annahme ist wohl auch richtig, aber nur in den ersten 150 Millionen Jahren der Insekten-Evolution, berichten Matthew Clapham und Jered Karr von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz. Sie hatten mehr als 10 500 fossile Insekten aus den vergangenen 320 Millionen Jahren untersucht und die Länge der Flügel mit dem jeweils zu Lebzeiten vorhanden Sauerstoff in der Atmosphäre verglichen.

Demnach variierte die Größe der Insekten tatsächlich mit dem Sauerstoffgehalt. Vor 300 Millionen Jahren flatterten die größten Insekten durch die Luft, zum Beispiel Riesenlibellen mit einer Flügelspannweite von bis zu 70 Zentimetern. Das ist größer als bei vielen heute lebenden Vögeln. Sanken die Sauerstoffwerte, wurden auch die Insekten kleiner.

Das Bild änderte sich vor etwa 150 Millionen Jahren. Trotz hoher Sauerstoff-Werte wurden die Insekten plötzlich kleiner - genau zu dem Zeitpunkt, als die Vögel auf der Bildfläche auftauchten. Vor 90 bis 65 Millionen Jahren schrumpften die Insekten vermutlich noch einmal. Da es aus dieser Zeit nur wenige fossile Überreste gibt, sei die Entwicklung nicht allzu gut nachzuvollziehen, schränken die Autoren ein. Es gebe mehrere mögliche Gründe dafür, etwa die Entwicklung der Fledermäuse oder das Massensterben am Ende der Kreidezeit.

dpa

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Ameisen werden bis zu sieben Jahre alt. © dpa
Bären werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Eintagsfliegen werden nur einen Tag alt. © dpa
Elefanten werden bis zu 85 Jahre alt. © dpa
Enten werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Füchse werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Hirsche werden bis zu 35 Jahre alt. © dpa
Hunde werden bis zu 15 Jahre alt. © dpa
Kakadus werden bis zu 100 Jahre alt © dpa
Kanarienvögel werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Karpfen werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Katzen werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Kröten werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Krokodile werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Löwen werden bis zu 35 Jahre alt © dpa
Maikäfer werden bis zu sechs Wochen alt. © dpa
Mäuse werden bis zu drei Jahre alt. © dpa
Nashörner werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Pferde werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Regenwürmer werden bis zu zehn Jahre alt. © dpa
Riesenschildkröten werden bis zu 180 Jahre alt. © dpa
Schimpansen werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Manche Schmetterlinge werden nur einen Tag alt. © dpa
Steinadler werden bis zu 100 Jahre alt. © dpa
Uhus werden bis zu 70 Jahre alt. © dpa
Wale werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Wespen werden bis zu einem Jahr alt. © dpa
Wildgänse werden bis zu 80 Jahre alt. © dpa

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