Stein vom Mars in Sahara gefunden

Meteorit verrät "Kindheits-Geheimnisse"

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Der Stein vom Roten Planeten ist vor 4,4 Milliarden Jahren entstanden.

London/Tallahassee - Ein in der Wüste entdeckter Marsmeteorit ist über vier Milliarden Jahre alt - und damit nur etwas jünger als unser Sonnensystem. Der Stein verrät „Kindheits-Geheimnisse".

Beduinen haben in der Sahara ein uraltes Stück Marsboden gefunden. Der Stein vom Roten Planeten ist vor 4,4 Milliarden Jahren entstanden, wie eine Untersuchung in einem US-Labor gezeigt hat. Forscher um Munir Humayun von der Florida State University in Tallahassee stellen die Analyse des seltenen Funds im britischen Fachjournal „Nature“ vor.

Der Meteorit mit der Katalognummer NWA 7533 ist demnach nur wenig jünger als unser Sonnensystem selbst und vermutlich das erste identifizierte Exemplar aus dem urtümlichen südlichen Hochland des Mars. „In diesem kraterübersäten Terrain wird seit langem der Schlüssel zu Geburt und früher Jugend des Mars vermutet“, erläuterte Humayun in einer Mitteilung seiner Hochschule.

„Wir wissen jetzt, dass der Mars in den ersten 100 Millionen Jahren nach dem Start der Planetenbildung eine Kruste gebildet hat und dass die Marskruste gleichzeitig mit den ältesten Krusten der Erde und des Mondes entstanden ist.“

Nasa Space-Shuttles: Nach 30 Jahren in Rente

Nach 30 Jahren endet eine amerikanische Ära: Die Space-Shuttle-Flüge werden in ihrer bisherigen Form nicht mehr weitergeführt. Eine Fortsetzung ist ungewiss, die US-Regierung will künftig verstärkt auf privat finanzierte Raumschiffe setzen. © dpa
Billig, sicher und verlässlich sollte das Space-Shuttle nach den Vorstellungen der US-Weltraumorganisation NASA werden. Vor dem letzten Flug eines Shuttles, geplant für den 8. Juli, ist klar, es war nichts davon: Seit Beginn der Planung vor 40 Jahren hat das Shuttle-Programm der USA 196 Milliarden Dollar (135 Milliarden Euro) gekostet, weniger als die Hälfte der versprochenen Flüge wurden absolviert und 14 Astronauten kamen ums Leben. © dpa/dapd
Doch für viele hat das Space Shuttle abseits aller frühen Versprechungen andere Fortschritte mit sich gebracht: große wissenschaftliche Entdeckungen auf der Internationalen Raumstation ISS, beeindruckende Fotos aus dem All durch das Weltraumteleskop Hubble und durch die enge Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern nicht zuletzt eine Annäherung ehemaliger Feinde aus dem Kalten Krieg. © dpa/dapd
Das Space-Shuttle-Programm habe damit auf wichtige Art und Weise zum Fortschritt der Menschheit beigetragen, sagte der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush. Er war in der frühen Phase des Shuttle-Programms Vizepräsident - ein Posten, der traditionell auch die Aufsicht über die NASA beinhaltet. © dpa/dapd
Astronauten und Module für die ISS wurden ebenso mit dem Space Shuttle in den Erdorbit gebracht wie das Teleskop Hubble, das auch fünf Mal von Shuttle-Astronauten repariert und erweitert wurde. Space Shuttles haben die Erde 20.830 Mal umrundet, näher an weiter entfernte Plätze im All brachten sie die Menschheit jedoch nicht. © dpa/dapd
Nach dem ersten Flug eines Space Shuttles im April 1981 verlor die NASA im Laufe ihres Programms auch noch zwei ihrer Raumfähren. Sieben Astronauten starben als die “Challenger“ (Foto) 1986 kurz nach dem Start explodierte, sieben weitere kamen ums Leben, als die “Columbia“ 2003 bei ihrer Rückkehr zur Erde verbrannte. Vor sechs Jahren nannte der damalige NASA-Direktor Michael Griffin das Shuttle-Programm sogar einen Fehler. © dpa/dapd
Insgesamt haben die USA für die Space Shuttles mehr ausgegeben, als für die Appollo-Missionen zum Mond, die Konstruktion der Atombombe und den Bau des Panamakanals zusammen und mehr als doppelt so viel als ursprünglich geplant. Schuld ist vor allem das Design: Für die Besatzung waren nämlich zusätzliche - und teure - Sicherheitsvorkehrungen nötig, für seine Funktion als Transportschiff brauchte das Space Shuttle mehr Brennstoff und Leistung. © dpa/dapd
Ein weiteres Problem, als Präsident Richard Nixon 1971 der NASA ihr Shuttle genehmigte, war, dass es im Grunde nirgendwo hin konnte. "Der Plan war, über eine Raumstation als Startplatz in der Erdumlaufbahn letztlich zum Mars zu kommen", sagt der ehemalige NASA-Mitarbeiter George Mueller, der als Vater des Space-Shuttle-Programms gilt. Doch der Bau an der ISS begann erst 1998. © dpa/dapd
Für Astronaut Stan Love wurde mit dem Space Shuttle dennoch "ein riesiger Fortschritt in der Weltraumfahrt" gemacht, "auch wenn nicht alle Erwartungen erfüllt wurden". Dazu erzählt Love einen alten NASA-Witz: Das Space Shuttle sollte erstens billig und zweitens sicher sein und drittens die Raumfahrt in eine solche Routine verwandeln, dass es beinahe schon langweilig ist. Eins von drei ist gar nicht schlecht." © dpa/dapd

Dank des Meteoritenfundes können die Forscher erstmals das frühe Wachstum der Marskruste untersuchen. So fanden sie im Inneren des Steins Zirkonkristalle, die wahrscheinlich durch ein erneutes Aufschmelzen der ersten Marskruste entstanden sind.

Zudem liefert der Stein Hinweise auf eine frühe Ausdifferenzierung der Marskruste, wie die Autoren schreiben. Das legt nahe, dass schon früh in der Geschichte des Roten Planeten große Mengen flüchtiger Gase aus dem Boden in die Atmosphäre freigesetzt wurden. Daraus wiederum ergeben sich nach Angaben der Forscher Hinweise auf das frühe Klima des Mars und seine Bedeutung für mögliches Leben.

dpa

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