Seit acht Monaten wird vergeblich nach dreijährigem Australier gesucht

Sein Fall erinnert an Maddie: Dreijähriger in Australien verschwunden

Wo ist William Tyrrell? Trotz umfangreicher Suche fehlt jede Spur von dem Dreijährigen. Screenshot: Facebook

Sydney. Das Verschwinden eines Dreijährigen erschüttert Australien: Der Fall von William Tyrrell zeigt Parallelen zu dem Fall der britischen Maddie McCann.

Als der kleine William in Australien verschwand, war er drei Jahre alt – genauso alt wie Maddie McCann, als sie 2007 aus einem Ferienhaus in Portugal verschwand. Wie beim Fall der kleinen Madeleine gab es zunächst auch bei William scheinbar keine Spuren oder Indizien, die auf eine Entführung hindeuteten. Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass er Opfer eines Pädophilenrings geworden ist.

Der Dreijährige verschwand bereits Mitte September von dem Grundstück seiner Großmutter. Die alarmierte Polizei ging zunächst davon aus, dass William sich versteckt hatte. Doch auch eine neuntägige Suche in dem Ort Kendall 350 Kilometer nördlich von Sydney brachte kein Ergebnis – ebenso die Suche über das soziale Netzwerk Facebook. Inzwischen ist jeder Einwohner in Kendall verhört, alle umliegenden Häuser und Anwesen sind durchkämmt worden.

Die Polizei grub einen Garten um, leerte eine Jauchegrube und suchte wiederholt ein Waldstück ab. Erst gestern wurde erneut ein Haus durchsucht: Wieder ohne Erfolg.

Inzwischen ist die Polizei davon überzeugt, dass William entführt wurde. Sieben Monate nach seinem Verschwinden ist die Polizei auf einen Pädophilenring in der näheren Umgebung gestoßen. Offen ist, ob William bewusst entführt wurde, oder es eine Gelegenheitstat war.

Während die australische Polizei fieberhaft arbeitet, haben sich Williams Eltern nun zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gewandt. Ihr Appell an den Entführer: „Bring ihn zu einer Kirche, zu einer Polizeistation, zu einer Schule. Gib ihn bei jemandem ab“, bat die verzweifelte Mutter, die aus rechtlichen Gründen nicht namentlich genannt werden darf.

Die Mutter hatte von Anfang an gefürchtet, dass ihr Sohn entführt wurde. Seit seinem Verschwinden hat sie Albträume davon, dass jemand ihren Sohn weggebracht hat. Im Interview sagte sie: „Er hat nur drei Jahre bisher gelebt, er hat noch nicht angefangen: Er ist noch nicht zur Schule gegangen, er kann ein wenig zählen, aber er hat noch keinen dieser Meilensteine erreicht, die wir alle für selbstverständlich halten.“

Die Suche nach William Tyrrell auf Facebook.

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