Ursachenforschung nach S-Bahn-Unglück

Experte: „Weiche in ganz schlechtem Zustand“

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Bahnarbeiter räumen am Mittwoch nach dem S-Bahnunfall vom Vortag in Berlin-Tegel die Unglücksstelle.

Berlin - Nach dem S-Bahn-Unglück in Berlin wird sowohl technisches als auch menschliches Versagen in Betracht gezogen. Ein Experte bemängelt vor allem den extrem schlechten Zustand einer Weiche.

Nach dem S-Bahn-Unfall in Berlin laufen Ursachenforschung und Aufräumarbeiten weiter. Der erste entgleiste Wagen sei in der Nacht wieder auf das Gleis gehoben worden, sagte ein S-Bahn-Sprecher am Mittwoch. Der zweite Wagen solle bis zum Mittag von der Unglücksstelle entfernt werden. Erst dann könne die S-Bahn einschätzen, wie stark die Gleise beschädigt seien und wie lange die Strecke gesperrt bleiben müsse.

Ein Bahnexperte sieht im schlechten Zustand der Weiche eine mögliche Ursache des Unglücks. „Wie das passieren konnte ist schleierhaft. Solche Weichen sind üblicherweise verschlossen. Die muss schon in einem ganz, ganz schlechtem Zustand gewesen sein, dass der Verschluss nicht gewirkt hat“, sagte der Leiter des Fachgebietes Schienenverkehr an der Technischen Universität zu Berlin, Markus Hecht, am Mittwoch im Radioeins des RBB. Die Bahn überprüft sowohl technisches als auch menschliches Versagen.

S-Bahn entgleist in Berlin - Sechs Verletzte

S-Bahn entgleist in Berlin - Sechs Verletzte

Der Zug entgleiste, weil sich eine stillgelegte Weiche umgestellt habe, als die Bahn über sie fuhr, erklärte Hecht. Diese Weiche sei jedoch gar nicht an das Stellwerk angeschlossen gewesen.

Ein Zug der Linie S25 war am Dienstag an einer Weiche nahe dem S-Bahnhof Tegel entgleist. Dabei wurden sechs Menschen verletzt. Hecht sagte: „Zum Berufsverkehr oder zum Wochenendausflugsverkehr hätte das sehr, sehr viel schlimmer kommen können.„

dpa

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