Die Ruhe nach dem Sturm - Neues von Hallig Hooge

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Geht wieder seiner Arbeit nach: Erco Jacobsen.

Die Prognosen für Hallig Hooge klangen beängstigend. 3 bis 3,50 Meter hoch sollte die Flut in der Nacht zu Freitag über dem normalen Hochwasserpegel liegen. Auf der Hallig hätte dann so manches Erdgeschoss auf den neun Warften unter Wasser gestanden.

„Das hätte nasse Füße geben können - wir waren deshalb schon besorgt und nervös", sagte Erco Jacobsen, der unsere Zeitung in den vergangenen Tagen mit Nachrichten von der Hallig versorgte.

Hallig Hooge. Jacobsen versuchte sich von den Medienberichten und der Nervosität abzulenken. Er räumte die wichtige Gegenstände und Dokumente in das Obergeschoss. Dann putzte er - Hausputz für einen stürmischen Gast. Warum er das tat, wusste er auch nicht so richtig. Schließlich hätte das Wasser das Erdgeschoss erreichen und verdrecken können. „Es war schon etwas irrsinnig, aber mit irgendwas musste ich mich beschäftigen. Jetzt freue ich mich, dass es sauber ist.“

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Im Laufe des Donnerstags sei die anfängliche Flutmeldung auf 2,50 Meter korrigiert worden. „Diesen Stand hatten wir nachmittags schon und waren deshalb gewappnet“, sagte der 38-Jährige. An viel Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Für die Nacht verabredeten sich die jüngeren Bewohner der Hallig zur Sicherheit für eine Nachtwache, falls Sandsäcke geschleppt werden müssten. „Die Älteren lässt man dann doch eher zu Hause.“ Um halb zwei traf sich die Gruppe im Gasthaus zum Seehund auf der Hanswarft. Mit Kaffee hielten sie sich wach - immer die Fluten im Blick. Bis drei Uhr sei nichts mehr geschehen. „Dann war der Drops auch gelutscht.“ Am Ende sei das Wasser auf 2,60 Meter gestiegen. Einige Zentimeter mehr, und die Hausbewohner hätten Besuch von den Wellen bekommen.

Nach dem Stress habe sich der ein oder andere ein „leichtes“ Bier genehmigt, sagte Jacobsen. Auch einer der Feriengäste hatte sich der Nachtwache angeschlossen. „Er hat gesagt, wie beeindruckt er von unserer Gelassenheit war. Aber was sollen wir auch anderes machen?“, sagt Jacobsen. Am Freitag saß der 38-Jährige übernächtigt wieder im Gemeindebüro. Das Wasser ist immer noch da. Die Fähre fährt immer noch nicht. „Es ist die Ruhe nach dem Sturm.“

Von Max Holscher

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