"Schleppende" Rettung für Costa Allegra

Rom - Nach dem Feuer auf der “Costa Allegra“ läuft nach Reederei-Angaben alles nach Plan. Die Ankunft des Kreuzfahrtschiffes auf den Seychellen läuft aber im wahrsten Sinne des Wortes nur schleppend.

Schleppendes Ende einer Kreuzfahrt: Die havarierte “Costa Allegra“ soll am Donnerstagmorgen auf der Seychellen-Hauptinsel Mahé ankommen - von einem Fischtrawler durch den Indischen Ozean gezogen mit einer Geschwindigkeit von nur fünf Knoten (knapp zehn Stundenkilometer). Wegen hoher Wellen müssten sich die rund 1000 Menschen an Bord ein wenig länger gedulden, hieß es am Mittwoch. Die Ankunft sollte sich um etwa zwei Stunden verspäten.

Die italienische Reederei Costa Crociere, zu der auch das Unglücksschiff “Costa Concordia“ gehört, beruhigte indessen: Nach dem Feuer auf dem Kreuzfahrtschiff “Costa Allegra“ laufe dort alles nach Plan. Man treffe nun die Vorbereitungen für die Weiterreise der Passagiere. Mehr als 600 Sitze in verschiedenen Maschinen seien von den Seychellen aus bereits reserviert worden. Zudem stünden für die Passagiere mehr als 400 Hotelzimmer bereit.

Bilder vom Unglück der Costa Concordia

Luxusliner läuft auf Grund - Tote und Verletzte

Der Kreuzfahrer, der sonst mit maximal 19 Knoten durch die Meere schippern kann, kam nur langsam voran. “Wir hatten vorher eine Geschwindigkeit von sechs Knoten, jetzt haben wir knapp fünf“, sagte der Sprecher von Costa Kreuzfahrten in Deutschland, Werner Claasen. Wegen der stärker gewordenen Strömung korrigierte die Reederei die Ankunftszeit auf Mahé von 6 Uhr auf 8.30 Uhr. Durchs Piratengewässer ging es weiter mit Begleitung: “Ein Marineboot und zwei Schlepper eskortieren das Schiff“, berichtete Claasen.

Das Feuer im Maschinenraum der “Costa Allegra“ hatte auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen am Montag zwar niemanden verletzt. Die mehr als 1000 Menschen fuhren anschließend aber ohne Klimaanlage und funktionierende Stromversorgung durch die Tropen. Inzwischen brachte die Reederei per Helikopter diverses Versorgungsmaterial auf das Schiff. “Darunter einen elektrischen Generator, einfach um Strom herstellen zu können“, berichtete Claasen.

Techniker wollten versuchen, mit dem kleinen elektrischen Generator zumindest Notdürftiges wie Toiletten wieder in Betrieb zu nehmen. “Die Mannschaft wird alles tun, um die Situation an Bord komfortabler zu machen“, hieß es von der Reederei in Genua. Im heißen und feuchten Klima sorge zumindest auch eine leichte Brise dafür, dass es für die Reisenden bei tropischer Hitze etwas angenehmer sei. “Weil die Klimaanlage nicht funktioniert, gehen die wenigsten in ihre Kabinen“, berichtete Claasen.

Aber auch Lebensmittel wie frisches Brot, Batterien für Handys, rund 400 Taschenlampen, Plastikgeschirr und verschiedene Medikamente wurden auf das Schiff gebracht. Essen kochen konnte die Crew laut Reederei nicht, aber es gebe keinen Mangel an Nahrung. Von Notfällen war dem deutschen Sprecher Claasen nichts bekannt. “Wir wissen nur, dass es allen gut geht und es keinerlei Verletzte oder andere Vorfälle an Bord gibt.“

Mit einem Schnellboot gelangten auch Costa-Mitarbeiter auf das Schiff. “Drei bis vier Mitarbeiter kümmern sich jetzt um die Fragen der Passagiere und klären den weiteren Reiseverlauf“, sagte Claasen. Rund zehn Mitarbeiter bereiteten zudem die Ankunft der Passagiere auf der Seychellen-Hauptinsel vor.

Die Havarie der “Costa Allegra“ trifft erneut ein Kreuzfahrtschiff jener italienischen Reederei, der auch das Unglücksschiff “Costa Concordia“ gehört. Unter den mehr als 1000 Menschen an Bord sind 636 Passagiere aus 25 Ländern. Dabei sind 38 Deutsche, 90 Schweizer, 97 Österreicher, 127 Franzosen und 135 Italiener. Ihre 26-Tage-Seereise sollte von Mauritius über Madagaskar durch den Suezkanal bis Savona in Italien führen.

dpa

Rubriklistenbild: © Costa Crociere/AP/dapd

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