Trauriger und grausamer Fund

Martyrium von Schäferhündin erregt große Anteilnahme - jetzt stockt PETA Belohnung für Hinweise auf

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Einige Passanten hielten den Hund bereits für tot, doch die Schäferhündin war lebend "entsorgt" worden.

Nachdem die Tierrettung Unterland und Unterstützer bereits 1.000 Euro Belohnung ausgesetzt haben, legt PETA Deutschland nun nach.

Update vom 28. März 2019: Nachdem am Montagabend eine schwer misshandelte Schäferhündin zwischen Siegelsbach und Hüffenhardt gefunden wurde, setzten die Tierrettung Unterland und Unterstützer bereits 1.000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter aus.

Nun schaltet sich auch PETA Deutschland ein und erhöht die Belohnung für Hinweise - und zwar um weitere 1.000 Euro. "Wir sind schockiert von der Grausamkeit dieses Täters und wollen helfen, diese schreckliche Misshandlung aufzuklären", so Judith Pein im Namen von PETA.

Noch immer erhitzen sich angesichts des Schicksals der am Montagabend schwer verletzt aufgefundenen Schäferhündin die Gemüter. Die Hündin war bis zur Unkenntlichkeit entstellt und wie Müll in Hüffenhardt entsorgt worden. Ein Tierarzt hatte die Schäferhündin dann von ihren Qualen erlösen müssen. Doch einigen wenigen Kritikern passte dieser Umstand nicht. Sie warfen Tierrettung und -arzt vor, zu voreilig gehandelt zu haben.

"Ich bin fassungslos das Tier sofort einzuschläfern statt einen Versuch der Rettung zu unternehmen. Ich war oft genug erstaunt darüber wie wenig Chancenaussicht ein Tier hatte und sich wieder erholt hat. Einschläfern ist natürlich schneller und einfacher", behauptet ein Mann auf der Facebook-Seite der Tierrettung.

Auch dass diese sich entschieden hatte der Hündin den Transport in die Heilbronner Tierklinik zu ersparen, stört ihn und wenige andere. Dabei hatte die Tierrettung betont, dass die Schäferhündin den langen Transport nicht mehr überlebt hätte.

Schäferhündin eingeschläfert: Tierarzt kann furchtbares Leiden einschätzen - und muss es dann beenden

Den haltlosen Vorwurf will die Tierrettung Unterland deshalb keinesfalls so stehen lassen und kontert ironisch: "Nö, wir machen die Ausbildung zum Spaß. Genau so wie der Tierarzt, der im speziellen übrigens nur erlöst wenn es gar nicht mehr geht, so wie eben hier." Und weiter: "Aber immer wieder toll, dass sich egal zu welchem Thema irgendwelche Facebook-Nörgler finden. frei nach dem Motto: 'Und hab ich keins, dann schnitz ich eins.'"

Die Frage ab wann Leid für Tiere unzumutbar ist, hat sich der Tagesspiegel bereits 2014 gestellt. Nach Einschätzung der Tierärztekammer Berlin haben Tierärzte demnach aufgrund ihrer klinischen Erfahrungen in jedem Fall die Kompetenz Einzelfälle wie den der Schäferhündin beurteilen zu können. Das Tierschutzgesetz sieht zudem ohnehin zurecht vor, dass der Schutz eines Tieres vor Leiden höher einzustufen ist, als der Schutz des Tierlebens. Und vor allem letzteres hat, auch wenn es traurig ist, auf die so schwer verletzte Schäferhündin, die dem Tod wohl schon seit Wochen nah war, sicherlich zugetroffen.

Update vom 27. März 2019: Die Polizei ermittelt gegen einen unbekannten mutmaßlichen Tierquäler. Die am Montagabend schwer verletzt und entstellt aufgefundene Schäferhündin vegetierte laut der Tierrettung Unterland womöglich seit Wochen vor sich hin. Letztlich war sie wohl zum Sterben "entsorgt" worden. Eine Belohnung soll zur Ermittlung des mutmaßlichen Täters beitragen. Sie wurde inzwischen erhöht, weil das Schicksal der Hündin nicht nur die Tierrettung schwer bewegt hat.

"Danke für euer Unterstützungsangebot", schreibt die Tierrettung auf Facebook. Zuvor hatten sich mehrere Privatpersonen gemeldet, die die ursprünglich ausgesetzte Belohnung aus eigener Tasche erhöhen wollten. Inzwischen ist die Tierrettung diesem teilweise nachgekommen. Die Belohnung wurde auf 1.000 Euro festgelegt.

Schäferhündin erlitt Martyrium: Belohnung für entscheidende Hinweise

Weitere Angebote lehnten die Verantwortlichen dann aber ab. Es solle kein "Wetteifern" geben. Als Belohnung für entscheidende Hinweise dürfe der vierstellige Betrag ein großer Anreiz sein, falls ein "Mitwisser" noch zögern sollte.

Weitere Unterstützer könnten aber gerne an die Tierrettung spenden, die Fälle wie den der malträtierten Schäferhündin auch immer wieder zu einem Happy End führt. In ihrem Fall und auch im Fall einer Katze, die in einem Einkaufswagen abgelegt war, war das leider nicht mehr möglich.

Schwer verletzt und entstellt: Schäferhündin lebendig "entsorgt" 

Siegelsbach - Bei diesem Fund mussten selbst die erfahrenen Helfer mächtig schlucken: Am Montagabend wurde die Tierrettung Unterland zu einem schwer verletzten Hund zwischen Siegelsbach und Hüffenhardt in Baden-Württemberg gerufen. Zwei Anrufer hatten das Tier zuvor bereits als vermeintlich tot gemeldet. Erst ein Dritter merkte, dass die Hündin noch lebt.

Hinweis d. Red.: Im Artikel finden Sie unverpixelte Bilder der Schäferhündin, die das Elend des Vierbeiners zeigen. Diese könnten verstörend auf Sie wirken. 

Doch das Bild vor Ort war laut echo24.de* noch viel grausamer, als erwartet. Die Schäferhündin war durch Entzündungen und offene Hautstellen fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt, wie die Tierrettung berichtet. Das Tier war in mehreren Decken am Straßenrand "offensichtlich entsorgt worden und klammerte sich mit letzter Kraft an das bisschen Lebensenergie, das der desolate Körper noch bieten konnte", wie es in einem Post auf Facebook heißt.

Die Schäferhündin war als solche eigentlich nicht mehr zu erkennen.

Schwer verletzte Schäferhündin: Geschockter Tierarzt erlöst verwahrlosten Vierbeiner

Der ebenfalls geschockte Tierarzt erlöste das "Häufchen Elend" letztlich von seinen großen Qualen. Dazu stellten die Helfer fest, dass die Hündin aufgrund der Wunden und Liegestellen bereits seit Wochen vor sich hinvegetiert haben muss. Da das Tier nicht gechipt war, gibt es als Hinweis nur ein Leuchthalsband.

Die Schäferhündin war als solche eigentlich nicht mehr zu erkennen.

Die Tierrettung hat unterdessen eine Belohnung ausgeschrieben, um den Halter des Tieres zu finden. Wer Hinweise zu der Hündin und deren Besitzer geben kann oder hat am Abend des 25.03.2019 auf der L530 nach Einbruch der Dunkelheit zwischen Siegelsbach und Hüffenhardt etwas beobachtet hat, kann sich unter Telefon 07132 - 85 99 719 an die Tierrettung oder an das ermittelnde Polizeirevier Mosbach unter Telefon 06261 - 80 90 wenden.

Video: Im Selfie-Wahn - Tierquälerei fürs Urlaubsfoto

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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