22 Seeleute nach Jahren aus Gewalt von Piraten befreit

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Ein Soldat vor einem Schiff in Somalia (Archivbild).

Nairobi - Nach fast drei Jahren in der Gewalt von Piraten sind 22 Seeleute von Sicherheitskräften der halbautonomen somalischen Region Puntland befreit worden.

Das Schiff „MV Iceberg 1“ sei gestürmt, die Geiseln seien unverletzt befreit worden, hieß es am Sonntag in einer Erklärung der Regierung von Puntland. Nach Angaben von Hafenminister Saeed Mohamed Rage handelt es sich bei den befreiten Geiseln um acht Jemeniten, fünf Inder, zwei Pakistaner, vier Ghanaer, zwei Sudanesen und einen Philippiner.

Ihr Schiff war am 29. März 2010 entführt worden. Obwohl die Entführungen vor der somalischen Küste zuletzt deutlich zurück gingen, befinden sich in der Region noch immer fast 120 Seeleute in der Gewalt von Piraten. An Bord immer mehr Schiffe sind nun bewaffnete Sicherheitsleute, zudem patrouillieren internationale Marineverbände in der Region.

GSG 9: Das waren die spektakulärsten Einsätze

Oktober 1977: In der somalischen Hauptstadt Mogadischu befreien GSG-9-Beamte 86 Geiseln aus der von Palästinensern entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“. © dpa
November 1982: In Frankfurt werden die RAF-Terroristinnen Adelheid Schulz und Brigitte Mohnhaupt (Bild) festgenommen. © dpa
Juni 1993: Bei der Festnahme der RAF-Terroristin Birgit Hogefeld kommen ihr Komplize Wolfgang Grams und ein GSG-9-Beamter im mecklenburgischen Bad Kleinen ums Leben. © dpa
August 1993: In Düsseldorf wird eine Boeing der niederländischen KLM aus den Händen eines ägyptischen Entführers befreit. © dpa
Juli 1994: Die GSG 9 überwältigt 28 Häftlinge, die in Kassel mit der Geiselnahme eines Justizbeamten ihre Freilassung erpressen wollen. © dpa
September 2007: In einem Haus im nordrhein-westfälischen Medebach werden Islamisten der sogenannten Sauerland-Gruppe bei der Bombenherstellung festgenommen. © dpa
April 2009: Vor Somalia wird die Befreiung der Geiseln auf dem deutschen Frachter „Hansa Stavanger“ aus der Hand von Piraten abgebrochen. „Die Lage war so schwierig geworden, dass es nicht zu verantworten war“, sagt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. © dpa

2010 entführten Piraten in der Region noch 47 Schiffe, in diesem Jahr waren es bislang fünf. Die durchschnittliche Lösegeldsumme lag zuletzt bei fünf Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro). Das bislang höchste bekannte Lösegeld wurde mit elf Millionen Dollar im vergangenen Jahr für den griechischen Öltanker „MV Irene SL“ gezahlt.

dapd

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