Zehntausende rocken den Ring - trotz Hitze

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Fotomodel Lena Gercke rockt mit zehntausenden Fans am Nürburgring

Nürburgring - Mehr als 84.100 Menschen haben sich die Party bei Rock am Ring nicht entegehen lassen. Die Hitze machte vielen allerdings zu schaffen. Auf dem Zeltplatz wurden dadurch neue Geschäftsideen entdeckt.

Wenn “Rock am Ring“ ruft, kommen sie alle. In diesem Jahr sogar Schneewittchen. Das war allerdings nur eines der vielen verrückten Kostüme der Besucher auf Deutschlands größtem Musikfestival. Je ausgefallener, desto besser. Zehntausende Fans kamen an diesem Wochenende zum Nürburgring und auf das Nürnberger Zeppelinfeld, um Bands wie Mando Diao (“Gloria“), Beatsteaks (“Hand in Hand“), System Of A Down (“Chop suey“) oder The Kooks (“She moves in her own way“) zu sehen und vor allem zu hören. Insgesamt sollten bis zum Sonntag rund 85 Gruppen auf drei Bühnen spielen. Dazu gab es viel Alkohol und gute Laune.

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Eine von ihnen ist die 22 Jahre alte Susann, die es einmal im Jahr richtig krachen lässt. Die Studentin aus Marburg läuft über einen Campingplatz am Nürburgring und ruft laut: “Wer will für vier Euro Wodka aus meinem Bauchnabel trinken?“ Das ist ihre neue Geschäftsidee, denn “ich mag den Wodka nicht mehr trinken, dazu ist es heute einfach zu heiß“, erklärt die 22-Jährige. 

Es ist Rock am Ring, das größte Rockfestival in Deutschland und drei Tage lang herrscht rund um die Rennstrecke in der Eifel Ausnahmezustand. Mehr als 90 Bands spielen von Freitag bis Sonntag auf drei Bühnen. Bis auf 900 Restkarten waren laut Veranstalter bis Samstag alle 85.000 Tickets ausverkauft.

Ein Schluck Wodka aus dem Bauchnabel

Lange muss Susann nicht suchen, um begeisterte Abnehmer zu finden. Ein junger Mann aus Holland stellt sein Bier beiseite, zückt die Geldbörse und nimmt einen Schluck. Susann lacht dabei und sagt, dass sie Festivals einfach mag. “Mir gefällt natürlich die Musik aber auch die gute Stimmung auf dem Zeltplatz.“

Einige Meter weiter auf dem Campingplatz ganz in der Nähe des Festivalgeländes springt die 18-jährige Alexandra herum. Ihre Haare sind nass, in der Hand hält sie eine große Wasserpistole und liefert sich mit anderen Campern eine Wasserschlacht. “Es ist super heiß“, sagt sie lachend. Da helfe die feuchte Abkühlung auf dem Zeltplatz. Bei Rock am Ring ist es nicht immer sonnig und 25 Grad warm. Legendär sind die Regenschauer und Schlammschlachten auf den Zeltplätzen.

Gute Stimmung und gute Musik

“Ich freue mich am meisten auf die Beatsteaks“, sagt Alexandra. Die Berliner Musiker stehen für Sonntag, den letzten Rock-am-Ring-Tag, auf dem Programm. Und während am Samstag langsam die ersten Zuschauer nach einer Nacht im Zelt wieder auf das Festivalgelände strömen, lässt sich Alexandra ihre nassen Haare von der Sonne trocken. “Mir ist die Musik schon wichtig, dafür bin ich ja hier“, sagt die 18-Jährige. Aber natürlich genieße sie an so einem Wochenende auch das Zusammensein mit ihren Freunden auf dem Zeltplatz.

1.500 mobilen Toiletten und 400 Duschen sind für das erste Juniwochenende rund um den Nürburgring aufgebaut worden. Die Menschenmassen sind auch für die Polizei eine große Herausforderung. Für Tausende von Autos muss es Parkplätze geben und am Sonntagabend müssen alle wieder den Weg zur Autobahn finden. Die Anreise sei größtenteils bereits bis zum Donnerstag abgeschlossen gewesen, sagt ein Polizeisprecher. Bis jetzt feierten alle Fans weitgehend friedlich. So wollen es auch Alexandra und Susann halten, bei ihnen bleibt es bei einer Wasserschlacht und Tanzen zu guter Rockmusik.

Rotes Kreuz: 3.000 Hilfseinsätze - vor allem wegen Hitze

Für einen ersten Höhepunkt hatte bei strahlendem Sonnenschein in der Eifel am Freitagnachmittag die US-Band Plain White T's gesorgt, die mit ihrer Hit-Ballade “Hey there Delilah“ aus dem Publikum einen Chor mit tausenden Stimmen machte. Für einige Fans waren Hitze und Alkohol da schon zu viel, sie kippten um und mussten von Rettungskräften versorgt werden. Das Deutsche Rote Kreuz zählte bis in die Nacht zum Samstag mehr als 3000 Hilfsleistungen - viele Musikfans hatten einen Sonnenbrand bekommen und mussten mit Kühlsalben versorgt werden.

Das Festival am Nürburgring wurde von einem tragischen Unfall überschattet: Ein 21-jähriger Festivalbesucher aus Hessen war am Freitag auf dem Weg zu dem Musikspektakel von einem Auto angefahren und dabei tödlich verletzt worden. Die Polizei meldete nach dem Start dann jedoch zunächst keine großen Zwischenfälle - nur Taschendiebstähle und Autoaufbrüche.

dapd/dpa

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