USA

Alec Baldwin nach tödlichem Schuss bei Dreharbeiten erneut verklagt: „Russisches Roulette“ gespielt

Bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ feuert Schauspieler Alec Baldwin eine Waffe ab. Eine Kamerafrau stirbt. Jetzt laufen mehrere Klagen gegen ihn.

Update vom Donnerstag, 18.11.2021, 13.25 Uhr: Alec Baldwin ist nach seinem tödlichen Schuss an einem Filmset in den USA erneut verklagt worden. Die Drehbuch-Aufseherin Mamie Mitchell, die nach dem Schuss auf die Kamerafrau Halyna Hutchins den Notruf gewählt hatte, wirft dem Hauptdarsteller und Produzenten des Films in ihrer am Mittwoch (17.11.2021) eingereichten Klage vor, Sicherheitsvorkehrungen missachtet zu haben. So habe Baldwin anderen vorsätzlich körperlichen und seelischen Schaden zugefügt.

„Die Ereignisse, die zum Abfeuern einer geladenen Waffe durch Herrn Baldwin führten, stellen keine einfache Fahrlässigkeit dar“, sagte Mitchells Anwältin Gloria Allred vor Journalisten in Los Angeles. „Stattdessen entschied sich Herr Baldwin unserer Meinung nach dazu, Russisches Roulette zu spielen, als er eine Waffe abfeuerte, ohne sie zu überprüfen und ohne die Waffenmeisterin dies in seiner Gegenwart tun zu lassen.“ Sein Verhalten und das der anderen Produzenten des Western „Rust“ sei „rücksichtslos“ gewesen, sagte Allred.

Auch Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed und Regieassistent Dave Halls werden in Mitchells Klage genannt. Es ist bereits die zweite Klage gegen Baldwin innerhlab von kurzer Zeit. Zuvor hatte bereits der Beleuchter des Filmsets den Schauspieler verklagt (siehe vorheriges Update).

Hollywood-Star Alec Baldwin hat beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. (Archivbild)

Nach tödlichem Schuss bei Dreharbeiten: Mitarbeiter verklagt Alec Baldwin

Update vom Donnerstag, 11.11.2021, 13.26 Uhr: Nachdem die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ in den USA getötet wurde, hat ein Mitarbeiter Klage eingereicht. Hollywood-Star Alec Baldwin hatte bei einer Probe am 21. Oktober eine Requisitenwaffe abgefeuert. Hutchins wurde durch den Schuss tödlich verletzt, der Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter getroffen. Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte. Die Polizei prüft derzeit, wie es dazu kommen konnte.

Der Beleuchter Serge Svetnoy wirft unter anderem Hauptdarsteller und Produzent Alec Baldwin, einer jungen Waffenmeisterin und dem Regieassistenten fahrlässiges Verhalten vor. Laut der Klageschrift, die am Mittwoch (10.11.2021) von dem Branchenblatt Deadline.com und anderen US-Medien veröffentlicht wurde, fordert Svetnoy Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Der tödliche Vorfall sei eine schwere emotionale Belastung, macht er geltend. 

Die Kugel sei in nächster Nähe an seinem Gesicht vorbeigeschossen, macht der Kläger geltend. Nie zuvor bei einem Dreh habe er so einen lauten Schuss gehört. Er habe die am Boden liegende Kamerafrau in den Armen gehalten und hilflos zusehen müssen, wie Hutchins im Sterben lag. In der Klage spricht Svetnoy von schweren Verstößen gegen Sicherheitsauflagen, etwa dass es scharfe Munition am Set gab und dass Baldwin mit der Waffe offenbar auf eine Person zielte. 

Alec Baldwin erschießt Kamerafrau am Set: Requisiteur soll falsche Angaben gemacht haben

+++ 17.58 Uhr: Die New York Times zitiert aus einem Polizeibericht, wonach der für die Requisitenwaffe zuständige Mitarbeiter bei der Übergabe der Waffe ausdrücklich gesagt haben soll, dass es sich um eine „kalte Waffe“ handele. Eine solche Umschreibung bedeutet üblicher Weise, dass sich keine scharfe Munition in der Waffe befindet. Sollte diese Information stimmen, hätte der Requisiteur entweder wissentlich eine Falschangabe gemacht oder aber die Waffe übergeben, ohne sie vorher ordnungsgemäß zu prüfen.

