150 Kilometer vor dem Nordpol

Schichtwechsel auf der "Polarstern"

Zwei Wochen später als geplant ist das Versorgungsschiff "Kapitan Dranitsyn" (im Vordergrund) zum Forschungsschiff "Polarstern" (im Hintergrund) vorgedrungen. Foto: Steffen Graupner/Alfred-Wegener-Institut/dpa
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Zwei Wochen später als geplant ist das Versorgungsschiff "Kapitan Dranitsyn" (im Vordergrund) zum Forschungsschiff "Polarstern" (im Hintergrund) vorgedrungen. Foto: Steffen Graupner/Alfred-Wegener-Institut/dpa

Das Forschungsschiff "Polarstern" driftet in der Arktis. Dichtes Meereis verzögerte den regelmäßigen Personalwechsel. Nun ist der Versorgungseisbrecher da. Auf seiner Rückfahrt stehen neue Herausforderungen an.

Bremerhaven (dpa) - Mit rund zweiwöchiger Verzögerung hat der russische Eisbrecher "Kapitan Dranitysn" das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" erreicht - rund 150 Kilometer vom Nordpol entfernt.

Noch nie habe es ein Schiff zu dieser Jahreszeit aus eigenem Antrieb so tief in die zentrale Arktis geschafft, sagte Expeditionsleiter Markus Rex. Der Kapitän des Versorgungsschiffes habe mit dieser Leistung große Kompentenz bewiesen. "Wir sind an der Grenze des Machbaren", betonte Rex.

Die "Polarstern" driftet derzeit ein Jahr durch die Arktis, angedockt an einer riesigen Eisscholle. Die Wissenschaftler an Bord werden alle zwei Monate ausgetauscht. Dichtes Meereis hatte jedoch zuletzt ein zügiges Vorankommen der "Kapitan Dranitsyn" verhindert und den Personalwechsel verzögert. Das hatte zu Verstimmungen von einigen Menschen an Bord der "Polarstern" geführt. Rex betonte dagegen, die Verspätung sei im Rahmen seiner Erwartungen gewesen: "Unser Konzept ist aufgegangen."

Seit der Ankunft der "Kapitan Dranitsyn" an der Eisscholle werden frische Lebensmittel und neue wissenschaftliche Ausrüstung zur "Polarstern" gebracht. Bis alles Material an Bord sei, werde es noch Tage dauern, da beide Schiffe rund einen Kilometer voneinander entfernt lägen. Geräte müssten mit Kränen von Bord gehievt werden, für den Shuttle werden Pistenraupen und Schneemobile eingesetzt. Bei Temperaturen von minus 35 Grad Celsius kämen die Geräte an ihre Grenzen. "Man muss vorsichtig und langsam vorgehen", sagte Rex. Die Lebensmittel müssten in beheizten Containern transportiert werden.

Voraussichtlich an diesem Dienstag bricht in Russland ein Eisbrecher auf, um der "Kapitan Dranitsyn" auf ihrem Rückweg entgegenzufahren. Das Versorgungsschiff hatte aufgrund des dichten Meereises mehr Energie verbraucht als erwartet. Nun muss es unterwegs mit Treibstoff versorgt werden. Da das Meereis in den kommenden Wochen noch dicker wird, werden für den nächsten Personalwechsel im April Polarflugzeuge eingesetzt. Mit Pistenraupen sei auf der Eisscholle eine Landebahn präpariert worden, so Rex.

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