Schwere Panne im All

Raumfrachter stürzt unkontrolliert auf die Erde

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Die Sojus hatte am Dienstag nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur die vorgesehene Umlaufbahn deutlich verfehlt.

Moskau - Ein auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) in Schwierigkeiten geratener russischer Raumfrachter ist offenbar endgültig außer Kontrolle.

Der unbemannte "Progress"-Frachter habe damit begonnen, auf die Erde zu stürzen, sagte ein russischer Raumfahrtvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Kontrolleure der russischen Mission wollten noch zwei Mal versuchen, Verbindung mit dem Frachter aufzunehmen, doch gebe es wenig Hoffnung, fügte er hinzu.

Ein Video auf Youtube zeigt den trudelnden Transporter.

Laut dem Raumfahrtvertreter lässt sich noch nicht sagen, wann genau der Frachter auf die Erde stürzen werde. In jedem Fall aber werde der Sturz "unter unkontrollierbaren Bedingungen stattfinden", sagte er.

Die Sojus hatte am Dienstag nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur die vorgesehene Umlaufbahn deutlich verfehlt. Hauptgrund war vermutlich ein Defekt an der dritten Stufe. Der Kontakt zu dem Transporter, der rund 2,4 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS transportiert, war kurz nach dem Start verlorengegangen. Versuche, ihn wiederherzustellen, scheiterten.

Video vom Start der Sojus

Ein namentlich nicht genannter Experte der Flugleitzentrale nannte die Panne „beunruhigend“, da sie bei einer Sojus-Rakete aufgetreten sei, die auch für bemannte Flüge genutzt werde. Möglicherweise werde der für den 26. Mai geplante Start von drei Raumfahrern zur ISS verschoben, um erst den Fehlschlag genau zu analysieren, hieß es.

Roskosmos zufolge hat die Raumstation vorerst noch genug Lebensmittel und technisches Material an Bord. Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit sechs Besatzungsmitglieder.

dpa/afp

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