Sehen und gesehen werden bei der Berliner Modewoche

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Hugo Boss und Rena Lange schwänzen. Die Berliner Modewoche will sich die Stimmung trotzdem nicht trüben lassen.

In der Nacht hat es gegossen wie aus Kübeln, aber pünktlich zum Auftakt der Berliner Fashion Week lässt sich am Dienstagmorgen die Sonne wieder blicken. Die Stilettos klappern über das Pflaster vor dem Modezelt am Brandenburger Tor. Auch manch stilbewusster Herr kommt in Shorts - blauer Samt oder rotes Tuch, Hauptsache viel Bein. Schließlich geht es um sehen und gesehen werden.

Drinnen im Zelt fließt schon morgens um neun der erste Schampus, eine Kosmetikfirma bietet Last-Minute-Nägellackieren mit mehr als hundert Farben an, und Scharen von jungen Mode-Bloggern warten geduldig auf Einlass, die goldene Tasche mit Werbegeschenkchen über der Schulter.

Gleich zum Auftakt sind so unterschiedliche Designer wie der junge, aus Laos stammende Modemacher Hien Le und die Österreicherin Lena Hoschek zu sehen - schnörkelloser Purismus kontra feminine Romantik.

Zum 13. Mal findet die Berliner Modewoche statt, und die Zahlen sind erneut beeindruckend: Zwölf Einzelmessen mit insgesamt 2500 Ausstellern, bis zum Freitag schätzungsweise 250 000 Fachbesucher, Laufstegschauen, Partys und Events ohne Ende. Dennoch hat das Fehlen von Aushängeschildern wie Hugo Boss und Rena Lange im Vorfeld für Aufregung in der Branche gesorgt. Bei der letzten Fashion Week hatte das Boss-Label Hugo noch das rauschendste Fest der Veranstaltung geschmissen - mit der eigens eingeflogenen Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger als Ehrengast. Der Berliner Star-Designer Michael Michalsky, der mit seiner traditionellen StyleNite am Freitag auch diesmal wieder den Abschluss macht, mahnte im Vorfeld in der „Bild“-Zeitung gleichwohl zu mehr Selbstbewusstsein. „Wir sollten anfangen zu sagen: Wir sind Berlin. Es ist nicht schlimm, dass wir nicht Mailand oder Paris sind. Wir sind cool, wir sind einzigartig.“ In Paris finden diesmal ausgerechnet zeitgleich mit der Fashion Week die großen Haute-Couture-Schauen statt.

Auch bei der Street- und Sportswearmesse Bread & Butter am Tempelhofer Feld mag sich niemand die Stimmung verderben lassen. Rund 600 Aussteller zeigen in den früheren Flughafenhallen alltagstaugliche Mode von der Jeans bis zum Straßenanzug. Zur Eröffnungsparty am Montagabend genossen Hunderte zwischen Hängematten und Liegestühlen, Pool und aufgeschüttetem Sand das Abhängen im Freien, bis ein gewaltiges Gewitter die Gäste in die Halle trieb.

Besonderer Aufmerksamkeit war sich - freilich ungewollt - der Berliner Modemacher Harald Glööckler sicher. Er präsentierte am Dienstag bei der zweiten Ausgabe der Messe Panorama seine neue Kollektion „Glööckler by Masterhand“ mit viel Samt, Brokat und Strass für den Herrn. Nachdem der umtriebige Designer tags zuvor nach einem Zeitungsbericht den Vorwurf des Kokain-Konsums vehement als „Rufmord“ zurückgewiesen hatte, empfing ihn am Modestand ein regelrechtes Blitzlichtgewitter. Eine neue Stellungnahme gab es nicht. (dpa)

Von Nada Weigelt

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