Startbahn viel zu kurz

Gestrandete Riesenboeing hebt ab 

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Der Dreamlifter saß in Kansas fest.

Wichita - Ein riesiges Frachtflugzeug vom Typ Boeing-„Dreamlifter“ ist auf dem falschen Flughafen im US-Bundesstaat Kansas gelandet - mit einer zu kurzen Startbahn.

Bei Boeing ist man mächtig stolz auf den Dreamlifter, von dem es weltweit nur vier Exemplare geben soll. Um das riesige Frachtflugzeug (71 Meter lang, 64 Meter Spannweite) in die Luft zu bekommen, braucht es allerdings eine 2,8 Kilometer lange Startbahn. Blöd, dass die vom Jabara-Airport in Wichita im US-Staat Kansas mit rund 1,8 Kilometern viel zu kurz ist.

So sieht es aus, wenn der Cargoriese abhebt.

Dort war die aus New York kommende Maschine laut CNN bereits am späten Mittwochabend gelandet - "aus Versehen", wie es heißt. Ursprünglich sollte der Mammutflieger die rund 20 Kilometer entfernte McConnell Air Force Base anfliegen.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Washington-Touristen kennen den nervigen Fluglärm über der US-Hauptstadt: Der Reagan National Airport befindet sich mitten in der Stadt zwischen zwei Flugverbotszonen. Piloten müssen beim Landen Gebäude wie das Pentagon und das CIA-Hauptquartier meiden und während des Starts schnell an Höhe gewinnen, um nicht ins Weiße Haus zu fliegen. © AP
Flughafen gefährlich
Der Anflug auf den Flughafen Santa Catarina ist eine Belastungsprobe für Flugpersonal und Passagiere. Piloten müssen für den Anflug speziell ausgebildet werden: Die Landebahn ist nicht nur extrem kurz, sondern verläuft auch noch direkt an einem Steilküstenabhang. Die Piloten müssen lange auf die Berge zufliegen und erst im letzten Augenblick das Steuer rechts herumreißen, um auf dem Rollfeld zu landen. © dpa
Die Rollbahn des Toncontin-Flughafens in Tegucigalpa (Honduras) ist mit 1863 Metern die weltweit kürzeste eines internationalen Airports. Größere Flugzeuge können hier nicht landen. Vor der Landung muss der Pilot bergiges Gelände überfliegen, primitive Navigationsausrüstung machen den Flughafen zusätzlich gefährlich. Bei schlechter Witterung müssen die Flugzeuge oft nach San Salvador ausweichen. © dpa
Insel Barra
Auf der westschottischen Insel Barra muss ein Sandstrand als Flugfeld herhalten. Die Größe des "Rollfelds" hängt ganz von den Gezeiten ab. Simple Autoscheinwerfer auf dem Parkplatz weisen Piloten nachts den Weg über die flache Bucht. © dpa
La Guardia und Newark
Viel beflogen, aber ziemlich gefährlich: der John F. Kennedy Airport in New York. Die Herausforderung für die Piloten besteht im Vermeiden von Flugzeugen anderer Flughäfen in der Nähe - La Guardia und Newark. Die Crew ist gezwungen, etwa 460 Meter Abstand und eine Sicht von knapp 8000 Metern zu haben, bevor sie die Landebahn anfliegen dürfen. © dpa
Am 9. November 2007 kam ein Flugzeug der Airline Iberia von der Landebahn in Quito, Ecuador, ab (Foto). Piloten fürchten die abschüssige Landebahn der ecuadorianischen Hauptstadt seit langem. Der Flughafen liegt nur wenige Minuten vom Finanzzentrum entfernt und ist umringt von einer Wohnsiedlung. Das Problem wurde jedoch erkannt. Ein neuer Flughafen einige Kilometer entfernt gebaut. © dpa
Am 19. Februar 2013 schließt der berüchtigte Flughafen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito für immer. © AP
Der Flugplatz von Lukla in Nepal ist nur 527 Meter lang und 20 Meter breit. Die Landebahn neigt sich um 12 Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter. Die Piloten haben nur einen Versuch, Durchstarten ist wegen der Hochgebirgslage unmöglich. Eine lebensgefährliche Angelegenheit: Auch eine Reisegruppe aus München stürzte hier 2008 in den Tod. © dpa
Die Startbahn der 13-Quadratkilometer-Insel Saba auf den Niederländischen Antillen ist gerade mal 400 Meter lang und säumt eine Steilküste. Der Flughafen der Karibikinsel ist außerdem sehr anfällig für Sturmböen. © dpa
Unglaublich: Eigentlich ist der Flughafen von St. Maarten, Karibik, nur für kleine und mittlere Jets geeignet. Piloten größerer Flieger müssen die Landebahn (2180 Meter lang) daher sehr tief über dem traumhaften Sandstrand von Maho Beach und seinen Urlaubern anfliegen und berühren dabei fast den zehn Meter hohen Sicherheitszaun. © dpa
Höchste Präzision erfordert der Landeanflug auf den Flughafen von Gibraltar, Südspanien. Der kleine Airport liegt zwischen der Bucht von Algeciras und dem Mittelmeer. Das Rollfeld ist knapp 1830 Meter lang. Wie auf den anderen kleineren Flughäfen brauchen Piloten hier eine Spezialausbildung. © dpa

Nach stundenlangen Berechnungen hob der umgerüstete 747-Jumbo-Jet erfolgreich vom kleinen Jabara Provinzflughafen in der Nähe der Stadt Wichita ab. Weil der Flieger auf seinem Weg von New York bereits viel Treibstoff verbraucht und er dadurch Gewicht verloren hatte, reichte die Startbahn von knapp 1900 Metern aus. Gute Wetterbedingungen kamen hinzu. Ingenieure hatten nach der Landung am Mittwochabend (Ortszeit) die ganze Nacht Berechnungen angestellt, ob sich der Koloss auf der kurzen Strecke in die Lüfte heben würde, sagte eine Flughafensprecherin laut CNN. Ein Pilotenteam kam aus New York, um den Start zu begleiten.

Sicherheitsvorkehrungen stellten sicher, dass das heikle Manöver nicht von Schaulustigen behindert wird. Die Polizei sperrte umliegende Straßen und rief Anwohner dazu auf, dem Flughafen fernzubleiben. „Gaffer haben schon Unfälle verursacht“, sagte ein Sprecher der Flughafenpolizei. Eine Untersuchung soll nun klären, wie die Piloten ihr Ziel beim Anflug verfehlen konnten.

Wie der TV-Sender CNN berichtete, landete er nur wenige Minuten später am weniger als 20 Kilometer entfernten eigentlichen Zielflughafen. Das Flugzeug hatte Bauteile für Flugzeuge geladen.

kb/dpa

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