1. Startseite
  2. Welt

Affenpocken breiten sich aus: „Alle Fälle in Deutschland sind Männer“

Erstellt:

Von: Fee Halberstadt, Sophia Lother, Lucas Maier, Sarah Neumeyer

Kommentare

Die Affenpocken-Fälle nehmen auch in Deutschland immer weiter zu. Der erste Patient ist laut einer Klinik nun wieder genesen.

Update vom Mittwoch, 8. Juni, 11.31 Uhr: Rund drei Wochen nach dem ersten Nachweis von Affenpocken hierzulande ist die Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Infektionen auf 113 gestiegen. „Alle dem RKI übermittelten Fälle in Deutschland sind Männer“, teilte eine Sprecherin des Instituts am Mittwoch (8. Juni) auf Anfrage mit. Am Dienstag waren dem RKI bundesweit 80 Fälle bekannt gewesen. 

Ein großer Teil der gemeldeten Ansteckungen geht auf die Hauptstadt zurück: Die Berliner Gesundheitsverwaltung wies mit Stand Dienstagabend 72 Betroffene aus, von denen 13 im Krankenhaus behandelt würden. Deutschland scheint bisherigen Daten zufolge neben Ländern wie Großbritannien, Spanien und Portugal zu den europäischen Ländern mit besonders vielen Virus-Nachweisen zu zählen.

Affenpocken in Deutschland: Zahl der Fälle nimmt weiter zu.
Affenpocken in Deutschland: Zahl der Fälle nimmt weiter zu. (Archivbild) © Cynthia S. Goldsmith/DPA

Affenpocken in Deutschland: Erster Patient wieder genesen

Update vom Dienstag, 7. Juni, 14.45 Uhr: Der erste Mensch, bei dem in Deutschland Affenpocken festgestellt worden waren, ist laut einer Meldung des Krankenhauses genesen. Der 26-jährige Brasilianer wurde nach rund zwei Wochen Behandlung symptomfrei aus der Behandlung entlassen, teilte die München Klinik am Dienstag mit. Ein zweiter Patient sei bereits in der Vorwoche in häusliche Isolation entlassen worden.

Beide Patienten hätten an milden Krankheitsverläufen mit den charakteristischen Hautveränderungen wie Pusteln und Pocken gelitten. Weitere Menschen mit der Virusinfektion würden derzeit nicht in der Münchner Klinik behandelt.

Affenpocken-Virus in Deutschland: Inzwischen 80 Fälle nachgewiesen

Update von Montag, 6. Juni, 14.05 Uhr: Die Infektionen mit dem Affenpockenvirus steigen weltweit und auch in Deutschland weiter an. Für die Bundesrepublik meldet das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell 80 Fälle von Affenpocken aus neun Bundesländern. In Großbritannien wurden inzwischen mehr als 302 Fälle der Affenpocken nachgewiesen.

In diesen Bundesländern wurden bisher insgesamt 80 Fälle von Affenpocken bekannt
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Hamburg
Hessen
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Sachsen-Anhalt
Quelle: RKI (Stand 07. Juni)

Affenpocken in Deutschland: Neue Fälle in Baden-Württemberg

Update von Montag, 6. Juni, 14.05 Uhr: Die Zahl der bestätigten Fälle von Affenpocken in Ländern, in denen das Virus sonst nicht kursiert, ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 780 gestiegen. Die Infektionen wurden vom 13. Mai bis 2. Juni aus 27 überwiegend westlichen Ländern gemeldet, wie die UN-Organisation am Sonntag in Genf mitteilte. Weiterhin seien hauptsächlich, aber nicht ausschließlich Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. Die Mehrheit der Fälle (688) wurde aus europäischen Ländern gemeldet.

