Schick und korrekt im Büro:

Schick und korrekt im Büro: Dresscode für die Karriereleiter

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Kleider machen Leute – das Sprichwort gilt nach wie vor – vor allem im Business. Wer die Kunst des richtigen Dresscodes beherrscht, dem stehen alle Türen offen.

Wer korrekt und stilsicher gekleidet ist, wird von Geschäftspartnern und Kollegen als ernst zu nehmender, gleichwertiger Partner wahrgenommen und behandelt. „Falsche Kleidung kann ein Karrierehemmer sein“, sagt Uta M. Todenhöfer, Personality Coach und Stylistin in Kassel, die gemeinsam mit Knigge-Trainer Michael Kugel als die 2Profis Seminare und Coaching zum Thema guter Stil anbietet.

„Über 90 Prozent aller Führungskräfte in deutschen Großunternehmen denken, dass ihre Mitarbeiter erfolgreicher sein könnten, wenn sie sich besser kleiden würden“, sagt Kugel. Warum ist das so? Gute Kleidung ist eine Visitenkarte. Sie prägt das Image. Sie ist ein Vertrauensvorsprung. Sie zeugt von Wertschätzung und Professionalität. Und sie spiegelt auch die Firmenidentität wieder.

Welcher Dresscode gilt, kann je nach Branche, Unternehmen, Führungsebene und Anlass variieren. Generell gilt: klassisch, dezent, gedeckte Farben. „Ein gut geschnittenes Kostüm, ein perfekt sitzender Anzug in der optimalen Farbzusammenstellung und eine typgerechte Frisur sind, zusammen mit hervorragend kombinierten Accessoires, das stärkste Kapital“, sagt Todenhöfer.

Im Top-Management oder konservativen Branchen steht hochoffizielle Businesskleidung auf der Tagesordnung. Was für die Herren der klassische Dreiteiler in Schwarz, Mitternachtsblau, Anthrazit oder Grau ist, sind für die Damen das Kostüm, der Hosenanzug und das Etuikleid. Dazu kombiniert man traditionell Weiß und Pastell, Krawatten in Blau-, Grau- und Rotvariationen. Schuhe fürs Business sind schwarz, aus Leder und top gepflegt: für die Herren Klassiker wie Oxford oder Brogues, für die Damen Pumps oder Slingpumps. „Sie kommen ohne Zierde aus und sind nie offen“, erläutert Todenhöfer.

 Trotz Dresscode zeichnet sich ein gekonntes Business-Outfit auch durch Schick und Authentizität aus. Es ist eine Symbiose aus Persönlichkeit, Funktion und Anlass. „Guter Business-Style ist, wenn Stilsicherheit und persönlicher Geschmack perfekt vereint sind“, sagt Jörg Dippel, Abteilungsleiter bei Köhler in Kassel. „Die größte Möglichkeit für den Herren, Individualität auszustrahlen, ist die Krawatte – auch wenn ihr Dessin zurückhaltend-klassisch sein soll“, sagt Torsten Evers, Inhaber von Heinsius & Sander in Kassel. „Auch modische Kragenformen können Akzente setzen. So wirkt ein Haifischkragen deutlich schicker als der Kent.“

Um nicht zu langweilen, kann man auch mit Accessoires wie einer Tasche, einem Tuch oder einer Kette Farbe ins Spiel bringen. „Allerdings sollte man seinem Typ treu bleiben und nicht protzen“, sagt Todenhöfer. „Weniger ist mehr. Als Faustregel gilt: Man trägt nicht mehr als neun Teile.“ Wo lässiger Schick erlaubt ist, beispielsweise in der Kreativbranche, kann man mit dunkelblauer Denim oder Chino ins Büro gehen. „Hierzu kann ein schickes Hemd ohne Krawatte oder mit Schal, mit oder ohne Blazer getragen werden“, sagt Dippel. Ebenso können modisch geschnittene Anzüge, Muster und leuchtende Farben getragen werden.

Die zweite Haut

Farben sind nicht nur Akzent, sondern auch ein Signal: „Dunkle Farben stehen für Autorität, helle für Kollegialität“, sagt Kugel. „Deshalb sollte man sich bei der Kleiderwahl immer überlegen: Wem stehe ich gegenüber, was will ich erreichen.“ Während Schwarz für Durchsetzungsfähigkeit, Dunkelblau für Kompetenz und Rot für Autorität stehe, verbinde man mit Braun Bodenständigkeit. Deshalb: Braune Anzüge sind zwar en vogue, aber nur bedingt business-tauglich.

„Gute Businesskleidung sollte wie eine zweite Haut sitzen“ sagt Kugel. Deshalb ist eine gute Passform das A und O. „Sie sollte die Figur umschmeicheln, ohne sie abzuzeichnen“, erklärt Evers. Aufspringende Knöpfe oder kneifende Jacken? Wer auf eine hohe Qualität bei Stoffen, Schnitten und Verarbeitung achtet, umschifft diese Unannehmlichkeiten.

Schlecht sitzende Kleidung ist nicht der einzige Fauxpas: Fehl am Platz sind auch nicht zeitgemäße Kleidung, die Sonnenbrille im Haar, ärmellose Tops, ohne Jacke zu tragen, oder verknitterter Stoff, „Knitter steht für Inkompetenz“, sagt Todenhöfer. Wer die Kunst des Dresscodes beherrscht, ist im Business nicht nur gern gesehen, sondern auch erfolgreicher.

Von Helga Kristina Kothe

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