Riesen-Silberfisch in Portugal entdeckt

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Das Bild der Universität Aveiro in Lissabon zeigt einen mit Fühlern etwa zehn Zentimeter langen Silberfisch. Enteckt wurde das bislang unbekannte Insekt von von einer Biologin in vier Höhlen in der Touristenregion Algarve.

Lissabon - Wir kennen sie nur in der kleinen Variante aus dem Badezimmer: Silberfische. Im Süden Portugals haben Forscher jetzt einen zehn Zentimeter großen Riesen-Silberfisch entdeckt.

Bei dem etwa drei Zentimeter reiner Körperlänge handele es sich um „das größte unter der Erde lebende Insekt Europas“, berichtete am Mittwoch die zuständige Universität von Aveiro. Wenn man die langen Fühler am Kopf und am Hinterleibsende hinzurechne, komme das Urtierchen auf stolze zehn Zentimeter, hieß es. Die zu den flügellosen Insekten zählenden Silberfischchen, die häufig in Küchen und Badezimmern zu finden sind, werden lediglich sieben bis zehn Millimeter lang.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

Die bislang unbekannten pigmentlosen Riesen-Silberfische wurden von der Biologin Ana Sofia Reboleira in vier Höhlen in der Touristenregion Algarve entdeckt und gehören den Angaben zufolge einer völlig neuen Art und Gattung an. Die Insekten, die den wissenschaftlichen Namen Squamatinia algharbica tragen, kommen nie ans Tageslicht und haben deshalb auch keine Augen. „Außerhalb der Höhlen können sie nicht überleben“, sagte Reboleira. Die Biologin bezeichnet die Tiere als „biogeographisches Relikt“, die „oberhalb der Erdoberfläche keine Familienangehörigen mehr haben“.

„Sie haben irgendwann einmal unter der Erde Zuflucht gesucht und so mehrere Klimaepochen überlebt“, fügt die 31-jährige Forscherin erklärend an. Die „herkömmlichen“ Silberfischchen ernähren sich vor allem von Mehl und Zucker, fressen aber auch Stoff und Papier. Wovon sich die nun entdeckte Tierart ernähre, wisse man noch nicht, aber im Mageninhalt seien Pflanzenzellen gefunden worden, verriet die Forscherin. Da es unterhalb der Erde aber kein Licht und demzufolge auch keine Photosynthese gebe, hätten diese Tiere sicher nur sehr wenig Nahrung zur Verfügung. Man könne deshalb davon ausgehen, so Reboleira, dass die Tierpopulation sehr klein sein müsse.

dpa

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