Serien werden oft aufgesplittet oder weitergedreht

Aus eins mach zwei: Wie TV-Produzenten Fernsehformate verdoppeln

+
Doppelter Einsatz: Sowohl in „Grey’s Anatomy“ (links), als auch in der um ihre Figur herumgebauten Serie „Private Practice“ kämpft Addison (Kate Walsh, jeweils rechts) um das Leben von Patienten. Foto:  pro7

Sie sind die kleinen Geschwister erfolgreicher Fernsehformate: „Spin-offs“ (deutsch: Ableger). Wenn eine erfolgreiche Serie zu Ende geht oder ein Nebencharakter beim Publikum sehr beliebt ist, bedient sich der Produktionssender dieses Kniffs.

Indem einfach eine neue Serie mit ähnlichen Bezugspunkten oder bekannten Gesichtern in den gleichen Rollen produziert wird, entsteht ein „Spin-off“.

Ein bekanntes Beispiel für eine erfolgreiche Weiterführung eines Charakters ist „Private Practice“ (montags bis freitags, 17.35 Uhr, sixx). In diesem Ableger der US-Krankenhausserie „Grey’s Anatomy“ (montags bis freitags, 19.20 Uhr, sixx) verlässt die Ärztin Addison Montgomery das Seattle Grace Hospital und wird Teilhaberin einer Privatpraxis in Los Angeles. Das Konzept der Serie wurde ebenso wie das von „Grey’s Anatomy“ von Shonda Rhimes entwickelt. Die Figur der Addison Montgomery war bei den Zuschauern so beliebt und besaß so viel Potenzial, dass sich eine Weitererzählung ihrer Geschichte anbot.

Ähnliches galt auch für die Mysterieserie „Angel - Jäger der Finsternis“ (donnerstags, 22.05 Uhr, sixx). Die Geschichte des Vampirs, der eine Seele hat, stammt ursprünglich aus der Serie „Buffy - Im Bann der Dämonen“ (donnerstags, 21.10 Uhr, sixx). Dort spielte der Blutsauger nur eine Nebenrolle, ehe Buffy-Erfinder Joss Whedon Angel auf seine eigene Mission schickte. In Los Angeles stellt er sich, zusammen mit zwei alten Bekannten aus seiner Zeit an der Seite der Vampirjägerin Buffy, dem Kampf gegen das Böse.

Eine neue Spin-off-Serie läuft zurzeit auf Vox (mittwochs, 21.15 Uhr). In „Major Crimes“ klären Beamte des Los Angeles Police Department zahlreiche Verbrechen auf. Die Krimiserie ist eine Fortführung des Erfolgshits „The Closer“ und beinhaltet noch viele bekannte Figuren.

Auch in Deutschland wurden bereits mehrere Nachfolge-Konzepte für Erfolgsmodelle realisiert. Aktuell läuft mit „Köln 50667“ auf RTL 2 (montags bis freitags 18 Uhr) ein Ableger der erfolgreichen Doku-Reality „Berlin - Tag und Nacht“ (montags bis freitags, 19 Uhr, RTL 2). Verknüpfungspunkt ist Meike Weber (Pia Tillmann), die von Berlin in die Domstadt zog. Immer wieder tauchen Personen aus ihrem alten Leben auf und sorgen in Meikes Welt für Chaos.

Ein weiteres Erfolgsmodell für Spin-offs findet sich auch bei Kinderserien. Die Zeichentrickabenteuer von „Bibi und Tina“ (samstags, 10.10 Uhr, ZDF) sind eine Fortführung der Bibi-Blocksberg-Reihe. Nun erlebt die kleine Hexe mit ihrer Freundin Tina neue Abenteuer auf dem Reiterhof.

Für die Produzenten von Serien-Ablegern besteht nur ein minimales Risiko mit dem „neuen“ Konzept. Denn zum einen besitzen die Figuren bereits eine etablierte Fangemeinde, was von vornherein eine feste Zuschauerzahl garantiert, und zum anderen stehen die Schauspieler schon unter Vertrag und müssen nicht erst noch mühsam gecastet werden.

Von Benjamin Kling

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.