Jetzt soll er in einer Klinik abnehmen

Sechs Jahre ans Bett gefesselt: Mexikaner wiegt eine halbe Tonne

+
Fast 500 Kilogramm Körpergewicht: Juan Pedro Franco ist 32 Jahre alt. Das Bild zeigt seine Ankunft mit dem Spezialfahrzeug in einem Krankenhaus in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt in Mexiko.

Guadalajara. Juan Pedro Franco hat sein Zimmer im mexikanischen Guadalajara sechs Jahre lang nicht verlassen. Sein Gewicht von knapp 500 Kilogramm fesselte ihn ans Bett. Bis jetzt.

Denn der 32-Jährige hat beschlossen, den Kampf gegen das Übergewicht aufzunehmen. Sein sehnlichster Wunsch: „Ich will endlich wieder laufen können“, sagte er gegenüber internationalen Zeitungen wie der britischen „Sun“.

Der junge Mann hat sich nun dazu entschieden, sich medizinisch gegen die lebensgefährlichen Auswirkungen der Fettleibigkeit behandeln zu lassen. Laut einem Bericht des britischen Blattes „The Telegraph“ zählen Diabetes, Bluthochdruck, Arterienverkalkung und eine Unterfunktion der Schilddrüse zu seinen Leiden.

Anfang der Woche ist Franco mit einem Spezialfahrzeug in eine Klinik in Guadalajara (500 Kilometer westlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt) gebracht worden.

Seine Mutter begleitete ihn. Lokalen Medien erzählte sie, alles habe mit der Schilddrüsenunterfunktion angefangen. Ihr Sohn sei zwar schon immer etwas fülliger gewesen, aber mit 17 Jahren sei er einfach immer dicker geworden. Eine Diät jagte irgendwann die nächste. Doch ohne Erfolg. Der Stoffwechsel machte einfach nicht mehr mit. Aus Frust aß der Mexikaner mit der Zeit immer mehr – bis er eine halbe Tonne wog.

Doch nun will er sich in der Klinik helfen lassen. Sei behandelnder Arzt, José Castañeda, sagte gegenüber örtlichen Medien: „Es wird mindestens ein halbes Jahr dauern, bis er in der Klinik genug abgenommen hat, um sich mit weniger Risiken für einen Magenbypass operieren zu lassen.“ Bei dem Eingriff wird der Magen chirurgisch verkleinert. So kann der Patient weniger essen und nimmt in der Regel relativ schnell ab. Allerdings muss der Betroffene danach seine Essgewohnheiten komplett verändern. Er kann beispielsweise nur noch kleines Portionen zu sich nehmen.

Francos Gewicht ist aber noch zu hoch für den OP-Tisch. Es besteht die Gefahr, dass er während des Eingriffs erstickt oder die Narkose nicht verträgt. Deshalb wird er jetzt im Krankenhaus mit einer speziell auf ihn zugeschnittenen Diät auf die OP vorbereitet. Zudem lernt er in einer Bewegungstherapie wieder, seine Muskeln zu benutzen. Denn er soll auch durch einfachste Sporteinheiten zusätzliche Kalorien verbrennen. 

Franco schöpft viel Hoffnung aus seinem Krankenhausaufenthalt. Und er ist laut "The Telegraph" festen Willens, wieder gesund zu werden: "So ist es doch kein leben. Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, im eigenen Körper gefangen zu sein."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.