Rückfälliger Gemäldedieb ist geständig

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Der rückfällig gewordene Gemäldedieb Stéphane Breitwieser

Straßburg - Der rückfällig gewordene Gemäldedieb Stéphane Breitwieser hat seine jüngsten Beutezüge zum Teil gestanden und Reue gezeigt. Dabei wirkte er laut Staatsanwaltschaft "völlig hilflos".

Der 39-Jährige ist seit Freitag in Straßburg inhaftiert und wird verdächtigt, in verschiedenen Museen bis zu 30 Kunstwerke entwendet zu haben. “Er hat die Diebstähle zum Teil gestanden und zeigte sich völlig hilflos“, sagte der stellvertretende Straßburger Staatsanwalt Claude Palpacuer nach Medienangaben vom Samstag. Bei der Vernehmung sei der Täter in Tränen ausgebrochen. “Ich bin völlig abgerutscht“, habe er dem Ermittlungsrichter gesagt.

Schlagzeilen machte Breitwieser bereits vor etwa zehn Jahren - als einer der größten Museumsräuber aller Zeiten. Zwischen 1994 und 2001 hatte er aus Museen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz Gemälde im Wert von schätzungsweise zehn Millionen Euro gestohlen. Gefasst wurde er eher zufällig und saß dann bis 2005 für mehrere Jahre in Schweizer und französischen Gefängnissen.

In seiner Wohnung im Ort Marmoutier haben Beamte jetzt 29 Kunstwerke sichergestellt, die zum Teil in Deutschland und Belgien gestohlen wurden. Dazu gehört auch ein etwa 50 000 Euro teures kleines Landschaftsgemälde aus der Brueghel-Schule, das 2009 aus einem belgischen Museum verschwand.

Breitwieser drohen den Angaben zufolge zwischen fünf und sieben Jahre Haft. Auch seine Mutter wurde in Straßburg vernommen - sie soll damals wie heute die Taten ihres Sohnes gedeckt haben. Die Frau soll seinerzeit unschätzbar wertvolle Kunstobjekte zerschlagen, ins Wasser oder in den Müll geworfen hatte, um Spuren zu beseitigen. Sie erhielt dafür ebenfalls eine Haftstrafe.

Der Museumsplünderer, Großneffe des elsässischen Malers Robert Breitwieser (1889-1975), hatte sich immer als Kunstkenner dargestellt und abgestritten, die Gemälde aus Gewinnsucht gestohlen zu haben.

dpa

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