Ihr Schicksal geht ans Herz

"Oma Gertrud": 22-fache Schwarzfahrerin (87) nach U-Haft freigelassen

Wuppertal. Es ist ein ungewöhnlicher Gerichtsprozess: Fast wäre eine 87-Jährige wegen Schwarzfahrens verurteilt worden. „Oma Gertrud“ kaufte vielfach keine Tickets, für öffentliche Verkehrsmittel. Sie kam in Untersuchungshaft, weil sie einen Gerichtstermin schwänzte. Nun ist sie wieder frei.

Im Prozess gegen eine notorische Schwarzfahrerin hat das Wuppertaler Amtsgericht die 87 Jahre alte Angeklagte auf freien Fuß gesetzt. "Das Verfahren wird ausgesetzt", sagte Richter Markus Schlosser am Donnerstag. Es müsse in einem ergänzenden Gutachten geklärt werden, ob die "Oma Gertrud" genannte Frau verhandlungsfähig sei. "Sie sind frei und können gehen", sagte der Richter zu der alten Dame. Weil sie einen Gerichtstermin geschwänzt hatte, war die 87-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt worden. In dem Verfahren geht es um 22 Fälle von Beförderungserschleichung.

Die Rente der Frau ist offenbar so niedrig, dass diese putzen gehen musste, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das Schicksal der Frau ging vielen Bürgern ans Herz, einige wollten sie sogar freikaufen, um ihr so das Gefängnis zu ersparen. Bereits im Sommer ist sie wegen Schwarzfahrens zu einer Geldstrafe verurteilt worden, welche eine Zeitung für sie bezahlte. (dpa/ema)

Rubriklistenbild: © dpa

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