In Baden-Württemberg sind drei neue Fälle von Affenpocken nachgewiesen worden. Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Stuttgart. Die betroffenen Menschen kämen aus dem Alb-Donau-Kreis, dem Kreis Ravensburg und dem Stadtkreis Freiburg. Sie seien in häuslicher Isolation und nicht im Ausland gewesen. Die Schwere der Symptome sei nicht so, dass sie ins Krankenhaus müssten, sagte der Sprecher. Das Landesgesundheitsamt habe die Fälle über das Pfingstwochenende bestätigt. Die Kontaktnachverfolgung laufe. Für Deutschland hatte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag (3. Juni) 65 übermittelte Affenpocken-Fälle aus neun Bundesländern gemeldet.

Affenpocken in Deutschland: Erster Fall im Raum Hannover nachgewiesen

+++21.00 Uhr: Das Affenpocken-Virus breitet sich immer weiter aus und ist nun auch in der Region Hannover angekommen, wie auf der Webseite des Gesundheitsamtes Hannover steht. Am Freitagnachmittag (3. Juni) wurde die Infektion nachgewiesen und die Nachverfolgung aller Kontaktpersonen begann. Bei der betroffenen Person handelt es sich um einen Reiserückkehrenden aus Spanien. „Wir haben damit rechnen müssen, dass es auch Fälle von Affenpocken in der Region Hannover geben wird. Das Gesundheitsamt leitet dazu alle notwendigen Schritte ein. Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein Grund zur Sorge“, sagte der Regionspräsident Steffen Krach. 

+++ 17.00 Uhr: Die Zahl der Affenpocken-Fälle hat sich in Berlin seit Montag (30. Mai) verdoppelt. Das berichtet der Tagesspiegel. Die Gesundheitsverwaltung rechnet mit weiteren Fällen, wie sie auf Tagesspiegel-Anfrage mitteilte. Bis Donnerstagabend (2. Juni) wurden in Berlin 39 Infektionen registriert, neun Patienten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Am Montag waren es noch 18 Fälle. Alle gemeldeten Fälle beträfen Männer, hieß es. Weitere Angaben, wie zum Beispiel der Impfstatus der Betroffenen bezüglich einer Pockenimpfung und zur Schwere ihrer Erkrankung, lehnte die Verwaltung unter Verweis auf den Datenschutz ab.

Affenpocken: Hohe Zahlen in Großbritannien

Update von Freitag, 3. Juni, 12.30 Uhr: In Großbritannien ist die Zahl von Affenpocken-Infektionen weiter angestiegen. Mehr als 183 Fälle meldet die UK Health and Security Agency aktuell. Auch sei es erstmals zu einer Infektion zwischen zwei Personen in England gekommen. Auch in Deutschland spitzt sich die Lage zu.

Wie das Robert Koch-Institut mitteilt, hat sich die Zahl der Infektionen mit dem Affenpocken-Virus inzwischen auf 65 erhöht, das sind acht mehr, als noch am Vortag.

Affenpocken-Infektionen in Deutschland steigen – WHO-Expertin: „Wissen nicht, ob es zu spät ist“

Update von Donnerstag, 2. Juni, 11.15 Uhr: Die Fälle von Affenpocken nehmen weltweit zu. Über 550 Infektionen mit dem Virus wurden inzwischen laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet. Die Zahlen beinhalten keine aktuellen Infektionen in mehreren afrikanischen Ländern, in denen die Viruserkrankung schon in der Vergangenheit immer wieder aufgetreten war.

Aus Sicht des UN-Experten könnte der steigende Druck auf Ökosysteme zu Affenpocken-Infektionen bei Menschen führen. Bedrohte Lebensräume und der Klimawandel würden Bewegungsradien von Tieren verändern und das Überspringen des Virus auf Menschen begünstigen, sagte Mike Ryan von der Weltgesundheitsorganisation. „Wir haben es mit einer ziemlich instabilen Schnittstelle zwischen Tier und Mensch zu tun“, sagte Ryan in einer Pressekonferenz. Auch bei anderen Krankheiten tierischen Ursprungs seien Anstiege zu beobachten – etwa beim Lassafieber oder bei Ebola.

Affenpocken breiten sich auch in Deutschland aus: 57 Fälle bekannt

„Wir wissen nicht, ob es schon zu spät ist, um es ganz einzudämmen“, sagte WHO-Pockenexpertin Rosamund Lewis laut dpa über das Virus. Doch sie zeigte sich optimistisch, dass die Weiterverbreitung mit herkömmlichen Hygienemaßnahmen bekämpft werden kann. In Deutschland meldet das RKI am 2. Juni 57 Fälle von Affenpocken in neun Bundesländern.

Affenpocken in Deutschland: Droht eine neue Pandemie? WHO äußert sich

Erstmeldung von Dienstag, 31. Mai, 16.00 Uhr: Berlin – Affenpocken nehmen in Deutschland weiter zu. Der erste Fall war am 19. Mai in München bestätigt worden. Mittlerweile hat sich die Virus-Erkrankung über sechs Bundesländer ausgeweitet.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen steigt momentan täglich weiter an. Während vom Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag (30. Mai) noch 21 Fälle für Deutschland gelistet wurden, sind es einen Tag später, am Dienstag (31. Mai) bereits 33 bestätigte Fälle. Bei dem aktuellen Ausbruch der Affenpocken handelt es sich um den größten und geografisch am weitesten verbreiteten Ausbruch, über den jemals außerhalb der Endemiegebiete in West- und Zentralafrika berichtet worden sei.

Affenpocken in Deutschland: Mehrheit der Fälle bisher nicht schwer erkrankt

Genauere Informationen zu den Fällen von Affenpocken in Deutschland teilte das RKI nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bisher nicht mit. Die meisten Infizierten sollen jedoch nicht schwer erkrankt sein, so die Nachrichtenagentur. Während sich die Zahl der Fälle erhöht, blieb die Zahl der betroffenen Bundesländer unverändert, ein Überblick:

Doch nicht nur in Deutschland nehmen die Affenpocken-Fälle zu. Auch die britische Gesundheitsbehörde teilte am Montag (30. Mai) einen Anstieg mit. Demnach sind derzeit in Großbritannien schon 180 Fälle bekannt geworden.

Affenpocken in Deutschland: WHO schließt Pandemie bisher nicht aus

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich mit den Affenpocken. Die Frage, ob aus der momentanen Situation eine Pandemie entstehen wird, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, so die WHO am Montag (30. Mai). Auszuschließen sei es jedoch nicht. „Wir wissen es nicht, aber wir glauben nicht“, so Rosamunde Lewis, technische Leiterin der WHO für Affenpocken. Aktuell gäbe es ein Zeitfenster, in welchem der Anstieg der Fälle gut eingedämmt werden könne, zitiert der amerikanische Sender CNBC die WHO.

Jedoch sieht die WHO die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Affenpocken vor allem bei bevorstehenden Festivals und großen Partys. „Das Potenzial für eine weitere Übertragung in Europa und anderswo im Sommer ist hoch“, heißt es in einer Erklärung des WHO-Regionaldirektors für Europa, Hans Henri Kluge. Festivals und Feiern in den kommenden Monaten böten aber auch die Möglichkeit, um bei jungen, sexuell aktiven und mobilen Menschen das Bewusstsein für die Krankheit zu steigern und das Schutzverhalten zu stärken.

Wir möchten nicht, dass die Menschen in Panik geraten oder Angst haben und denken, dass es wie Covid oder vielleicht noch schlimmer ist.

Sylvie Briand – Direktorin für die Vorbereitung und Prävention von Epidemien und Pandemien bei der WHO

Derzeit wisse man noch wenig über den Affenpocken-Anstieg in den westlichen Staaten. Die Virus-Erkrankung sollte jedoch nicht mit dem Corona-Virus verwechselt werden, heißt es weiter. Die Risiken für die breite Öffentlichkeit würden gering bleiben, so die WHO laut CNBC. Ob die Fälle auch in Deutschland weiter zu nehmen, bleibt zunächst abzuwarten. (Lucas Maier, Sophia Lother und Fee Halberstadt)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion