Weltraumforschung

Seltene Fotos aus dem Weltall: Raumsonde macht erste Aufnahmen vom Merkur 

Die schwerste Mission in der Geschichte der europäischen Raumfahrbehörde hat eine weitere Hürde genommen: Sie hat außerdem ihre ersten Bilder vom Planeten Merkur geliefert.

Kassel – Der kleinste, schnellste und erste im Sonnensystem: Der Planet Merkur. Eine Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA ist seit drei Jahren unterwegs zu dem sonnennächsten Planeten unseres Sonnensystems.

Jetzt hat die Raumsonde erste Bilder übermittelt. Bei der Sonde mit dem Namen „BepiColombo“ handelt es sich erst um die dritte Mission überhaupt, welche es in die Nähe des Merkur schafft. Die anderen beiden Missionen gingen von der US-Raumfahrtbehörde NASA aus.

Bilder aus dem Weltall – „BepiColombo“ ist bisher das komplizierteste Projekt der ESA

Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ESA gilt die Mission als eine der kompliziertesten bisher. Die hohe Anziehungskraft der Sonne macht die Bedingungen für einen Flug in die Umlaufbahn des Planeten Merkur schwierig. „BepiColombo“ muss frühzeitig abgebremst werden, um in die Umlaufbahn des Merkur eintreten zu können. Hierfür sind insgesamt neun Planeten-Vorbeiflüge notwendig.

Foto aus dem All: „BepiColombo“ gelangen erste Aufnahmen vom Merkur

Drei hat die Sonde bereits vor dem aktuellen gemeistert. Einer ging an der Erde vorbei, die anderen beiden an dem Nachbarplaneten des Merkur, der Venus*.Bei dem aktuellen flog die Sonde erstmals am Merkur selbst vorbei. Hierbei gelang es trotz schwierigen Bedingungen erste Fotos vom kleinsten Planeten des Sonnensystems aufzunehmen.

Weltraum: Erste Schnappschüsse gelingen trotz schwieriger Bedingungen

Nachdem die Sonde am 10. August 2021 an der Venus vorbeigeflogen war, passierte sie den Merkur am 1. Oktober 2021 gegen 23.44 Uhr in einer Höhe von 199 Metern Entfernung. „BepiColombo“ nahm Schwarz-Weiß-Bilder der nördlichen Hemisphäre des Merkur auf, so die ESA. Die hochauflösende Kamera der Sonde ist bei dem Vorbeiflug allerdings verdeckt gewesen, deshalb wurden die Bilder von zwei Überwachungskameras aufgenommen. Da der erste Vorbeiflug auf der Nachtseite erfolgte, waren die Bedingungen für die Aufnahmen erschwert.

Ziel der All-Mission: Geschichte von Planet und Sonnensystem erforschen

Die Oberfläche des Merkur erinnert stark an die des Mondes. Durch die Forschung wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr über die Entstehung und Entwicklung des Merkur herausfinden. Die Geschichte des kleinsten Planeten ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt. Ein Vorgehen stellt hier die Kartierung der Planetenoberfläche dar. Die Raumsonde „BepiColombo“ bringt zwei sogenannte Orbiter (Satelliten) in die Umlaufbahn des Merkur.

Dies wird allerdings erst im Jahr 2025 der Fall sein. Die Satelliten werden die magnetische, die Plasma- sowie die Teilchenumgebung des Planeten erforschen, teilt die ESA mit. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro soll auch dabei helfen, die Ursprünge unseres Sonnensystems zu verstehen. Die European Space Agenecy (Europäische Raumfahrtbehörde) führt die Mission in Kooperation mit der Japan Aerospace Exploration Agency (Japanischen Weltraum Forschungsbehörde) durch. Ab Dezember 2025 sollen die Untersuchungen des Himmelskörpers erfolgen.

Eine digitale Illustration des Planeten Merkur. (Symbolfoto)

Weltall-Mission: Zum Geburtstag des Namensgebers

Der Zeitpunkt des ersten Vorbeifluges am Merkur fällt auf die Nacht zum Geburtstag des Namensgebers der Sonde. Am 2. Oktober 2021 wäre Giuseppe „Bepi“ Colombo 110 Jahre alt geworden. Der italienische Ingenieur und Wissenschaftler fand heraus, dass die Schwerkraft von Planeten der Flugbahn einer Raumsonde dienlich sein kann. Wird der Punkt des Vorbeifluges sorgfältig gewählt, kann dieser der Raumsonde zu weiteren Vorbeiflügen verhelfen.

All-Mission: Übersicht über die Merkur-Mission von „BepiColombo“

Diese sogenannten Swing-by-Manöver hat als Erstes die NASA mit der Sonde Mariner 10 umgesetzt. Im Jahr 1973 startete die Sonde und passierte den Merkur, nach einem Vorbeiflug an der Venus, am 29. März 1974. Auch die „BepiColombo“ nutzt neben ihrem solarelektrischen Antriebssystem, auch die Unterstützung der Schwerkraft. Wer sich für den Flug der Raumsonde „BepiColombo“ interessiert, kann diese über Twitter verfolgen. (Lucas Maier) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © CHROMORANGE / Knut Niehus via www.imago-images.de

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