Schmerzensgeld für Mörder? - Gäfgen-Prozess vor Urteil

Frankfurt/Main. Fast neun Jahre nach dem Mord an dem Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler könnte Magnus Gäfgen am heutigen Donnerstag Schmerzensgeld zugesprochen werden.

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Grund sind die illegalen Folterdrohungen der Polizisten während eines Verhörs, mit denen sie den entführten Elfjährigen retten wollten. 10 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz in unbenannter Höhe verlangt der inzwischen 36 Jahre alte verurteilte Mörder vor der Zivilkammer des Landgerichts für angebliche psychische Spätfolgen.

Ob die Kammer bereits am Donnerstag das Urteil spricht oder einen anderen Beschluss verkündet, stand am Mittwochabend noch nicht sicher fest. Es war auch noch nicht entschieden, ob ein Befangenheitsantrag Gäfgens gegen die zuständige Kammer zulässig ist, wie ein Gerichtssprecher sagte. Gäfgens Anwalt, Michael Heuchemer, hatte den Antrag damit begründet, die Kammer habe sich bereits festgelegt, ohne wichtige Unterlagen zu berücksichtigen.

Frankfurts Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner hatte dem leugnenden Entführer Gäfgen im Oktober 2002 unerträgliche Schmerzen androhen lassen, um am vierten Tag der Entführung endlich das Versteck der Geisel zu erfahren. Als Gäfgen schließlich auspackte, konnten die Beamten nur noch Jakobs Leiche aus einem osthessischen Tümpel bergen. (dpa)

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