Immer wieder soll Filmstar Alec Baldwin laut Augenzeugen nach dem Vorfall gerufen haben: „Warum habt ihr mir eine scharfe Waffe gegeben?“ Baldwin hatte bei Dreharbeiten zum Western „Rust“ mit einer Requisitenwaffe eine Kamerafrau erschossen. Weiter soll Baldwin danach gerufen haben: „In all den Jahren hat man mir noch nie eine scharfe Waffe gegeben.“

Wie konnte es also zu diesem tragischen Unfall kommen? Wie die New York Post berichtet, hat es am Set kurzfristig einen Personalwechsel gegeben. Demnach habe ein neu dazu gekommener Regieassistent Baldwin die Waffe überreicht. Besagter Regieassistent sei wenige Stunden zuvor neu zur Crew gestoßen, weil Teile der alten Crew aufgrund von Sicherheitsmängeln und ausbleibenden Gehaltszahlungen gestreikt hatten. Laut dem polizeilichen Untersuchungsbericht habe der Mann jedoch nicht gewusst, dass die Waffe mit scharfer Munition geladen war.

Kamerafrau am Set erschossen: Ehemann der Verstorbenen äußert sich

Update vom Samstag, 23.10.2021, 10.28 Uhr: Hollywood-Schauspieler Alec Baldwin hat am Set des Westernfilms „Rust“ eine Requisitenpistole abgefeuert. Es kam offenbar zu einer Fehlzündung der Platzpatrone. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins starb wenig später, Regisseur Joel Souza musste auf die Intensivstation.

Jetzt hat sich auch der Ehemann der verstorbenen Kamerafrau Hutchins geäußert. Gegenüber dem US-Portal Insider erklärte Matthew Hutchins: „Ich bin nicht in der Lage, mich zu den Fakten oder dem Prozess, den wir gerade durchlaufen, zu äußern, aber ich weiß zu schätzen, dass alle sehr mitfühlend waren.“ Diesen schrecklichen Unfall zu verarbeiten, werde Zeit benötigen, betonte er. „Ich glaube nicht, dass es Worte gibt, die die Situation angemessen beschreiben.“

Alec Baldwin erschießt Kamerafrau am Set: Hollywood-Star äußert sich

+++ 20:12 Uhr: Alec Baldwin hat sich nach dem tödlichen Unfall am Set des Western-Films „Rust“ geäußert. „Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat“, schrieb der Hollywood-Star auf Twitter. Nach eigener Aussage stehe Baldwin im Kontakt zum Ehemann der verstorbenen Kamerafrau, um ihm und der Familie seine Unterstützung anzubieten. „Mein Herz bricht für ihren Ehemann, ihren Sohn und all diejenigen, die Halyna kannten und liebten.“

Auch die Produktionsfirma des Films drückte die Erschütterung der gesamten Besetzung und Crew aus. Alec Baldwin und das Unternehmen teilten außerdem mit, voll und ganz mit der Polizei von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico zu kooperieren. Die Dreharbeiten wurden vorübergehend eingestellt. Die Ermittler untersuchen nun die Waffe sowie die Weise, auf die das Geschoss von Baldwin abgefeuert wurde.

Alec Baldwinn erschießt Kamerafrau am Set: Regisseur schwer verletzt

+++ 15.29 Uhr: Hollywood-Star Alec Baldwin hat beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins wurde tödlich verletzt. Wie die Los Angeles Times jetzt berichtet, sei üblicherweise ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig. Zu dessen Aufgabe gehöre es auch, diese mit Platzpatronen zu laden und den Schauspielern und Regieassistenten den Umgang damit zu erklären. Scharfe Munition sei am Set verboten.  

Hutchins, die als Director of Photography für die gesamte bildliche Gestaltung des Films zuständig war, sei ein aufstrebendes Talent in der Branche gewesen, schreibt die Los Angeles Times weiter. Die 42-jährige Absolventin der renommierten AFI-Filmschule habe sich mit Titeln wie „Archenemy“, „Blindfire“ und „The Mad Hatter“ einen Namen gemacht. „Ich denke, sie wäre eine sehr berühmte und erfolgreiche Director of Photography geworden“, sagte „Archenemy“-Regisseur Adam Egypt Mortimer der Zeitung. „Sie war dabei, sich einen Ruf aufzubauen und den Leuten zu zeigen, was sie kann.“

Tödlicher Unfall bei Dreharbeiten: Alec Baldwin „in Tränen aufgelöst“

+++ 8.45 Uhr: Der Hollywood-Star Alec Baldwin wurde nach seinen Schüssen von der Polizei befragt: „Herr Baldwin wurde von den Ermittlern befragt“, sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. Er habe demnach die Fragen der Polizisten beantwortet. „Er kam freiwillig und verließ das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte“, sagte der Sprecher weiter. „Es wurde keine Anklage erhoben und es gab keine Verhaftungen“.

