Jetzt gelang Mann (40) die Flucht

Scheidung verweigert: Sechs Jahre Knast

Jerusalem - Weil er die Scheidung von seiner Frau verweigerte, hat ein Israeli sechs Jahre lang in Beugehaft gesessen. Nun konnte er fliehen - ausgerechnet bei einer Verhandlung vor dem Familienrichter.

Der 40-Jährige sei beim Gang zur Gerichtstoilette aus deren Fenster im zweiten Stock entkommen, berichtete die Zeitung „Times of Israel“ am Mittwoch. Die Eheleute hatten sich dem Bericht zufolge vor zwölf Jahren getrennt, aber der Mann verweigerte die schriftliche Einwilligung in die Scheidung.

Für Heirats- und Scheidungsfragen von Juden sind in Israel ausschließlich religiöse Rabbinatsgerichte zuständig. Für die Auflösung einer Ehe bedarf es der Einwilligung beider Eheleute, was manchmal zu Erpressungsversuchen über finanzielle Angelegenheiten oder das Sorgerecht für Kinder führen kann. Wenn sich ein Teil weigert, können die Rabbinatsgerichte mehrere Jahre Beugehaft anordnen, um den Betreffenden gefügig zu machen.

Die Behörden gingen im aktuellen Fall davon aus, dass die Flucht geplant war und der Mann einen Komplizen in einem Fluchtauto vor dem Gerichtsgebäude hatte. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit Dutzenden Beamten sei erfolglos geblieben, obwohl der Mann weder Geld noch ein Telefon bei sich gehabt habe. Beim Sprung aus dem zweiten Stock verlor er auch noch einen Schuh. Offiziell verheiratet ist der Flüchtige aber nach wie vor.

dpa

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