#Schokotrip: 100.000 Tafeln gingen ratzfatz weg

Superfood statt Hanfdroge: "Schoko & Gras" von Ritter Sport ausverkauft

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Der Traum aller Kiffer? Eher nicht, denn die Ritter-Sport-Variante mit Hanfsamen macht nicht high.

Nach der irren Einhorn-Schokolade macht Ritter Sport Schlagzeilen mit einer Hanf-Variante. "Schoko & Gras" war schnell ausverkauft. Dabei macht sie gar nicht high.

Früher war die Firma Ritter Sport ein bisschen langweilig. Das Familienunternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart ging nicht an die Börse, sondern verkauft seit mehr als 100 Jahren einfach Schokolade. Schon früh zahlten die Schwaben Kakaobauern in Nicaragua freiwillig einen höheren Preis, und die Energie am Firmensitz der 9000-Einwohner-Stadt stammt ausschließlich aus Ökostrom. Eigentümer Alfred Theodor Ritter sorgte einmal mit dem Bekenntnis für Aufsehen: "Von mir kam nicht so viel Neues. Warum auch? Der Slogan, das Image, die Qualität haben immer gestimmt." Man stelle sich so eine Aussage von einem Apple-Chef vor.

Ritter Sport war der iPod unter den Schokoladen. Schlicht, aber mit Stil. Und jetzt sorgt das Traditionsunternehmen mit immer neuen Gags für Schlagzeilen. Vor eineinhalb Jahren gab es plötzlich Einhorn-Schokolade, und nicht nur bei Instagram, wo sich die meisten Fans des Fabelwesens ihre Zeit vertreiben, drehten unter dem Hashtag #glittersport alle durch. Es gab auch schon eine "Circus Halligalli"-Variante. Nun folgte die nächste Pointe: Am internationalen Cannabis-Tag am Freitag brachte Ritter Sport eine limitierte "Schoko & Gras"-Edition auf den Markt. Die gibt es nicht einmal in der kultigen Berliner Schokowelt, in der sich Ritter-Sport-Fans ihre ganz persönliche Mischung zusammenstellen können.

Dieses Video ist ein Inhalt des Videomarktplatzes Glomex und wurde nicht von der HNA produziert.

Für manchen Kiffer war das wie Weihnachten. Jetzt kann man auch durch Naschen high werden. Das Problem: "Ritter Sport" mischte seiner neuen Kreation zwar 7,5 Gramm Hanfsamen bei, allerdings enthält das kein THC, das für den Rausch sorgt, sondern nur außergewöhnlich viele Nähr- und Ballaststoffe sowie Eiweiß. "Schoko & Gras" ist darum kein Joint, sondern eher Superfood, das bei gesundheitsbewussten Hipstern cooler als jede Droge ist.

Schick sah auch die Kampagne der Hamburger Agentur Elbkind aus. Bei Twitter gab es sogleich den Hashtag #Schokotrip. Das neue Produkt wurde nicht als "komplett legal" angepriesen, sondern als "komplett egal". Und als die 100.000 Tafeln umfassende Sonderedition über den Webshop ausverkauft war, wurde sofort vermeldet: "Das Gras ist alle."

Einige Exemplare werden wie die Einhorn-Variante schon jetzt bei Ebay angeboten - für einen Preis, für den man in einem Amsterdamer Coffee-Shop das ganze Lager kaufen kann. Ein findiger Geschäftsmann verlangt bereits jetzt 149 Euro.

Ihre unverwechselbare Form bekam die Schokolade aus Schwaben übrigens, nachdem die Firmengründerin Clara Ritter 1932 Fußballer auf dem Weg zum Training beobachtet hatte, deren längliche Tafeln für die Halbzeitpause nicht in die Jackentasche passten und zerbrachen. Vielleicht werden die Dealer am Hauptbahnhof ihr bald dankbar sein und keine Cannabis-Tütchen aus ihrer Jackentasche ziehen, sondern die quadratische, praktische und gute "Hanf & Gras"-Variante von Ritter Sport.

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