Einsatz an mehr als 50 Objekten

Riesen-Razzia gegen Hells Angels: Rocker-Anwalt kritisiert Einsatz

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Das Motorrad eines Hells Angels wird in Erkrath (Nordrhein-Westfalen) sichergestellt.

Am Mittwochmorgen gibt es mehrere Razzien der Polizei in NRW: Ziel: Die Hells Angels.

Düsseldorf - Schlag gegen die Hells Angels am Mittwochmorgen! Es sind mehr als 700 Polizisten an über 50 Gebäuden in NRW im Einsatz. 

Der Einsatz läuft seit 6 Uhr: In Erkrath, Wülfrath, Düsseldorf, Ratingen, Wuppertal, Köln, Leverkusen, Bergheim, Neuss, Pulheim, Kevelaer, Goch, Rösrath, Heiligenhaus, Krefeld und Warendorf sollen dutzende Geschäfte und Wohnungen durchsucht werden. Nach Angaben der Polizei Essen sind insgesamt 16 Städte betroffen. 

Einige Einsätze gelten als besonders gefährlich, an einigen Objekten setzen die Beamten deswegen Rocker-Spezialkommandos, Einsatzhundertschaften und szenekundige Ermittler ein. 

Die Polizeiführerin, Leitende Kriminaldirektorin Martina Thon: „Der Innenminister und die nordrhein-westfälische Polizei gehen mit dem Vereinsverbot konsequent gegen Rockerkriminalität vor. Sie machen deutlich, dass sie das kriminelle Tun dieser Gruppierung nicht dulden und die Bevölkerung vor deren Machenschaften schützen."

"Der Rechtsstaat nimmt nicht hin, dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden", erklärte der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) laut Mitteilung.

Hintergrund der Razzien ist ein Vereinsverbot: Den Verein Hells Angels MC Concrete City aus Ekrath und die Teilorganisation Clan 81 Germany hat das Innenministerium NRW verboten. Zweck und Tätigkeit des Rockerclubs und seiner Mitglieder verstießen gegen Strafgesetze, hieß es in einer Begründung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums."Der Rechtsstaat nimmt nicht hin, dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden", erklärte der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) laut Mitteilung. Deshalb sei das Verbot ein wichtiges Signal.

"Die Mitglieder des Vereins sind nachweislich kriminell. Ihr Alltag besteht aus Gewalt, Waffen, Drogen und Zwangsprostitution", so Reul weiter. Das Verbot sei Bestandteil einer Null-Toleranz-Strategie der neuen Landesregierung gegen kriminelle Rockerbanden.

Matthias Kernstock

Hells-Angels-Anwalt kritisiert Polizeieinsatz gegen Rocker

Ein Rechtsanwalt der Hells Angels hat den Großeinsatz der Polizei gegen die Rocker im Rheinland kritisiert. Die Polizei sei über das Ziel hinausgeschossen, sagte Rechtsanwalt Wolf Bonn am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. „Da sind Dinge beschlagnahmt worden, die nicht vom Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf umfasst sind“, sagte Bonn, der die Hells Angels und den Clan 81 vertritt.

Der Gerichtsbeschluss erlaube zwar die Beschlagnahme von gewissen Beweismitteln, die Polizei habe aber auch Privateigentum wie etwa Motorräder, Uhren, Bargeld und sogar eine Bachelor-Arbeit mitgenommen.

„Wir versuchen nun, uns einen Überblick über die Maßnahmen und betroffenen Personen zu verschaffen und prüfen rechtliche Schritte gegen das Vereinsverbot“, sagte der Anwalt. Die Polizei in Essen bestätigte, dass auch Motorräder beschlagnahmt worden seien, außerdem Rockerkutten und Computer.

Polizisten stehen in Erkrath (Nordrhein-Westfalen) vor der Wohnung eines Mitgliedes der Hells Angels.

Bei der Durchsuchung von 50 Wohnungen und Geschäftsräumen in 16 Städten beschlagnahmten die Beamten neun Motorräder, 15 Kutten und elf Geldspielautomaten, aber auch Messer, Schusswaffen und Drogen, wie Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf sagte. Außerdem fanden die Beamten mehr als 60.000 Euro Bargeld, das der nunmehr verbotenen Rockergruppierung zugerechnet wird und ebenfalls beschlagnahmt wurde.

dpa

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