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Teich färbt sich dunkellila – Experte warnt vor verblüffendem Naturphänomen in Niedersachsen

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Von: Martina Lippl

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Purpurfarben leuchtet ein kleiner Teich im Wald bei Sibbesse.
Purpurfarben leuchtet ein kleiner Teich im Wald bei Sibbesse. Bakterien sind offenbar für die Verfärbung verantworlich. © Julian Stratenschulte/dpa

Das Wasser in einem Teich in der Gemeinde Sibbesse sieht schon fast magisch aus. Die Oberfläche schimmert im Licht lila. Was hinter diesem Phänomen steckt, ist aber leider gar nicht schön.

Sibbesse – Auf Fotos sieht der kleine Teich in der Nähe von Hildesheim unwirklich aus. Das Gewässer hat sich tief dunkellila verfärbt. Der purpurfarbene Teich befindet sich im Wald bei Sibbesse (Niedersachsen). An der verblüffenden Farbe lässt sich der Zustand des Gewässers ablesen. Offenbar sind Bakterien für die Verfärbung des Teichs verantwortlich. Sie sind allerdings kein gutes Zeichen, berichtet Merkur.de.

Naturphänomen: Kleiner Teich bei Hildesheim leuchtet purpurfarben

„Solche typischen Verfärbungen haben häufig den Hintergrund, dass dort Mikroorganismen tätig sind – und das sind hier sehr wahrscheinlich Purpurbakterien“, sagte Hans-Heinrich Schuster vom Seen-Kompetenzzentrum des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Sulingen (Landkreis Diepholz).

Diese Bakterien kämen häufig in Gewässern vor, die in einem ungünstigen Zustand sind. Denn dort entstehe über Gärungsprozesse Schwefelwasserstoff, den die Bakterien zusammen mit Licht nutzen können, um Photosynthese zu betreiben. Natürlicher Farbstoff, sogenannte Carotinoide, sorgen für die bunte Farbe der Bakterien und unterstützen sie bei der Photosynthese in unwirtlichen Umgebungen.

Verfärbter Sibbesse-Teich: Sind Purpurbakterien gefährlich?

Häufig seien Kleinstgewässer von diesen Bakterien betroffen. Sie könnten aber auch in sehr tiefen Seen vorkommen, wo es in tieferen Schichten kaum Sauerstoff gibt, erläuterte Schuster. Von einem Betreten der Gewässer rät der Experte ab. Bei den Bakterien handele es sich allerdings nicht um Blaualgen (Cyanobakterien), die manchmal auch eine rötliche Färbung haben könnten. Diese seien noch giftiger. Blaualgen können Hautreizungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auslösen.

In der Schweiz sorgte am Zugersee ein blutroter Schleier auf der Oberfläche um Weihnachten für Aufsehen. Die Polizei veröffentlichte ein Foto und mahnte zur Vorsicht. In diesem Fall handelte es sich um eine Burgunderblutalge. In hoher Konzentration könnte diese für Tiere gefährlich sein. Das Phänomen der Burgunderblutalge entdeckte ein Wanderer in einem See in Bad Tölz (Oberbayern). Im Sommer leuchtete der ganze See auf der Oberfläche rot auf. (dpa/ml)

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