Satelliten-Trümmer durchschlagen Hausdach

+
Ein angebliches Bruchstück eines russischen Militärsatelliten liegt am Montag (26.12.2011) in der Ortschaft Wagajzewo im Gebiet Nowosibirsk.

Moskau - Trümmer eines abgestürzten russischen Satelliten haben in Sibirien ein Hausdach durchschlagen - und das ausgerechnet in der Straße der Kosmonauten. Ein geplanter Raketenstart wurde daraufhin verschoben.

Trümmer eines abgestürzten russischen Satelliten sollen in Sibirien ausgerechnet auf ein Haus in der Straße der Kosmonauten gefallen sein. Die Teile durchschlugen mit lautem Knall das Hausdach in der Nummer 5, wie der unversehrte Bewohner Andrej Kriworutschenko sagte. Er forderte Schadenersatz. Bilder von den Schäden in dem Dorf Wagajzewo im Gebiet Nowosibirsk veröffentlichte am Montag die Moskauer Boulevardzeitung Komsomolskaja Prawda.

Der Militärsatellit „Meridian“ war am vergangenen Freitag kurz nach dem Start wegen einer Fehlzündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete abgestürzt. Es war bereits die siebte schwere Panne der russischen Raumfahrt in diesem Jahr, wie russische Medien berichteten. Der nach Schätzungen etwa 50 Millionen Euro teure „Meridian“-Satellit sollte die Kommunikation zwischen den Schiffen und Flugzeugen der Militäraufklärung im Eismeer und den Bodenstationen an den Ufern sichern.

Die russische Raumfahrt sei in einer Krise, sagte der Chef der russischen Behörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, nach Angaben der Zeitung Komsomolskaja Prawda. Roskosmos verschob den Start des niederländischen Kommunikationssatelliten „NSS-14“ aus technischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt. Der Proton-Rakete mit dem Apparat an Bord hatte am späten Montagabend vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) abheben sollen.

Festhalten wollte Roskosmos aber zunächst an den Plänen für den Start einer Sojus-Rakete an diesem Mittwoch, die sechs neue Satelliten für das US-Kommunikationssystem Globalstar an Bord hat. Nach russischen Angaben wurde dafür eine spezielle letzte Raketenstufe installiert, um eine neue Panne zu verhindern.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.