Der „Santa Fe New Mexican“ veröffentlichte Bilder eines verstört wirkenden Baldwin, die nach der Tragödie auf dem Parkplatz des Drehorts aufgenommen worden sein sollen. Die Zeitung berichtete, ihr Reporter habe den Schauspieler in Tränen aufgelöst gesehen, nachdem er von den Ermittlern befragt worden war. Der Vorfall ereignete sich auf der Bonanza Creek Ranch nahe Santa Fe, auf der schon zahlreiche Western gedreht wurden.

+++ 8.00 Uhr: Der 48-jährige Regisseur Souza, dessen Alter zunächst mit 42 Jahren angegeben worden war, wird auf der Intensivstation behandelt. The Hollywood Reporter berichtet unter Verweis auf Polizeiangaben, er schwebe in Lebensgefahr.

The Hollywood Reporter zitierte zudem einen Sprecher der Produktionsfirma, wonach es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Waffe, die am Set verwendet wurde, hätte demnach mit Platzpatronen geladen sein sollen.

Die Ermittlungen wurden am Donnerstagabend mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei wurde zunächst keine strafrechtliche Untersuchung angeordnet.

Hollywood-Star Alec Baldwin erschießt Kamerafrau bei Dreharbeiten

Erstmeldung: Los Angeles - Der Schauspieler Alec Baldwin hat bei den Dreharbeiten für den Western-Film „Rust“ in den USA eine Kamerafrau erschossen. „Nach Angaben der Ermittler scheint es, dass beim Filmen einer Szene eine Requisitenwaffe zum Einsatz kam, die abgefeuert wurde“, erklärte der Sheriff von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico am Donnerstag (Ortszeit). Später teilte er mit, dass es Baldwin gewesen sei, der die Waffe abfeuerte.

Bei der Toten handelt es sich den Angaben zufolge um die Kamerafrau Halyna Hutchins. Der Regisseur Joel Souza sei bei dem Vorfall ebenfalls verletzt worden. Der Drehort auf der Bonanza Creek Ranch (Sante Fe) wurde zunächst gesperrt und die Produktion eingestellt.

Schauspieler Baldwin erschießt mit Schreckschussrevolver Kamerafrau

Das Unterhaltungsmagazin „Deadline“ hatte bereits berichtet, dass „ein Hauptdarsteller“ des Films während der Proben den Hahn der Waffe gespannt habe, ohne zu wissen, dass sie scharfe Munition enthielt. Ein Sprecher der Produktionsfirma bestätigte, dass es einen „Unfall“ gegeben habe, „bei dem versehentlich ein Schreckschussrevolver abgefeuert wurde“.

Die 42-jährige Hutchins wurde nach Angaben des Sheriffs ins Krankenhaus geflogen, erlag jedoch ihren Verletzungen. Der ebenfalls 42-jährige Souza sei im Krankenwagen zu einem anderen Krankenhaus gebracht worden, wo er notversorgt worden sei.

Alec Baldwin bekannt als Imitator von Donald Trump

Baldwin ist als Ko-Produzent und Hauptdarsteller an den Dreharbeiten beteiligt. In dem Western verkörpert er Harland Rust, einen Gesetzlosen, der mit seinem wegen Mordes zum Tode verurteilten Enkel vor dem Gesetz flieht.

Der 63-Jährige ist unter anderem für seine Hauptrolle in der Literaturverfilmung „Jagd auf Roter Oktober“ von 1990 und Auftritte in der Filmreihe „Mission: Impossible“ bekannt. Während der Amtszeit von Donald Trump imitierte er den mittlerweile Ex-US-Präsidenten regelmäßig in der Sendung „Saturday Night Live“. (ktho/afp)

Rubriklistenbild: © Julie Jacobson/dpa

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