1. Startseite
  2. Welt

Saharastaub: EU-Atmosphärendienst warnt erneut vor Wolke aus Sand über dem Atlantik

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Bereits im März und April sorgte Saharastaub für ein Farbenspiel am Himmel, wie hier in München. Nun kommt das Wetterphänomen erneut nach Europa.
Bereits im März und April sorgte Saharastaub für ein Farbenspiel am Himmel, wie hier in München. Nun kommt das Wetterphänomen erneut nach Europa. © Offenberg/Imago

Mehrmals im Jahr tragen Winde Saharastaub in andere Regionen der Welt. Nun ist wieder eine Wolke unterwegs in Richtung Europa.

Reading/Bonn – Er taucht alles in ein rötliches Licht und verschmutzt Fensterscheiben und Autos: Erneut muss Europa nach Angaben des europäischen Atmosphärendienstes Copernicus mit Saharastaub rechnen. Wie das EU-Programm am Montag erklärte, ist derzeit wieder eine große Staubwolke über dem Atlantik in Richtung Westen unterwegs.

Sie dürfte demnach bereits in diesen Tagen die Karibik erreichen. Ausläufer seien am kommenden Wochenende auch auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Westeuropas zu erwarten, hieß es in der Mitteilung weiter.

Saharastaub: Wetter-Phänomen findet mehrmals im Jahr statt

In diesem Jahr verzeichnete der Atmosphärendienst Copernicus bereits hohe Mengen an Sahara-Sand, die über das Mittelmeer und in Teile Europas transportiert wurden. Das halte auch weiter an. Das Phänomen tritt mehrmals im Jahr auf und führte beispielsweise in Deutschland Mitte März zu einer deutlichen gelblich-rötlichen Verfärbung des Himmels sowie einer Staubschicht auf Autos, Fensterscheiben und Gartenmöbeln. Auch das Wetter beeinflusst er: Bei Niederschlag wird der Staub aus der Atmosphäre gewaschen, was nicht nur zu Blutregen, sondern auch zu Blutschnee führen kann.

Starke Höhenwinde ermöglichen, dass der Saharastaub sehr weite Strecken zurücklegt, bis hin auf andere Kontinente. So kommt der Saharastaub nicht nur nach Europa, sondern gelangt auch nach Süd- und Nordamerika sowie in den Nahen Osten. Die Wege, die die Mineralien in der Luft zurücklegen, variieren abhängig von der Jahreszeit.

Saharastaub besteht aus Mineralien und ist nicht gefährlich

Je nachdem, aus welchem Land der Sahara-Sand stammt, besteht der Staub laut DWD zu einer Reihe von Mineralien. Zu großen Teilen gehören dazu Alumosilikate, Ton, Eisenoxide und Quarz. Auch Kalzit und Gips sind enthalten. Ob der Staub Folgen für die Gesundheit hat, darüber sind sich Fachleute nicht einig. Der Deutsche Wetterdienst erklärte den Staub für nicht gesundheitsschädlich. Auch das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung Freiburg hält ihn für unbedenklich. Zwar sei die Feinstaubbelastung durch den Saharastaub erhöht. Das könne auch das Wohlbefinden beeinträchtigen. Doch die Partikel würden im Rachenbereich vom Körper abgestoßen. (tk mit dpa)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion