Das angebliche Original

Schindlers Liste bei Ebay angeboten

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In dieser Filmszene aus "Schindlers Liste" von 1993 stellen Oskar Schindler ( Liam Neeson, l) und sein jüdischer Buchhalter Itzhak Stern ( Ben Kingsley) eine Liste von über 1100 jüdischen Arbeitern zusammen, die Schindler zu retten hofft.

Washington - Eine angeblich originale Liste mit Namen von jüdischen Mitarbeitern des deutschen Fabrikanten Oskar Schindler aus dem Jahr 1945 wird beim Online-Auktionshaus Ebay angeboten.

Das 14-seitige Dokument, in dem 801 jüdische Häftlinge unter anderem mit Name, Geburtsdatum und Beruf aufgeführt sind, wurde am Freitag mit einem Startpreis von drei Millionen Dollar (rund 2,3 Millionen Euro) von einer Auktionsagentur aus Kalifornien auf der Plattform eingestellt. Als Standort des angebotenen Artikels wird Israel genannt.

Schindler hatte während des Zweiten Weltkriegs 1200 jüdische Häftlinge, die er häufig nur zum Schein als Zwangsarbeiter für seine Fabrik in Krakau von der SS angefordert hatte, vor der Ermordung in den Vernichtungslagern der Nazis bewahrt. Seine Geschichte war durch den Oscar-prämierten Film „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg Mitte der 90er Jahre auch einem breiten Publikum bekanntgeworden.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Sie haben sich dem Zugriff der Justiz entzogen. Auf der Liste der meistgesuchten Nazi- Kriegsverbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem stehen folgende Namen: © dpa
ALOIS BRUNNER (Jahrgang 1912) in Syrien: Der wichtigste bislang strafrechtlich nicht verfolgte Nazi-Kriegsverbrecher ist möglicherweise nicht mehr am Leben. © dpa
Der ehemalige SS-Hauptsturmführer soll als “Ingenieur der Endlösung“ für den Tod von etwa 130 000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein. © dpa
Brunner wurde das letzte Mal im Jahr 2001 in Damaskus (Syrien) gesehen. © dpa
ARIBERT HEIM (1914) in Ägypten: Der als “Dr. Tod“ berüchtigte frühere KZ-Arzt soll 1992 mit 78 Jahren in Kairo gestorben sein. Als Beleg gilt ein Auszug aus dem Sterberegister. © dpa
Aufgrund einer beim Bundesfinanzhof anhängigen Steuersache schließt das Wiesenthal- Zentrum jedoch nicht aus, dass Heim noch lebt. © dpa
Er soll in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen zahlreiche Menschen ermordet haben, viele durch Injektionen ins Herz. © ZDF
SANDOR KEPIRO (1914) in Ungarn: Der Polizeioffizier wird verdächtigt, an der Ermordung von mehr als 1200 Zivilisten im serbischen Novi Sad teilgenommen zu haben. © dpa
MILIVOJ ASNER (1913) in Österreich: Der ehemalige Polizeichef in Kroatien soll aktiv an der Verfolgung und Deportation von Serben, Juden sowie Sinti und Roma beteiligt gewesen sein. © AP
KLAAS CARL FABER (1922) in Deutschland: In den Niederlanden wurde er für den Tod von Gefangenen 1944 zum Tode verurteilt. © dpa
Das Urteil wurde 1948 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 1952 flüchtete er aus dem Gefängnis und lebt seit Jahrzehnten in Ingolstadt. © dpa
SOEREN KAM (1921) in Deutschland: Das ehemalige SS-Mitglied soll für den Tod eines dänischen Journalisten verantwortlich sein und die Deportation der jüdischen Gemeinde in Dänemark in deutsche Konzentrationslager ermöglicht haben. © dpa
Wegen Tötung in Dänemark verurteilt, lebt Kam heute in Kempten im Allgäu. © dpa
MICHAIL GORSCHKOW (1923) in Estland: Laut Wiesenthal-Zentrum war er am Mord an Juden in Weißrussland beteiligt. © dpa
ALGIMANTAS DAILIDE (1921) in Deutschland: Er soll Juden festgenommen haben, die später von Nationalsozialisten getötet wurden. © dpa
Von den USA ausgeliefert wurde er in Litauen verurteilt, musste seine Haft aber wegen seines Gesundheitszustands nicht antreten und lebt heute in Sachsen. © dpa

„Diese überaus seltene originale Schindlers Liste ist die einzige jemals auf dem Markt angebotene“, heißt es in der Artikelbeschreibung bei Ebay. Sie sei eine von vier noch existierenden. Zwei befinden sich nach Berichten von US-Medien in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem, die dritte in einer US-Gedenkstätte. Das Erstellungsdatum der Liste sei der 18. April 1945. Wie die Anbieter der Liste, Gary Zimet und Eric Gazin, der „New York Post“ sagten, erhoffen sie sich einen Verkaufspreis in Höhe von fünf Millionen Dollar. „Wir haben uns für Ebay entscheiden, weil es weltweit mehr als 100 Millionen Mitglieder hat, und dies ist eine globale Sache“, sagte Gazin. „Es gibt Milliardäre, die diese Seite nutzen, reiche Prominente.“

Dem Zeitungsbericht zufolge hatte Zimet das Dokument bereits 2010 im Auftrag des damaligen Besitzers, eines Neffen des Schindler-Vertrauten Itzhak Stern, für 2,2 Millionen Dollar angeboten. „Stern gab die Liste seinem Neffen, der sie 2011 an einen privaten Sammler verkaufte“, sagte Zimet dem Blatt. „Nun möchte dieser Sammler sie verkaufen.“

dpa

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