Verdächtiger ist vorverurteilt

Schütze von Paris schweigt über Tathintergrund

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Polizeifoto des "Schützen von Paris".

Paris - Die französische Justiz hat gegen den rätselhaften Schützen von Paris ein Ermittlungsverfahren wegen Mordversuchs eingeleitet. Der Verdächtigte schweigt sich bislang aus.

Die französische Justiz hat gegen den rätselhaften Schützen von Paris ein formelles Ermittlungsverfahren wegen Mordversuchs eingeleitet. Das teilte die Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Samstag in der französischen Hauptstadt mit. Der 48-jährige Verdächtige Abdelhakim Dekhar kommt demnach in Untersuchungshaft.

Dekhar soll am vergangenen Montagmorgen durch Schüsse aus einem Gewehr einen Foto-Assistenten der Zeitung "Libération" schwer verletzt und anschließend vor einer Bank um sich geschossen haben. Danach nahm er den Ermittlern zufolge bei seiner Flucht einen Autofahrer kurzzeitig als Geisel. Mitte November soll er bereits bewaffnet in die Zentrale des Senders BFMTV eingedrungen sein, damals aber nicht geschossen haben. Am Mittwochabend wurde Dekhar halb bewusstlos in einem Auto in einer Tiefgarage bei Paris aufgefunden. Womöglich wollte er sich mit Medikamenten das Leben nehmen. Die Beweggründe für seine Taten waren zunächst unklar. Der Beschuldigte äußerte sich während seines Polizeigewahrsams nicht.

Dekhar war nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits 1998 wegen seiner Verwicklung in ein blutiges Verbrechen verurteilt worden. Der in Ostfrankreich geborene Verdächtige war 1994 in den bis heute mysteriösen Kriminalfall Rey-Maupin verwickelt: Zwei junge Studenten aus der linksradikalen Szene hatten damals nach einem Überfall, durch den sie sich Waffen besorgen wollten, drei Polizisten und einen Taxifahrer erschossen. Mittäter Audry Maupin wurde bei der Flucht erschossen; seine Komplizin Florence Rey kam 2009 nach 15 Jahren Haft frei, ohne je die Hintergründe der Tat offengelegt zu haben.

Rey äußerte sich am Samstag erstmals zu dem Fall Dekhar. In einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag, verurteilte sie die Taten "dieser finsteren Person". Zugleich kritisierte sie, dass in der Medienberichterstattung über Dekhar in den vergangenen Tagen immer wieder ihr Foto veröffentlicht worden sei. Dies habe "schwerwiegende Folgen für jemanden, der versucht, in ein normales Leben zurückzufinden", erklärte Rey.

afp

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