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Schiffswrack: Legendäre „Gloucester“ vor Englands Küste entdeckt

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Von: Niklas Hecht

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340 Jahre lang lag die Fregatte „Gloucester“ des späteren englischen Königs James II. auf dem Meeresgrund. Nun haben Forscher das Schiffswrack entdeckt.

Great Yarmouth, England – Die Katastrophe hätte beinahe die Geschichte Englands und der Welt verändert. Als im Mai 1682 die „Gloucester“ auf dem Weg von Portsmouth nach Edinburgh auf eine Sandbank auflief und mehr als Hundert Seeleute und Passagiere starben, kam der spätere König James II. nur knapp mit dem Leben davon. Mehr als 300 Jahre lang war unklar, wo das royale Kriegsschiff untergegangen war.

Nun hat die University of East Anglia (UEA) bekannt gegeben, dass die legendäre „Gloucester“ vor der englischen Nordseeküste gefunden wurde. Ein privates Forschungsteam um die Brüder Julian und Lincoln Barnwell hatte das Wrack bereits 2007 nach vierjähriger Suche auf dem Grund des Meeres vor der Stadt Great Yarmouth in der Grafschaft Norfolk entdeckt.

Schiffswrack „Gloucester“ wurde bereits 2007 vor Englands Küste entdeckt

Es dauerte allerdings mehrere Jahre, bis das Schiff eindeutig als „Gloucester“ identifiziert werden konnte. Letztlich ermöglichte eine Inschrift auf einer Schiffsglocke die sichere Identifizierung. Zum Schutz des Wracks, das in internationalen Gewässern liegt, wurde seine Entdeckung bis zuletzt geheim gehalten.

Legendäres Schiffswrack vor Englands Küste entdeckt
Forscher fanden die Überreste der „Gloucester“ bereits 2007 - doch die Entdeckung wurde zunächst geheim gehalten. © Norfolk Historic Shipwrecks/University of East Anglia/dpa

Neben dem zerbrochenen Rumpf des Schiffes wurden etliche weitere Gegenstände wie Kanonen, Besteck, Navigationsgeräte und sogar einige ungeöffnete Weinflaschen gefunden. Für Experten ist die Entdeckung der „Gloucester“ ein archäologischer Sensationsfund.

Ausstellung der Fundstücke im Norwich Castle Museum

«Die Entdeckung verspricht, unser Verständnis der sozialen, maritimen und politischen Geschichte fundamental zu verändern», sagte Professorin Claire Jowitt von der University of East Anglia. Sie sei der bedeutendste Fund seit der Hebung des Schiffs „Mary Rose“ von Tudor-König Heinrich VIII. Diese war im Jahr 1982 an der Südküste Englands geborgen worden.

Die wichtigsten Fundstücke, darunter die Schiffsglocke, sollen vom kommenden Frühjahr an in einer Ausstellung im Norwich Castle Museum zu sehen sein, gab die University of East Anglia bekannt.

Spektakuläre Funde auf dem Grund des Meeres gibt es immer wieder

Immer wieder machen Taucher auf dem Meeresgrund aufsehenerregende Funde. So fandenTaucher des WWF, die eigentlich auf der Suche nach Geisternetzen waren, in der Ostsee eine Enigma-Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine sensationelle Entdeckung. Ähnlich spektakulär war Anfang des Jahres der Fund des britischen Expeditionsschiffs „Endurance“, das mehr als 100 Jahre im antarktischen Weddellmeer verschollen gewesen war. Gleich mehrere Schiffswracks wurden dieses Jahr auf der Hallig Süderoog entdeckt. Eine Sturmflut legte die Wracks auf einer Sandbank im Nationalpark Wattenmeer frei. „Wie bei Fluch der Karibik“ urteilten Beobachter über den plötzlich aufgetauchten Schiffsfriedhof. (Niklas Hecht)

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