Auf Marinestützpunkt

Zahlreiche Tote bei Schießerei in Washington

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Auf einem Marinestützpunkt in Washington hat es eine Schießerei gegeben

Washington - Mitten in Washington hat eine Schießerei auf einem Marinestützpunkt für Entsetzen gesorgt. Es gab Tote. Ein Verdächtiger sei erschossen worden, nach zwei weiteren Schützen werde gefahndet.

Bei der Schießerei auf einem Stützpunkt der US-Marine in Washington sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das teilte Washingtons Bürgermeister Vincent Gray am Montag mit. Das Motiv für die Tat sei unklar, für einen terroristischen Hintergrund gebe es derzeit keine Anzeichen.

Unterdessen identifizierten Ermittler den Schützen als einen 34 Jahre alten Mann aus Fort Worth im US-Staat Texas, wie der TV-Sender NBC unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtete. Er soll seit Kurzem als privater Auftragnehmer für die US-Marine gearbeitet haben und sich mit dem Ausweis eines ehemaligen Navy-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude 197 verschafft haben. Er sei mit einem Sturmgewehr und anderen Waffen ausgestattet gewesen.

Scharfschützen auf dem Dach des Gebäudes, darüber schwebt ein Hubschrauber

Über dem Navy Yard im Südosten Washingtons kreisten Hubschrauber, Polizisten und Soldaten sperrten den Zugang zu dem Gelände am Fluss Anacostia weiträumig ab. Die Polizeichefin der US-Hauptstadt, Cathy Lanier, erklärte, dass mindestens ein Schütze um 8.20 Uhr (Ortszeit, 14.20 Uhr MESZ) das Feuer in einem Verwaltungsgebäude eröffnet habe. "Ein Schütze ist gestorben", sagte Lanier bei einer Pressekonferenz. "Unsere große Sorge ist, dass wir womöglich zwei weitere Schützen haben, die bislang noch nicht ausfindig gemacht werden konnten."

Das ganze Ausmaß der Bluttat war zunächst unklar. Die Chefärztin des Washington Medical Center, Janis Orlowski, sagte bei einer Pressekonferenz, dass drei Schwerverletzte in ihr Krankenhaus eingeliefert worden seien - ein Polizist und zwei Frauen. Der Nachrichtensender CNN berichtete von mindestens zehn Verwundeten.

Wegen der Schüsse wurde auch der Verkehr am wenige Kilometer entfernten Inlandsflughafen Reagan National Airport für etwa 90 Minuten eingestellt. Das Weiße Haus erklärte, dass US-Präsident Barack Obama von seinen Sicherheitsberatern über die Lage auf dem Laufenden gehalten werde.

Der Navy Yard in Washington ist eine frühere Werft und Waffenfabrik der US-Marine. Auf dem historischen Gelände liegt heute eines der Verwaltungszentren der US Navy. Den Angaben zufolge ereignete sich die Schießerei im Hauptquartier des Naval Sea Systems Command, das für den Bau und die Instandsetzung der US-Kriegsflotte zuständig ist. Dort arbeiten etwa 3000 Menschen. Außerdem befindet sich auf dem Komplex die Dienstwohnung von US-Marinechef Jonathan Greenert, der US-Medien zufolge während der Schießerei in Sicherheit gebracht wurde.

Schießerei bei US-Navy: Zahlreiche Tote in Washington

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Als bislang schlimmster Zwischenfall auf einer Militärbasis in den USA gilt der Amoklauf von Fort Hood im November 2009. Auf dem Stützpunkt im Bundesstaat Texas hatte der frühere Armeepsychiater Nidal Hasan 13 Menschen erschossen und 32 weitere verletzt. Ein Militärgericht verurteilte Hasan Ende August zum Tode. Der US-Bürger mit palästinensischen Wurzeln hatte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden geschossen, weil diese in Afghanistan in einem "illegalen Krieg" gegen Muslime kämpften.

AFP

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