33.000 Arten gelten als bedroht

Rote Liste der bedrohten Arten: Erste Hai-Art ausgestorben - „Größtes Artensterben seit den Dinosauriern“

Bedrohte Arten werden auf der Roten Liste gesammelt. Neben Hai und Wolf sind noch viele weitere Tiere dort vertreten.

  • Rote Liste 2020: 128.918 Arten wurden bereits bewertet.
  • Auf der Liste finden sich knapp 33.000 Arten, die als bedroht eingestuft werden.
  • Die eine Rote Liste gibt es nicht - Deutschland hat eine eigene.

Kassel - Ob Bison, Wolf oder Frosch: Auf der Roten Liste der bedrohten Arten befinden sich derzeit 128.918 bewertete Arten. Von diesen werden 35.765 als gefährdet eingestuft. Von allen bewerteten Arten sind 28 Prozent vom Aussterben bedroht.

Die eine Rote Liste gibt es nicht. Es gibt sie von verschiedenen Organisationen und teilweise für verschiedene Gebiete. Am bekanntesten auf internationaler Ebene ist die der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature). Diese Umfasst aktuell 128.918 Arten weltweit und wurde 2020 aktualisiert.

Soviel Prozent der bewerteten Arten sind vom Aussterben gefährdet (IUCN)
Amphibien 40 Prozent
Säugetiere 26 Prozent
Nadelbäume 34 Prozent
Vögel 14 Prozent
Haie und Rochen33 Prozent
Riffkorallen 33 Prozent
Krebstiere28 Prozent

Rote Liste 2020 der bedrohten Arten: Deutschland führt eine eigene Liste

Auch für Deutschland gibt es eine eigene Rote Liste. Darauf ist beispielsweise auch der Wolf in Deutschland zu finden. Die deutsche Liste ist allerdings nicht direkt mit der des IUCN vergleichbar. Sie betrachtet vor allem eher die Bestandsentwicklung der Arten. Während die der IUCN auf die Gefährdung der jeweiligen Art ausgelegt ist. In der Roten Liste von Deutschland wurde im Jahr 2020 die Kategorie der Wirbeltiere auf den neusten Stand gebracht.

Rote Liste 2020: Das Bison wird in Europa wieder heimisch. (Symbolbild)

Bedrohte Arten 2020: Mittlerweile wieder über 5000 Bisons in Europa - Auch dem Wolf geht es besser

Die Rote Liste der bedrohten Arten 2020 zeigt aber auch positive Effekte des Schutzmanagements bei einigen Arten auf. Bei dem europäischen Bison, haben diese beispielsweise dazu geführt, dass sich die Population wieder vergrößern konnte.

Im Jahr 2003 wurden lediglich 1800 frei lebende Bisons in Europa gezählt. Im Jahr 2019 war die Zahl bereits auf über 6.200 Stück gestiegen. Deshalb hat der IUCN die Tiere in der Gefährdungsskala nach unten gestuft. Jetzt sind sie als nahezu bedroht eingestuft und nicht mehr als gefährdet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Wolf in Deutschland. Auf der Deutschen Roten Liste der gefährdeten Arten, ist dieser zwar noch als gefährdet eingestuft, aber der kurzfristige Bestandstrend ist als deutlich zunehmend vermerkt. Auch vermehrte Sichtungen und Video-Aufnahmen zeigen, dass der Wolf in Deutschland wieder zunehmend heimisch wird. In einigen Region, wie in Hessen, wird dieser aktuell sogar wieder sesshaft.

Rote Liste 2020 der bedrohten Arten: Alle Süßwasser Delfine bedroht - Erste Hai-Art gilt als ausgestorben

Der sogenannte verlorene Hai (Carcharhinus obsoletus) wurde vom IUCN als möglicherweise ausgestorben, auf der Roten Liste 2020 deklariert. Die Hai-Art wurde erst im letzten Jahr offiziell deklariert.

Der Lebensraum des Hais im südchinesischen Meer gilt als eine der am meisten ausgebeuteten Meeres-Regionen der Welt, deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass er bereits ausgestorben ist. Mit dem neusten Update der IUCN sind alle Süßwasser Delfine, als vom Aussterben bedroht, eingestuft worden.

Bedrohte Arten auf der Roten Liste: Das sind die Gründe für die Bedrohung

Aktuell gelten mehr Tier- und Pflanzenarten als je zuvor als bedroht. Es sind 32.441 an der Zahl als bedroht auf der Roten Liste 2020 eingestuft. Der WWF Deutschland gibt hierbei zu bedenken, dass uns Menschen bei dem Artensterben eine Doppelrolle zu kommt. Zum einen ist der Mensch für die Zerstörungen von Lebensräumen und Arten verantwortlich. Zum anderen ist der Mensch von der Biodiversität abhängig und kann ohne diese nicht überleben.

„Es ist das größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland

Auch der Generaldirektor der IUCN, Dr. Bruno Oberle, mahnt, die Erhaltungsbemühungen auszuweiten. Er plädiert dafür, den Schutz der bedrohten Arten in alle Wirtschaftssektoren einzubeziehen. Der Schutz muss laut Oberle weltweit erfolgen. Als aktuelle Bedrohungen nennt er neben invasiven Arten, vor allem nicht nachhaltige Fischerei und die Rodung von Wäldern. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Global Finprint/dpa

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