Silikon-Skandal: Das ist Busen-Pfuscher Jean-Claude Mas

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In Polizeigewahrsam: Jean-Claude Mas am Donnerstagmorgen in einem Polizeiwagen in Marseille (Frankreich),

Paris - Der Mann im Epizentrum des Skandals um minderwertige Brustimplantate gilt manchen als zynisch und größenwahnsinnig. Andere halten Jan-Claude Mas für einen genialen Strategen - beim Verschleiern seiner Vermögensverhältnisse.

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Gründer der Brustimplantate-Firma PIP festgenommen

Grauer Vollbart, schimmernde Halbglatze und ein spöttisch wirkendes, eiskaltes Lächeln unter der großen Brille: Jean-Claude Mas heißt der Mann, der weltweit Hunderttausende Frauen in Angst und Schrecken versetzte und eine Klagewelle auslöste. Dem 72-jährigen Franzosen wird vorgeworfen, Brustimplantate aus Profitgründen mit billigem Industriesilikon statt des zugelassenen medizinischen Materials gefüllt zu haben. Er betont aber, das sei nicht gesundheitsgefährlich gewesen.

Bislang hat Mas nur wenig Einblick in seinen privaten und beruflichen Werdegang gegeben. Ein umfassenderes Bild des Mannes mussten sich die französischen Medien daher mühsam selbst zusammensetzen. Auf Fotos ist er mal im Urlaub vor einem Tauchgang zu sehen, mal im weißen Kittel bei der Präsentation seiner Produkte.

Oben ohne gegen Sex-Tourismus

Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © ap
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © ap
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © ap
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © ap
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © dpa
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © dpa
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © dpa
Bei klirrender Kälte nur spärlich mit Hochzeitsroben und Schleiern bekleidet, entblößten die Mitglieder der Protestgruppe Femen vor dem zentralen Standesamt in Kiew ihre Brüste. Sie demonstrieren gegen Sex-Tourismus. © dpa

Als „zynisch und größenwahnsinnig“ beschrieb das Magazin „Paris Match“ den begeisterten Pokerspieler. Das Blatt, das sich nach eigener Aussage Vernehmungsprotokolle der Polizei besorgt hatte, bescheinigte dem Unternehmer ein gefährliches Spiel mit dem Schönheitswahn. Der wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in der Pyrenäen-Stadt Tarbes geborene Unternehmer behauptete nach diesen Angaben, nie „schwere Fälle“ gehabt zu haben. Auf die Frage, was darunter zu verstehen sei, kam laut „Paris Match“ die Antwort: „Es gab nie Todesfälle.“

Nach anderen Medienberichten hat er nach Abitur und Militärdienst seine ersten beruflichen Schritte in der Pharma-Industrie als Verkäufer beim US-Konzern Bristol-Myers gemacht. Nach einer Begegnung mit einem Schönheits-Chirurgen und vor allem mit seiner späteren Lebensgefährtin habe Mas das lukrative Feld der Implantat-Herstellung entdeckt. Ohne große chemische Vorbildung entwickelte er demnach seine eigene Gel-Füllung für die Silikonkissen und gründete 1991 die Firma Poly Implant Prothèse (PIP) im französischen La Seyne-sur-Mer.

Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung

Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Einmal im Monat sollte jede Frau ihre Brüste aufmerksam im Spiegel anschauen und in aller Ruhe abtasten. Vor den Wechseljahren liegt der beste Zeitpunkt dafür eine Woche nach dem Beginn der letzten Regel, denn dann ist die Brust besonders weich. Gegen Ende des Zyklus kann das Drüsengewebe unter dem Einfluss von Hormonen anschwellen und fühlt sich härter, oft auch etwas knotig an. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Betrachen Sie ihre Brüst im Spiegel: Einseitige Veränderungen in der Form oder Größe, Einziehungen, Vorwölbungen oder Hautveränderungen sind ein Grund, zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt zu gehen. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Wenn Sie die Arme über den Kopf heben, sollten die Brüste ganz natürlich mit nach oben wandern. Achten Sie darauf, ob die Brust sich an einer Stelle verzieht, wenn Sie die Arme heben. Auch das ist ein Grund für einen Kontrolltermin bei der Ärztin oder dem Arzt. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Heben Sie den linken Arm hinter den Kopf und tasten Sie mit der rechten Hand ihre linke Brust ab. Wenn Sie Ihre Brüste zum ersten Mal bewusst abtasten, erschrecken Sie vielleicht, weil Ihnen das äußerlich so glatte Gewebe ziemlich knubbelig vorkommt. Besonders bei jungen Frauen mit sehr ausgeprägtem Drüsengewebe kann das der Fall sein. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Tasten Sie auch den Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhle und die Achselhöhle ab. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Brustkrebs - Anleitung zur Selbstuntersuchung
Zum Schluss sollten Sie noch Ihre Brustwarze zusammendrücken und darauf achten, ob sie Flüssigkeit absondert. Wenn Sie irgendeine Veränderung bemerken, die Sie beunruhigt, sollten Sie möglichst bald zur Ärztin oder zum Arzt gehen. © Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Der zweifache Vater hält sich nach Ansicht früherer Mitarbeiter für einen genialen Erfinder. Viele seiner Opfer sehen ihn zudem als kaltblütigen Strategen, der schon früh die Insolvenz seines Unternehmens plante und über verschachtelte Firmenkonstruktionen in Luxemburg, auf den Jungfern-Inseln oder den USA sein Vermögen in Sicherheit brachte. Den Ermittlern erklärte er nach Medienberichten, er sei ein völlig mittelloser alter Mann. Selbst die Luxusvilla seiner Familie soll nicht ihm gehören, sondern seiner Lebensgefährtin.

Nach Erkenntnissen der Zeitung „Libération“ hatte Mas im September 2010 alle Firmenanteile auf seine Lebensgefährtin und ihren Sohn übertragen. In einem Telefon-Interview mit der Zeitung wütete Mas den Angaben zufolge gegen den französischen Gesundheitsminister Xavier Bertrand mit den Worten: „Der ist verrückt, dieser Gentleman, den muss man einsperren.“ Sein Silikon sei nicht schädlich, Bertrand ängstige 500 000 Frauen zu Tode, tobte Mas demnach. Als die Journalisten ins Detail gehende Fragen stellten, habe er angeboten, sie ihm per Mail zu schicken. Seine Mail-Adresse erklärte er angeblich so: „jcmas - jc, wie Jesus Christus“.

Von Ralf E. Krüger

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